Bewegte Geschichte, bewegte Fassade

22. November 2018 Mehr

Mit einer unregelmäßigen, geschlämmten Klinkerfassade nimmt der Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken Bezug auf die Westwand des Jerusalemer Tempelbergs.

 

GIMA juedisches Museum

 

Die Architekten ergänzten das denkmalgeschütze Ensemble um ein zeitgenössisches Gebäude, das sich, obgleich seiner kubischen Form sensibel in die historische Fürther Innenstadt einfügt und dank großzügiger Öffnungen Innen- und Außenraum verbindet. Die Architektengemeinschaft Gatz, Kuntz + Manz, Bamberg und Würzburg ging aus einem 2008 ausgelobten Wettbewerb als Sieger hervor, 2014 wurde der Bau begonnen und im Frühsommer 2018 das Gebäude eingeweiht.

Die markante Kubatur des Erweiterungsbaus an der Fürther Königsstraße ist bestimmt durch die Vorgaben des Eckgrundstücks und dem Wunsch, dem denkmalgeschützten Altbau „Luft zum Atmen“ zu lassen: Zur Straße sind beide Gebäude nur im Sockelbereich verbunden, darüber verschafft eine Fuge den Innenräumen Licht und Luft. Um die Ecke gibt ein neu geschaffener Vorplatz der zurückspringenden Fachwerkfront aus dem frühen 18. Jahrhundert Raum. Der Neubau nähert sich hier treppenförmig der niedrigeren Gebäudehöhe an. Zugleich zitiert die äußere Gebäudehülle mit einer unregelmäßig gemauerten Klinkerfassade die Westwand des Jerusalemer Tempelbergs.

Für die plastische Erscheinung der Fassade wurden GIMA Klinker Typ Elva FK im Sonderformat 240/90/52 mm verwendet und mit den Längsseiten (Vorder- und Rückseite) bewegt vermauert sowie abschließend verschlämmt. Durch einen speziellen Kohle-Salzbrand und die handschlagartige Oberfläche erhält der Klinker aus dem niederbayerischen Marklkofen eine besonders ansprechende Optik. Ergänzt und aufgebrochen wird die geschlämmte Klinkerhaut durch traditionelles Lochmauerwerk, das zur Verschattung der großen Fensteröffnungen dient. Das Ergebnis: ein zeitgenössischer Baukörper in historischer Anmutung – authentisch umgesetzt. Im Sockelgeschoss nimmt der Neubau Proportion und Rhythmus der Sandsteinfassade des Altbaus auf und schichtet die Klinker als schräg gemauerte Lamellen fast ohne sichtbare Fugen bündig übereinander. Verwendet wurden Formziegel – mit teilweise ausgeklinkten oder geschrägten Kopfflächen – in den Längen 260, 380, 410 und 490 mm bei 90 mm Breite und 52 mm Höhe. Klinker und Schlämme wurden in gelblich-rötlicher Tönung eigens kreiert.

 

 

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Kategorie: Wand