Ein ganz schmales Haus

27. Mai 2015 Mehr

 

In Australien baut man üblicherweise groß, ausgedehnt, in die Breite gehend wie ein Pfannkuchen. Hier gibt es auch genügend Platz und kaum Beschränkungen. Andrew Maynard Architects gingen mit ihrem Projekt HOUSE House genau den umgekehrten Weg. 

 

 

In Richmond entwarfen sie ein schmales, in die Höhe ragendes Haus. Zwei benachbarte Grundstücke waren von zwei Generationen ein und derselben Familie bewohnt. Beide Häuser waren abgewohnt und brauchten eine dringende Renovierung. Die Architekten schufen ein langgestrecktes Volumen, das beide erweitert und ergänzt. Die neue Struktur läuft Nord-Süd, während die alten Bauten sich in Ost-West-Richtung erstrecken. Dazu wurde ein Teil der beiden existierenden Häuser an der Rückseite abgebrochen.

 

 

Ein über beide Grundstücke reichender, schmaler Neubau wurde, etwas vom Altbau abgerückt, errichtet. Der Spalt zwischen Alt und Neu dient der Luftzirkulation und auch der Belichtung der drei Objekte. HOUSE House stapelt drei Ebenen übereinander. So entstand eine maximale Ausnützung des schmalen Hinterhofes. Dabei vermieden die Architekten es, die alten Strukturen mit den neuen kollidieren zu lassen. Die beiden viktorianischen Häuser wurden restauriert und zum Neubau hin eine klare Trennung (nicht nur räumlich) eingehalten. Der Neubau ist konsequent außen mit Zedernholz gestaltet, dunkle Sperrholzplatten im Zwischenbereich und rohe Stahlplatten und Glas betonen und detaillieren den Bruch zum viktorianischen Stil. Im Zwischenraum sind jetzt auch die Erschließungswege (Wendeltreppen) der beiden Häuser untergebracht. Der Zaun zwischen den Grundstücken wurde beseitigt und ein großer Hofgarten entstand.

 

 

Ein interessantes Detail ist an der Stirnseite von HOUSE House zu betrachten: Street Art ist in australischen Städten sehr beliebt, doch nicht alle dieser Sprayaktionen erreichen einen Kunststatus. Oft wird destruktiv mit schwarzer Farbe gesprüht. Deshalb ist im unteren Bereich der Holzfassade ein symbolisiertes, schwarzes Stadthaus aufgemalt, und zwar in dem Bereich, der von Sprayern erreicht werden kann. Sollte es zu Beschädigungen kommen, kann so leicht wieder Schwarz ausgebessert werden.

 

Fotos: Peter Bennetts

 

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Kategorie: Projekte

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