Frankfurter Festhalle von Architekten Kauffmann, Theilig & Partner

22. Februar 2011 Mehr

Die Frankfurter Festhalle ist der ehemals größte freitragende Kuppelbau der Welt und mittlerweile mehr als 100 Jahre alt. Vielen Besuchern ist das historische Gebäude durch zahlreiche Messen und Veranstaltungen ein Begriff. Hier inszenierten die Stuttgarter Architekten Kauffmann, Theilig & Partner gemeinsam mit den Leichtbau-Spezialisten von form TL einen Messestand mit einer innovativen textilen Rauminstallation.

Anlass war die Internationale Automobil Ausstellung (IAA). Es wurde ein mehr als 5.000 Quadratmeter großer, illuminierter „Membranhimmel“ eingezogen, der spannungsvolle Lichträume für den exklusiven Auftritt der Automobile schuf.
Die Solitärmembrane wurde aus 110 Einzelbahnen mit 60 mm breiten HF-Nähten verschweißt und bestand aus Mesh, einem offenporigen Gewebe aus Kunststofffasern mit Kunststoffbeschichtung.
Durch 27 linsenförmige Ausschnitte konnten die ausgestellten Automobile mit dahinter installierten Scheinwerfern gezielt ausgeleuchtet werden. Zwei ringförmige Aussparungen von 10 und 8,5 Metern Durchmesser und ein pneumatischer „Membranball“ mit 13 Metern Durchmesser formten Hoch- und Tiefpunkte.
Ein am Rand umlaufendes 12 Millimeter dickes Stahlseil hielt die 110 auf 60 Meter große Rauminstallation unter Spannung und sorgte für eine faltenlose Oberfläche. Den Ingenieuren war es möglich, die für die Membran erforderlichen Vorspannkräfte von 42 Tonnen in die Dachkonstruktion einzuleiten.
Wesentliche Einzellasten waren dabei die Anhängelasten für den Hochpunkt, ein bleigefüllter ca. 3,5 Tonnen schwerer Ring am tiefsten Punkt der Membrane sowie ein pneumatischer Membranball, der mit seinen 13 Metern Durchmesser die Membrane ebenfalls mit ca. 3,5 Tonnen Kraft nach unten drückt.
Die semitransparente sphärisch gekrümmte Membranfläche diente zugleich als Licht- und Projektionssegel. Der geschickte Einsatz der Beleuchtung ermöglichte es, die Transparenz des textilen Gewebes individuell zu steuern.
Von hinten beleuchtet, wurde das Meshgewebe transluzent und gab die Sicht auf das historische Kuppeltragwerk der Festhalle frei. Von unten bestrahlt, verlor das Gewebe die Durchsichtigkeit und bildete wie eine Kinoleinwand die darauf projizierten Lichtinszenierungen ab.

 

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Fotos: Andreas Keller, Altdorf form TL

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Kategorie: Projekte

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