NeuBau3 für die Tabakfabrik in Linz

30. Januar 2018 Mehr

Ein neues Landmark komplettiert den Peter Behrens-Komplex in Linz. Das Projekt von Architekturbüro Zechner & Zechner mit dem Investor Bodner BaugesmbH & Co KG ermöglicht eine prominente Straßenfront, mehr Durchlässigkeit zum Innenhof und viel Raum für unterschiedliche Nutzungen.

Mit der Tabakfabrik Linz schuf Architekt Peter Behrens in den 1930er Jahren ein international beachtetes Meisterwerk der klassischen Moderne. Im Vergleich dazu zeigte der Anfang der 1980er Jahre errichtete Zubau nur geringe architektonische Qualität. Nun wurde eben dieser Zubau abgebrochen und das Grundstück in Linzer Topp-Lage frei. Mit seiner geografischen Schlüsselrolle im innerstädtischen Gefüge der Stadt soll das neue Kopfgebäude der Tabakfabrik nun als historische Chance für die Stadtentwicklung genutzt werden.

Anfang 2017 begann für eben diesen Neubau ein zweistufiges, EU-weites Verfahren, das nun am 22.1.2018 abgeschlossen wurde. Eindeutig gegenüber den anderen Projekten durchsetzen konnte sich dabei das Projekt von Architekturbüro Zechner & Zechner mit dem Investor Bodner BaugesmbH & Co KG. Der Jurybeschluss erfolgte einstimmig.

Mit dem Siegerprojekt „NeuBau3“ soll nicht nur die Konzeption sensiblen Schnittstelle zu den denkmalgeschützten Behrens-Bauten und die Ausbildung einer das Stadtbild bereichernden Silhouette geschaffen werden, sondern auch einer eine prominente Straßenfront bei gleichzeitiger Durchlässigkeit in den Innenhof Dadurch wird der Innenhof der Tabakfabrik als Aktivitätszentrum ausgebildet. Auch eine qualitativ hochwertigen Anbindung zur unterirdischen Straßenbahnstation wird gewährleistet.

 

Tabakfabrik Linz Innenhof

©Stadt Linz

 

Keine Konkurrenz

Das Erscheinungsbild der neuen Baukörper vermeidet es, mit der Architektur von Peter Behrens in Konkurrenz zu treten. Gemäß unterschiedlicher Nutzungen der einzelnen Häuser präsentieren sie sich auch differenziert hinsichtlich ihrer Gebäudehüllen. In ihrer Körnung, Struktur und Maßstäblichkeit zeigen sie jedoch Ähnlichkeiten, wodurch aus den einzelnen Häusern ein zusammenhängendes Ensemble entsteht.

Nach Westen zur Gruberstraße bleibt die Bebauung durchlässig und bildet Eingangsportale zum Tabakfabrik-Areal aus. Zu den angrenzenden Straßen wird eine klar definierte Kante ausgebildet. Einzelne Baukörper erheben sich über dem gemeinsamen Sockel, wodurch eine gewünschte Porösität des Blockrandes entsteht. Die Öffnungen zwischen den Baukörpern erlauben ein „Ausstrahlen“ der Quartiersaktivitäten nach Außen.

expressiv-Tabakfabrik-Linz-NeuBau3_Blick-Ecke-Untere-Donaulaene-Gruberstrsse

©expressiv.at

 

Funktionsvielfalt…

Im Einklang mit den Intentionen der Tabakfabrik werden Nutzungen vorgesehen, die einen Mehrwert sowohl für den angrenzenden Bestand als auch die benachbarte Bevölkerung, AnwohnerInnen und Gäste erzeugen sollen. Dabei steht neben einer 24/7-Bespielung die Schaffung eines robusten Nutzungsmix im Vordergrund. Die größeren Raumhöhen im Erdgeschoß und im 1. Obergeschoß gewährleisten Flexibilität hinsichtlich späterer Änderungen von Nutzungen. Die hohe Flexibilität wird durch die „Portionierung“ in verschiedene Häuser verstärkt.

Die beiden Sockelgeschoße bieten Flächen Platz, die eine intensive öffentliche Nutzung erlauben und dadurch zur Belebung des gesamten Areals sowie der Umgebung beitragen. Hier finden Shops, Boutiquen, Pop-up-stores, Co-Working Cafes, Ateliers sowie halböffentliche Bereiche des Schul- und Studentenbetriebes Platz.

Der Innenhof fungiert als großzügige zusammenhängende Veranstaltungsfläche im Freien. Der innere Platz wird über Treppen und Rampen mit dem Sockeldach, dem sog. „Behrensband“ verbunden. Die Dachfläche bildet – über die bloße Erschließungsfunktion und Verknüpfung der Einzelbauten hinaus – einen öffentlichen Freiraum hoher Qualität aus, indem hier vielfältige Nutzungen stattfinden können, interessante Verweilflächen angeboten werden und sich Gastronomie und andere Funktionen anlagern können. So entsteht ein lebendiger und attraktiver Außenraum auf zwei Ebenen.

expressiv Tabakfabrik-Linz-NeuBau3_Luftbild-Abendstimmung

©expressiv.at

 

… belebt das Quartier

Durch unterschiedliche Nutzungen wird eine differenzierte Bespielung sichergestellt, die mit den bereits etablierten Nutzungen in den Bestandsbauten der Tabakfabrik harmonieren bzw. diese ergänzen.

Das vorliegende Nutzungskonzept sieht die Situierung eines Studentenheimes mit ca. 200 Apartments vor. Neben dem Studentenhaus liegt ein Atelierwohnhaus, das einen Mix aus Arbeitsräumen, Ateliers und Apartments bietet. Hier wird ein Angebot für länger dauernde Übernachtungen geschaffen, die auch die Nutzung von Arbeitsräumen inkludiert.

An der Straßenecke Gruberstraße / Untere Donaulände ist ein ca. 81 Meter hohes Gebäude situiert, das im unteren Bereich Flächen für ein Budget-Hotel mit ca. 140 Zimmern aufnimmt, darüber schließen frei teilbare Büroflächen an. Den oberen Abschluss bildet ein öffentlich zugängliches Restaurant samt Sky-Bar mit Blick über das Tabakfabrikareal und das Linzer Panorama.

Der zur Donaulände ausgerichtete Baukörper nimmt im Erdgeschoß Geschäftsflächen auf. Über den Innenhof werden die sich darüber entwickelnden Flächen für eine Schule sowie einen Kindergarten erschlossen.

Attraktiver Stadtraum

Optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr bietet die neue Straßenbahn-Station, die über eine großzügige Rampen- und Treppenanlage sowie einen öffentlichen Aufzug mit dem Peter-Behrens-Platz verbunden ist.

Der Außenraum des NeuBau3 bietet die außerdem Möglichkeit, den Bestand des Peter-Behrens Platzes zu attraktivieren. Mittels eines einheitlichen Bodenbelages werden die einzelnen Teilbereiche des Quartiers miteinander verbunden. Über den Freiraum wird das Neue mit dem Alten verknüpft, es entsteht ein attraktiver öffentlicher Stadtraum.

Vielfältige und attraktive Aufenthaltsbereiche laden zum Verweilen ein und erhöhen die Freiraumqualität. Wegebegleitende Sitzstufen kompensieren Höhendifferenzen und werden selbst zum Treffpunkt als Stadttribüne. Stimmungsvolle Pflanzflächen aus Ziergräsern und Stauden akzentuieren die unterschiedlichen Teilräume und bieten durch abwechselnde Blühaspekte ein attraktives Erscheinungsbild über das ganze Jahr.

 

expressiv-Tabakfabrik-Linz-NeuBau3_Blick-vom-Innenhof

©expressiv.at

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Kategorie: Projekte

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