ETA Modellfabrik der TU Darmstadt

31. Oktober 2016 Mehr

Gläserne Zukunft.
Die ETA-Modellfabrik der TU Darmstadt, als fächerübergreifendes Forschungsprojekt, vernetzt die Energieflüsse aus Gebäudebetrieb, Gebäudetechnik und Produktion und zeigt neue Energieeinsparpotenziale im Industriebau auf. Sämtliche im Gebäude fließende Energieströme interagieren miteinander und man prognostiziert eine Gesamtenergieeinsparung von rund 40 Prozent.

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In der Fabrik werden Bauteile für die Metall verarbeitende Industrie anhand einer repräsentativen Produktionskette in einer 550 Quadratmeter großen Produktionshalle hergestellt. Für die nötigen Zerspanungs- und Reinigungsprozesse sowie Wärmebehandlungsverfahren gibt es ein thermisches Netz mit Absorptionskältemaschine, Vakuum-superisoliertem (VSI)-Speicher mit Schichtlader und High Volume Fly Ash (HVFA)-Betonspeicher. Neben einem ganzheitlichen Energiecontrolling und der effizienten Steuerung von Energieflüssen liegt ein Fokus auf der thermischen Interaktion zwischen Fabrikgebäude, Gebäudetechnik und Prozesskette. Eine tragende Rolle spielt dabei die energieeffiziente Gebäudehülle. Ihre innovativen Elemente vereinen die Funktionen Tragen, Dämmen und Hüllen in einem Bauelement. Die Konstruktion besteht aus normalem und ultrahochfestem Beton sowie mineralisiertem Dämmschaum. Installierte Kapillarrohrmatten sorgen für eine thermische Bauteilaktivierung: Die Hülle kann Wärme aufnehmen und auch abgeben und somit effektiv in den Energiekreislauf von Gebäudetechnik und Prozesskette integriert werden.

Die Hüllfläche der Architektur fungiert gleichsam als „Maschine um die Maschine“. So kam an der vollverglasten Südfassade ein Glas mit einem richtungsselektiven Tageslichtsystem zum Einsatz. Speziell geformte, feststehende Lamellen im Scheibenzwischenraum lenken das Tageslicht zur Decke, von dort wird es reflektiert und der Innenraum indirekt belichtet. Durch diese optimale Tageslichtnutzung entsteht eine angenehme Atmosphäre für die Mitarbeiter. Gleichzeitig bietet das System nahezu 60 Prozent Durchsichtigkeit und hohen Wärmeschutz. An Ost- und Westfassade sorgt ein transluzentes Kapillarsystem für eine gleichmäßige, diffuse Lichtstreuung in den Raum. Dafür sorgen integrierte Kapillarplatten zwischen zwei Isolierglasscheiben, die eine hohe Lichttransmission und guten Sonnenschutz gewährleisten. Die Kapillarröhrchen im Scheibenzwischenraum wirken als kleine Luftpolster und reduzieren Konvektion und Wärmestrahlung, so erreicht das Fassadensystem einen Ug-Wert von 0,9 W/m2K. Nordseitig sorgt an den nichttransparenten Flächen ein innovatives Hochleistungs-Isolierglasmodul für den notwendigen Wärmeschutz. Dank einer im Scheibenzwischenraum integrierten Vakuumisoliereinheit erreicht das System den hervorragenden Ug-Wert von 0,23 W/m2K.

Fotos: ©Eibe Sönnecken, OKALUX GmbH

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Kategorie: News, Projekte

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