ETHOUSE Award 2013 verliehen

18. November 2013 Mehr

Die Sieger, © Michael Baumgartner

Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS) verlieh in der Arena21 im MuseumsQuartier Wien den ETHOUSE Award. Er würdigt architektonisch anspruchsvolle energieeffiziente Sanierungen. In den Kategorien „Einfamilienhaus“, „Mehrfamilienhaus“ und „Gewerbliche Bauten“ sowie einem Sonderpreis wurden insgesamt vier Gewinnerprojekte ermittelt. Die Auszeichnung geht sowohl an Architekten als auch an verarbeitende Betriebe. Sie wurde zum sechsten Mal vergeben und war mit 12.000 Euro dotiert.

Vier ausgezeichnete Projekte und elf Gewinner beim diesjährigen ETHOUSE Award: Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS) würdigte nicht nur die Einreicher – wie Planer, Architekten, Wohnbaugesellschaften, private oder öffentliche Bauträger –, sondern auch die verarbeitenden Betriebe. Dadurch soll die Bedeutung der Verarbeitung hervorgehoben werden: Betriebe, die hier herausragende Leistungen vollbracht haben, werden vor den Vorhang geholt. Trotz der Verschärfung der Einreichanforderungen habe sich die Anzahl der Einreichungen nicht reduziert, so Clemens Hecht, Sprecher der QG WDS. „Auch die politischen Anforderungen sind gestiegen. Dass man trotzdem anspruchsvolle Architektur erzeugen kann, können wir mit dem ETHOUSE Award jedes Jahr unter Beweis stellen.“

Foto: Lost in Architecture

Gewinner Wohnbau

Im Bereich „Einfamilienhaus“ siegte das Haus W. von Lost in Architecture. Die Sanierung einer Doppelhaushälfte mit Dachgeschossausbau wurde aufgrund seiner hervorragenden Energieeffizienz und überzeugenden Architektur einstimmig mit dem Preis für die beste Einfamilienhaussanierung ausgezeichnet. Durch den umfangreichen Dachbodenausbau im Zuge der Sanierung konnte der Heizwärmebedarf von 200 kWh/m²a auf 48 kWh/m²a verbessert werden − das entspricht einer Reduktion um 81 Prozent. „Eine Versorgung mit erneuerbaren Energien ist für die Zukunft geplant“, so die Architekten von Lost in Architecture.

Architektur: Lost in Architecture, Wien
Verarbeitung: DASCH Bauunternehmen GmbH

 

Foto: GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung

Im Bereich Mehrfamilienhaus und Geschoßwohnbau wurden zwei Projekte gleichwertig prämiert. Im urbanen Bereich stellt die Wohnhausanlage der Stadt Wien – Wiener Wohnen am Kapaunplatz 7 eine herausragende Lösung im dichten städtischen Umfeld dar. Sie erreicht im Vergleich zum Altbau aus dem Jahr 1950 eine wesentlich höhere Wohnungsqualität. Der Heizwärmebedarf wurde von 143 kWh/m²a auf 34 kWh/m²a reduziert, was eine 80-prozentige Verbesserung darstellt. Hervorzuheben ist der Fenstertausch auf Passivhausstandard, die Nutzwasserversorgung und die Regenwasserversickerung. Die 79 neuen Wohnungen in den Dachgeschossen sind ein Beitrag zur Nachverdichtung. Besonders hebt die Jury die neue soziale Qualität des sanierten Gebäudes hervor.

Einreicher: GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung GmbH, Wien und Stadt Wien – Wiener Wohnen
Architektur: Arch. DI Werner Rebernig, Wien
Verarbeitung: ARGE Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. und Praher & Mathä Malerbetriebsgesellschaft m.b.H.

 

Foto: Architekturbüro Reinberg ZT 

Als bestes Mehrfamilienhaus im ländlichen Umfeld punktet das Mietwohnhaus der BUWOG in Klosterneuburg, Kierling aus dem Jahre 1979. Es wurde zu einem Passivhaus mit einem Heizwärmebedarf von 9 kWh/m²a saniert. Dass entspricht gegenüber dem Altbau, mit einem Heizwärmebedarf von 97 kWh/m²a, eine Verbesserung von 91 Prozent. Der Dachgeschossausbau und der eigene Baukörper an der Straße seien ein gelungenes Beispiel der Nachverdichtung, so die Jury. Auf die Warmwasserbereitung durch Solarenergie wird lobend verwiesen.

Architektur: Architekturbüro Reinberg ZT GesmbH, Wien
Verarbeitung: PORR AG

 

Foto: Heinz Plöderl, PAUAT/Luttenberger

Sonderpreis „Gewerbliche Bauten“

Ein Sonderpreis wurde an das Projekt energieautonomes Stadthaus von PAUAT Architekten verliehen. „Das energieautarke Stadthaus wird für die innovative Lösungsqualität prämiert, verbunden mit hervorragender Architektur“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Das Stadthaus wurde in den 1960er Jahren als Wohnhaus errichtet; später kamen eine Büronutzung für eine Rechtsanwaltskanzlei und ein Architekturbüro hinzu. Nach einer umfassenden Sanierung, die das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes vollkommen verändert hat, wurde der Heizwärmebedarf um über 94 Prozent verringert − von 150 auf 8 kWh/m²a, was Passivhausstandard bedeutet. Es wurden erneuerbare Energiequellen (Photovoltaik), Tiefensonden für Vorerwärmung und Kühlung der Büroflächen eingesetzt und ein Brennstoffzellen Kompaktgerät mit Wasserstoffbetrieb für den Einsatz ab 2014 eingeplant.

Architektur: PAUAT Architekten ZT GmbH, Wels
Verarbeitung: Wandl Der Maler GmbH, Ried im Innkreis

 

Foto: vö/wo Plan & Design GmbH 

Erwähnung Öffentliche Bauten

Lobend erwähnt die Jury das Projekt BHAK – BHAS Voitsberg von vö/wo Plan & Design GmbH. Da im Rahmen des Wettbewerbs kein Vergleich möglich ist, konnte das Projekt mit keinem Preis ausgezeichnet werden.

Architektur: vö/wo Plan & Design GmbH, Graz
Verarbeitung: Tarbauer Bau GmbH und KROBATH Metallbau GmbH

Jury

Martin Treberspurg (Vorsitz), Treberspurg & Partner Architekten Ziviltechniker GmbH;
BOKU Wien, Arbeitsgruppe Ressourcenorientiertes Bauen
www.treberspurg.com 

Karin Stieldorf, TU Wien, Institut für Architektur und Entwerfen
www.h1arch.tuwien.ac.at

Clemens Hecht, Sprecher der Qualitätsgruppe WDS
www.waermedaemmsysteme.at

Lothar Bombös, Präsident EAE (European Association for External thermal insulation composite
systems)
www.ea-etics.eu

Christian Pöhn, Stellvertretender Leiter der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der
Stadt Wien, MA 39
www.wien.gv.at/forschung/laboratorien/ 

Richard Mauerlechner, Herausgeber/Verlagsleiter wohnnet.at
www.wohnnet.at

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Kategorie: Nachrichten

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