Der Aussichtsturm an der Mur der Architekten terrain:loenhart&mayr, München

11. Mai 2010 Mehr

Pünktlich zum Frühlingsanfang 2010 wurde der neue Aussichtsturm an der Mur (Südsteiermark, Österreich) eröffnet

Der Entwurf für das skulpturale Bauwerk inmitten der Naturlandschaft des Biotopverbundsystem „Grünes Band Europa“ wurde von den Münchener Architekten und Landschaftsarchitekten terrain:loenhart&mayr entwickelt, die sich bereits mit der zukunftsweisenden neuen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen einen Namen gemacht haben.
Mit dem Ausblick unmittelbar am Flusslauf der Mur erschließt der Aussichtsturm die umgebende Ökologie des Auenwaldes und macht eindrucksvoll den sich durch Wasserkraft verändernden Flussraum erlebbar.

Der Aussichtsturm aus Stahl und Aluminium rankt sich in die Höhe und fügt sich schlüssig in das Landschaftsbild des Auwaldes ein. Der Aufstieg des Besuchers wird zum landschaftlichen Erlebnis.
Der sich in die Höhe schraubende Weg führt durch die so genannten „Waldetagen“ – die ökologischen Höhenschichten des Auenwaldes – und macht so die ökologische Ordnung und Mikroklimata im Auwald erlebbar. Nach 168 Stufen, auf 27m Höhe, erreicht man schließlich eine bewusst klein gehaltene Aussichtsplattform, von der sich ein atmosphärischer Panoramablick erschießt. Von dort oben führt ein weiterer Treppenlauf nach unten, so dass sich aufsteigende und absteigende Besucher auf zwei unterschiedlichen Treppen im Raum bewegen.

Hier gibt es einen überraschenden Bezug zur historischen Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg:
Diese um 1500 erbaute Treppe erzeugt ein einmaliges Raumgefühl, von dem sich die Architekten des Murturms haben inspirieren lassen: Die Doppelwendeltreppe „verbindet und verschraubt den Raum mit der Zeit“ schreibt schon Erich Fried in seiner Hommage an diesen historischen Ort. Dieses „verschrauben“ von Raum und erlebten Weg ist Grundlage der Idee des spiralförmigen Wegs des Murturms.

Tragwerkskonzept
Das Turmtragwerk aus Stahl wurde in mehreren Modellstudien entwickelt. So entstand das Hybridtragwerk das sich in Tragrohre und Stützrohre gliedert die sich wie die umgebenden Baumstämme nach oben verjüngen. Auch in ihrem Durchmesser und Farbigkeit ähneln sie den Stämmen des Auwaldes. Ganz im Gegensatz dazu ist der spiralförmige Treppenweg umseitig mit hellen Aluminiumtafeln verkleidet. So reflektiert der Treppenweg im Auf und Ab die umgebende Landschaft. Im Spiel mit der Witterung und Tageszeit schimmert der Turm dann in den Farben der jahreszeitlichen Stimmung und wird so Teil des Landschaftserlebnisses.

Bauherr: Gemeinde Gosdorf Orts- und Infrastrukturentwicklungs KG
Entwurf + Planung Aussichtsturm und Aussenanlagen: terrain:loenhart&mayr architekten und landschaftsarchitekten, München/Graz
Tragwerksplanung: osd – office for structural design, Frankfurt
Bauzeit: März – September 2009
Eröffnung: 20. März 2010

Foto: © archiv_terrain.de/H. Hamm

Kategorie: Tagesaktuelles

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