Elegante Futuristik: Österreich-Pavillon auf der Expo 2010

28. April 2010 Mehr

Architektur und Design von SPAN & Zeytinoglu

Am 1. Mai eröffnet in Shanghai, China, die Expo 2010. Österreich präsentiert sich mit einem Bau der Wiener Architekten SPAN & Zeytinoglu, der den Besuchern ein vielfältiges und komplexes räumliches Erlebnis eröffnet. Der Entwurf umfasst ebenso das gesamte Interior Design und wesentliche Teile der Innenausstattung. Dem Gebäude und den Designobjekten liegen komplexe digitale Modelle zugrunde. Die Umsetzung vor Ort verlief dank ausgefeilter Logistik reibungslos – und unter Einhaltung des Budgetrahmens.

Mit einem Ausstellungspavillon der Architekten SPAN & Zeytinoglu sorgt Österreich in Shanghai für Aufsehen. „Wir freuen uns, dass der Entwurf vor Ort sehr präzise umgesetzt wurde“, so Arkan Zeytinoglu. Mit 10 Millionen Porzellanfliesen überzogen, präsentiert sich der Bau als ein nahtlos schimmerndes Gebäude, das Eleganz und Futuristik auf spektakuläre Weise in Einklang bringt. Dahinter steckt ein ausgefeiltes Softwarepaket, das für dieses Gebäude weltweit erstmals zum Einsatz kam: SPAN & Zeytinoglu arbeiten in der Entwurfsphase in erster Linie digital. Das bietet ihnen die Möglichkeit, Erkenntnisse aus der Topologie – der Erforschung komplex gekrümmter natürlicher Flächen – in die Planung zu integrieren. „Der Österreich-Pavillon spiegelt diese Praxis unmittelbar wider“, erklärt Sandra Manninger von SPAN: „Seine organischen, kurvilinearen Formen und der kontinuierliche Fluss zwischen den Räumen beruhen auf in der Natur vorhandenen geometrischen Systemen.“

Symbiose aus Architektur und Interior Design
Der Entwurf von SPAN & Zeytinoglu umfasst neben der Architektur das gesamte Interior Design inklusive Restaurant, Shop und VIP-Area sowie Ausstellungs- und Bürobereich.
Als Teile der Innenausstattung wurden die Restaurant- und VIP-Bar, das Shop Desk, das Infodesk am Ausgang, die modulare Sitzlounge im VIP-Bereich und das Empfangspult in der VIP-Lobby entworfen. „Auch wenn die Objekte eigenständigen Wert besitzen, ist ihre Einbindung in die Architektur essentiell: Räume und Objekte stehen in einer symbiotischen Beziehung und werten sich gegenseitig auf“, erklärt Matias del Campo von SPAN. Die Designobjekte bestehen aus CNC-gefrästem Polyurethan und sind mit Kunstharz beschichtet. CNC (Computer Numerical Control) ist eine Technologie, die ursprünglich für den Flugzeugbau entwickelt wurde. Sie ist in der Lage, digital generierte, komplex gekrümmte Objekte sehr präzise umzusetzen.

Zehn Millionen Porzellanfliesen
Über zehn Millionen Fliesen überziehen die Außenfassade des Pavillons mit einer von rot nach weiß changierenden Porzellanhaut. Die Verkleidung der komplex gekrümmten Fläche – sie umfasst den gesamten Außenbereich und das Dach – wurde durch die Wahl sehr kleiner hexagonaler Module möglich. Es entsteht der Eindruck einer nahtlosen Oberfläche, obwohl das Gegenteil der Fall ist: 60 Millionen Fugen sorgen für eine regelmäßige Verteilung der Spannungskräfte in der Fassade. Zugleich ist die Gestaltung eine Anspielung an die Tradition chinesischer Porzellanexporte nach Europa.

Größte Expo aller Zeiten
Der Entwurf von SPAN & Zeytinoglu war 2008 aus einem EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb mit einstimmigem Juryentscheid als Siegerprojekt hervorgegangen. Die ArchitektInnen erhielten damit die Chance, die kulturelle Identität Österreichs in einem globalen Kontext begreifbar zu machen. Es ist die erste Weltausstellung, die China veranstaltet. Mit mehr als 240 Teilnehmern, einem Budget von über drei Milliarden Euro und erwarteten 70 Millionen Besuchern ist es die größte Expo aller Zeiten.

Kategorie: Tagesaktuelles

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