Zwischen Architektur und Mensch

20. August 2015 Mehr

 

Mit sechs Fakultäten, über 200 Studiengängen und mehr als 40.000 Studenten zählt die Universität Kopenhagen zu den größten Forschungs- und Bildungsinstitutionen Skandinaviens und als eines der führenden Architekturbüros Dänemarks zeichnen Arkitema Architects für eine Vielzahl anspruchsvoller Projekte verantwortlich, darunter auch der 2013 fertiggestellte Erweiterungsbau KUA 2 dieser Universität.

 

 

Mit der Installation eines großformatigen Medienscreens an der Stirnseite eines der vier charakteristischen Blöcke wurde nun der Anspruch der Universität, eine dynamische und offene Studienumgebung zu schaffen, neu interpretiert. Das transparente Medienfassadensystem agiert als künstlerische Klammer zwischen den strengen städtebaulichen Strukturen und dem facettenreichen Bildungsverständnis.

Das Gebäude befindet sich im neu errichteten Stadtteil Ørestad (architektur 08/2013) und das Ziel des Entwurfs war es, unter Berücksichtigung anspruchsvoller Nachhaltigkeitsaspekte optimale Arbeitsbedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen und mit den Bedürfnissen der Nutzer in Einklang zu bringen.
In Skandinavien gelten weltweit mit die anspruchsvollsten Anforderungen an die Energieeffizienz. Bis 2025 will Kopenhagen die erste CO2-neutrale Stadt der Welt sein und versteht sich deshalb auch als Vorreiter für Nachhaltigkeit am Bau. 2014 wurde die Stadt dafür von der Europäischen Kommission zur Grünen Hauptstadt Europas ernannt. Mit begrünten Dächern, Solarheizungen und -zellen, optimaler Tageslichtausbeute, natürlicher Belüftung und Regenwassernutzung für die Toilettenspülung in einem Gebäudeteil steht KUA 2 hierfür beispielhaft. So reduzieren die verglasten Fassaden nicht nur die Dominanz des Objektes, sondern erlauben zugleich aus dem ganzen Gebäude einen ungehinderten Blick auf den Campus und das auf der anderen Seite angrenzende Naturschutzgebiet. Dazu tragen auch Sonnenschutzsysteme aus Edelstahlgewebe bei, die den solaren Eintrag reduzieren, ohne die Lichtausbeute oder Sicht zu beeinträchtigen. Auf diese Vorteile setzten die Architekten ein Jahr nach der Fertigstellung des Gebäudeteils erneut mit der Installation eines 90 Quadratmeter großen transparenten Medienfassadensystems aus Metallgewebe. Die gewebte Struktur des Displays gewährt Studenten und Professoren an der Stirnseite des rechten äußeren Blocks freien Ausblick bei unverändert hohem Tageslichteinfall. In das Gewebe eingearbeitete SMD-Zeilen sind vertikal im Abstand von 3,75 Zentimetern, horizontal alle 4,25 Zentimeter mit RGB-SMDs für den Außenbereich bestückt. Diese Konstruktion überzeugt neben ihrer brillanten Farbwiedergabe und Auflösung durch den im Vergleich mit anderen Systemen sehr geringen Stromverbrauch von nur 160 W pro m2.

 

Fotos: GKD

 

Tags:

Kategorie: Nachrichten, News