Gegensätze in Harmonie – Christie´s

12. April 2018 Mehr

Seit 2013 darf Christie’s als erstes europäisches Auktionshaus auch in China handeln. Als Zentrale von Christie’s in Shanghai wurde das Ampire Building, umgesetzt durch die Mailänder Architekten Vudafieri-Saverino Partners, zu einem repräsentativen Treffpunkt für Kenner und Sammler.

 

Christies Ampire Building

 

Das Ampire Building ist ein – dem bereits im Jahre 1766 liegenden Ursprung von Christie’s durchaus entsprechendes – um 1900 von britischen Architekten im Kolonialstil errichtetes Gebäude. Es liegt in der exklusiven Fußgängerzone der Yuanmingyuan Straße, mitten in einem der ältesten und elegantesten Viertel von Shanghai und bietet gleichzeitig einen faszinierenden Ausblick auf die futuristisch anmutende Skyline der Stadt. Somit könnte der Standort für das britische Auktionshaus kaum besser gewählt sein, denn – zum einen verwurzelt in europäische Tradition und Geschichte, blickt es zum anderen, ähnlich wie Christie’s selbst, selbstsicher in die pulsierende Zukunft der asiatischen Metropole.
Inspiriert von diesem Zusammentreffen westlicher Historie und östlicher Moderne gestalteten die Mailänder Architekten auch das Interior Design des Hauses – in enger Zusammenarbeit mit dem französischen, in Shanghai ansässigen, Büro Debelle de Montby (DDM). Entstanden ist so ein heller, multifunktionaler Raum auf zwei der insgesamt drei Ebenen des Hauses und mit insgesamt nahezu tausend Quadratmetern Fläche.
Im unteren Stockwerk befinden sich die Lobby, die Bibliothek und der Bürotrakt. Darüber ist die Zentrale des Auktionshauses inklusive einer großzügigen Ausstellungsfläche untergebracht. Hier werden die Sammlung und das Auktionsgeschehen verwaltet. Aber auch Treffen zwischen Kunstkennern und -sammlern werden gefördert – durch Ausstellungen, Privatverkäufe, Konferenzen und weitere Events.

 

Christies

 

Die Räume für diese Anforderungen sind von Eleganz und harmonischen Formen geprägt. Weiße, von Stuckaturen akzentuierte Wände, Holzböden und maßgefertigte Möbel, die an chinesische Traditionen anknüpfen, sowie modernes Lichtdesign aus Italien bilden den Rahmen.
Der imposante, zentrale Stiegenaufgang wurde rot gestrichen – in Anlehnung an das Logo von Christie’s, wohl aber auch als Referenz an die traditionelle chinesische Farbgebung. Zusätzlich verbindet aber auch eine weitere Treppe die beiden Stockwerke und deckt so, mehr als die repräsentative Haupttreppe, vor allem die Anforderung an rasche und funktionale Verbindungswege ab.

 

Christies

 

Wie in anderen von Vudafieri-Saverino Partners entworfenen Arbeitsräumen nimmt das Thema Lebensqualität eine zentrale Rolle beim Planungsansatz ein. Ausgangspunkt ist dabei immer eine aufmerksame Analyse des Standortes, seiner charakteristischen Identität sowie der jeweiligen Anforderungen seiner Nutzer. Ziel ist schließlich nicht nur ein repräsentatives sondern auch ein komfortables Ambiente, das Produktivität, Qualität und Ästhetik gleichermaßen steigert. Bei diesem besonderen Projekt ging es jedoch nicht nur um die Bedürfnisse der Nutzer vor Ort. Schließlich ist Christie`s als weltweit größtes Auktionshaus ein bedeutender Signalgeber für den internationalen Kunstmarkt. Hier setzten die Architekten ein deutliches Zeichen für die Harmonie von Historie und Zeitgeist. Gleichzeitig konnte ein repräsentativer Ort für die Stadt geschaffen werden, die sich zunehmend als internationale Kunstmetropole und Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West etabliert.

 

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Fotos:©Courtesy of Christie‘s Images Lt.

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Kategorie: SHOP-ARCHITEKTUR