Verbrauch(er)freundlich – LOOM Bielefeld

1. Februar 2018 Mehr

Zwei Jahre lang wurde auf dem Areal der ehemaligen, in den 70er Jahren errichteten City Passage mitten in der Bielefelder Innenstadt gebaut. Nun öffnete im Oktober 2017 das neue Shopping-Center Loom seine Türen. 110 Shops, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe befinden sich hier auf insgesamt vier Ebenen und 26.000 m2 Verkaufsfläche.

Rund 135 Millionen Euro investierte ECE Real Estate Partners in das Projekt in Bestlage. Laut einer Zählung durch Jones Lang LaSalle weist die Bielefelder Bahnhofstraße die höchste Fußgängerfrequenz aller gelisteten Städte bis 500.000 Einwohnern auf. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst 1,45 Millionen Einwohner. Für Besucher, die mit dem Pkw anreisen, stehen 550 Parkplätze zur Verfügung. Erwähnenswert ist hier das implementierte Parkleitsystem, das die Fahrer schnell zu freien Stellplätzen führt und so nicht nur Stress sondern auch unnötigen Kraftstoffverbrauch und Abgase vermindert.

Nachhaltig nach Lehrbuch
Umweltbewusstsein wird selbstverständlich auch durch einige Stellplätze mit Ladepunkten für E-Fahrzeuge kommuniziert. Nachhaltigkeit ist aber auch in weniger sichtbaren Bereichen erklärtes Ziel des Bauherrn. Auf Initiative der ECE wurde das Forschungsprojekt „Nachhaltiges Shoppingcenter“ ins Leben gerufen und gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Karlsruhe das erste Handbuch zur Entwicklung von Shopping-Centern für „Nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben von Shopping-Centern“ herausgebracht. Wenig später folgte der Ergänzungsband „Nachhaltiges Betreiben von Shopping-Centern“. Die hier definierten Richtlinien flossen natürlich auch soweit möglich in Bau und Betrieb des Loom ein. Zu erwähnen sind hier etwa die Umstellung auf Ökostrom, die Reduzierung von Kosten und Energieverbrauch in den Bereichen Kühlung und Licht und bei letzterem der konsequente Einsatz energiesparender Leuchtmittel und eine tageslicht­abhängige Beleuchtungssteuerung in der Mall. Ein permanentes Monitoring der Stromverbräuche sorgt für die Vermeidung von Lastspitzen und so für eine stetige Energieeinsparung. Verbrauchsabhängige Pumpen und Ventilatoren, hocheffiziente Wärmerückgewinnungssysteme der raumlufttechnischen Anlagen, wassersparende Armaturen und spezielle Kühlanlagen in den Mietbereichen, die Kühlung bei niedrigeren Außentemperaturen ohne zusätzlichen Einsatz von Kältemaschinen ermöglichen, tragen ebenso zum Schutz von Ressourcen und Klima bei.

 

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Heller Sandstein, solide Stahlträger und große Glasfronten lassen das Gebäude modern wirken und greifen zugleich den in Bielefeld verbreiteten Gebäudestil auf.

 

Eine Frage der Lage
Architektur und Design orientieren sich an der Geschichte der Stadt und an der umgebenden Bebauung. Heller Sandstein, solide Stahlträger und große Glasfronten greifen den in Bielefeld verbreiteten Gebäudestil auf und sorgen zugleich für ein modernes und einladendes Erscheinungsbild. Im Innenbereich des Centers, vor allem auch im Food-Court, nehmen viele Designelemente wie Schnittmuster und bedruckte Tische Bezug auf die Geschichte des Grundstücks als Standort der ersten Nähmaschinenfabrik. Auch der Name „Loom“, deutsch Webstuhl, verweist auf die Vergangenheit Bielefelds als Hochburg der Textilindustrie. Eine ellipsenförmige Plaza mit einer Raumhöhe von 32 Metern bis zur Glaskuppel bildet den spektakulären Mittelpunkt im Center. Fließende Stoffe und miteinander verwobene Leinen inspirierten die dynamisch anmutende Innengestaltung.

Foodies & Goodies
Ein Highlight ist die 24 Meter lange Expressrolltreppe, mit der Besucher direkt vom Erdgeschoss in das zweite Obergeschoss gelangen. Hier befindet sich der Food-Court mit unteschiedlichen kulinarischen Konzepten und gemeinsam rund 340 Sitzplätzen. Vier Gastronomieflächen öffnen sich mit Außensitzbereichen zur Fußgängerzone hin und bereichern so die lebendige Atmosphäre in der Innenstadt. Der hohe Flächenanteil für Gastronomie wird auch durch eine TNS-Infratest-Studie zu Shopping-Centern gestützt, die besagt, dass rund 60 Prozent der Besucher die Gastronomieangebote in den Centern nutzen.
Weitere Ansprüche an moderne Einkaufszentren werden erfüllt durch ein digitales 3D-Wegeleitsystem, die In-door-Navigation per Google Maps auf dem Smartphone, die „Easy-to-park“-Card, die im Parkhaus ticketloses Parken und bargeldloses Bezahlen ermöglicht, der „Car Finder“ und die Einzelstellplatz­ anzeige, die den Belegungsstand anzeigt. Kostenloses WLAN auf allen Ebenen, eine Selfie Photo Box, Handyladestationen, hochwertige Lounge-Bereiche sowie eine personell besetzte Kundeninformation komplettieren das Angebot.

 

 

Projekt: Loom Bielefeld, www.loom-bielefeld.de
Bauherr: ECE European Prime Shopping Centre Fund
Planer: ECE Projektmanagement GmbH. & Co. KG
GU: Ed. Züblin AG

Verkaufsfläche: ca. 26.000m²
Baustart: Oktober 2015
Eröffnung: 26. Oktober 2017
Investitionsvolumen: ca. 135 Millionen Euro

 

Fotos: ©Heiko Meyer

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Kategorie: SHOP-ARCHITEKTUR