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Maximarkt Bruck/Glocknerstraße


Maximarkt Bruck / Bilder: © JHP, Maximarkt Maximarkt Bruck / Bilder: © JHP, Maximarkt
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Maximarkt Bruck / Bilder: © JHP, Maximarkt Maximarkt Bruck / Bilder: © JHP, Maximarkt

Maximarkt, ein Tochterunternehmen von Interspar, ist einer von sieben großen Verbrauchermärkten in Oberösterreich und Salzburg. Österreichweit allerdings einzigartig: Der Markt erhielt eine internationale Auszeichnung, den Retail Interiors Award in der Kategorie „Best Food and Supermarket Design of the Year“.

Die beiden Begriffe Design und Supermarkt werden heute nicht unbedingt miteinander verbunden. Analysiert man die Handelsform „Supermarkt“ genauer, ist sie als kommerzielles System zu sehen, das im städtischen wie im ländlichen Bereich in identischer Weise besteht und funktioniert. Der Supermarkt transferiert urbane Mechanismen in die ländliche Infrastruktur, was wiederum zum Verdrängen bestehender, kommerzieller ländlicher Systeme wie dem beinahe antiquarisch anmutenden Greißler führt. Die Veränderung von Ladenkonzepten ist auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen zurückzuführen, entspricht einem momentanen Zeitgeist und ist nicht mehr einfach rückgängig zu machen. Da die Supermärkte mittlerweile prägender Teil des Landschafts- und Stadtbildes sind, sollten sich Designer, Betreiber und Architekten viel mehr die Frage stellen, wie man die altbekannten Bilder und Formen diverser Supermarktketten verbessern und weiterentwickeln kann, um neben kundenorientierter Planung auch regionalen Mehrwert zu schaffen.
Das „Designen“ eines „Super-Supermarktes“ nach diesen Vorgaben ist kein leichtes Unterfangen, denn diese Superlative muss auf psychologischer, werbetechnischer, logistischer und architektonischer Ebene funktionieren und dazu auch noch besser sein als die Konkurrenz.
Dass diese Handelsgeschäfte aber mehr sein können, als Kisten mit Mega-Logos als einzige Zierde, beweist der im Oktober 2003 eröffnete Maximarkt in Bruck/ Glocknerstraße, der im Jänner 2005 von dem „Institute of Store Planners“ zum schönsten Supermarkt der Welt gekürt wurde. Acht Juroren, renommierte und erfahrene Führungskräfte aus den Bereichen Design und Handel, begründeten ihre Entscheidung mit der Homogenität des Designs im Innen- wie im Außenbereich. Das am Sektor Supermarkt neue Ladenkonzept wurde von der anerkannten Londoner Design-Beratungsfirma JHP in Kooperation mit dem Architekturbüros AW, unter der Leitung von Christoph Huber, entwickelt. JHP zeichnet für die Ideenfindung verantwortlich, während AW Architektur aus diesen Ideen und Konzepten Pläne und räumliche, materielle und technische Lösungen generierte. Der 8 Meter hohe Supermarkt erweist sich durch „Instore-Kommunikation“ als durchgängig kundenorientiert. Mittels Grafik und Licht gestaltete man ein Leitsystem, das Kundinnen und Kunden das Finden der Ware erleichtert und dadurch bequeme Orientierung ermöglicht. Beispielsweise sind die für Käse, Wurst und Fleisch gewidmeten Regale mit einer hinterleuchteten Glaswand ausgestattet, auf der je nach Produkt ein abstrahierter Hahn oder eine Kuh aufgebracht ist. Ein weiteres dominantes Element in der Gestaltung der Regal- und Thekensysteme ist die Glaskiesfliese. Diese edlen Fliesen machen die sonst blechern erscheinenden Regale edler als man es in Supermärkten erwarten würde. Weniger luxuriös gibt sich der Fußbodenbelag - allerdings aus sehr pragmatischen Gründen. Anstelle von Feinsteinzeug wählte man eine keramische Fliese, da zu deren überzeugendsten Eigenschaft eine unübertreffliche Haltbarkeit gehört. Falls schwere Pakete oder Waren auf diese Fliesen fallen, zerspringt sie nicht wie Feinsteinzeug das tun würde, und zusätzlich verfärbt sich die keramische Fliese über die Jahre hinweg nicht, was ein Austauschen von einzelnen Fliesen ohne farbliche Verschiedenheit ermöglicht.
Neben Ladendesign-Anforderungen stellte natürlich auch die Haustechnik große Anforderungen an das Geschick der Planer und Techniker. Die komplexe Haustechnik des Maximarktes führte man in gebündelter Form aus. Das bedeutet, dass die aus einem Stahlfachwerk bestehende Primärkonstruktion die unterschiedlichsten Leitungen führt und lediglich die Beleuchtungsebene als letzte Ebene für den Betrachter sichtbar ist. Licht ist auch wichtiges Thema im Selbstbedienungsrestaurant des Marktes. Eine Glasfassade dominiert die Erscheinung des Gastraumes und fungiert als direkte Verbindung zur imposanten Bergwelt der Umgebung. Die Formen der Berge wirkten als Inspiration für die Gestaltung des Restaurants, weswegen in diesem Bereich der Gaumenfreuden eine in Einzelbahnen gegliederte, wellenförmige Zwischendecke schwebt. Sensibel und intelligent gibt sich hier nicht nur die Gestaltung des Gastraumes sondern auch das Marketing-Konzept. Im Gegensatz zu üblichen Supermarktrestaurants ist das maxi.restaurant als eigenständige Anlage eingerichtet, wodurch der Betrieb auch außerhalb der Supermarkt-Geschäftszeiten gewährleistet ist.
Der Maximarkt stellt auf verschiedenen Ebenen ein dominierendes Exempel für alle kommenden Märkte in Österreich dar. Die Schaffung eines grafisch, architektonisch und logistisch überzeugenden Marktes dürfte nachhaltig auf die direkte Umgebung wie die internationale Designwelt wirken.

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Maximarkt Bruck

Bruck an der Glocknerstraße, A-5671 Bruck

Bauherr: Maximarkt Handels Gesellschaft m.b.H.
Planung Maximarkt Innenraum: AW Architekten, Christoph Huber
Konzept: JHP-Design, London
Bauleitung: Josef M. Weiss
Fotos: © JHP, Maximarkt
Text: Sandra Knöbl

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