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„Wareninszenierung


Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller
Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller
Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof / Bilder: © Lukas Schaller

Generell wird die Wiedererkennbarkeit einer Marke über ihre Gleichförmigkeit erreicht. Das traditionelle Tiroler Lebensmittel-Unternehmen „MPREIS“ geht einen gänzlich anderen Weg: Als Markenzeichen wird auf gekonnte Weise die Vielfalt der architektonischen Formensprache eingesetzt, jeder Markt ist für den konkreten Ort erfunden und trotzdem als MPREIS wieder erkennbar.

Davon rückt die von den Innsbrucker Architekten
Rainer Köberl und Michael Steinlechner konzipierte Filiale allein durch ihre strikte Einbindung in einen Gebäudekomplex ab. Die dafür vorgesehene Räumlichkeit befindet sich im Untergeschoß des neu errichteten Innsbrucker Hauptbahnhofes. Der nur 3,15 Meter hohe Raum, bei einem Längenausmaß von rund 62 Metern im Verkaufsraum, war eine Herausforderung. Zudem kam erschwerend hinzu, dass hier kein natürliches Licht vorhanden ist und kein direkter Bezug nach außen stattfinden kann. All diese vorerst als negativ zu bewertenden Rahmenbedingungen sind von den Architekten mit einer gekonnten Inszenierung entsprechend gelöst worden. Mit Hilfe von gezielt eingesetzten Lichtquellen werden die Waren wie einzelne „Kunstobjekte“ dargestellt. Eine abgehängte, schwarz emaillierte Floatglasdecke (VSG 2 x 6 mm) bewirkt die Verdoppelung des Raumes nach oben, die Waren werden vervielfacht, die Raumgröße wird illusorisch erweitert, damit trotz der einschränkenden Bedingungen eine Großzügigkeit entstehen kann. Diese Decke bewirkt, dass die direkt angestrahlten Waren wie in einem schwarzen ruhigen „See“ reflektiert werden und leicht verschwimmen - alles Licht kommt von der Reflexion auf die Waren. Die gesamte Aufmerksamkeit des Kunden wird damit direkt auf das Eigentliche gelenkt. Als einzige „Grundbeleuchtung“ kommen 4 „Lichthöfe“ zum Einsatz. Dies sind Lamellendecken aus weiß beschichteten Spanplatten mit darüber angebrachten Leuchtstofflampen. Sie bewirken eine hellere Raumatmosphäre und damit für das Auge eine merkliche Differenzierung der optischen Eindrücke.

Für eine bessere Sichtbarkeit der Gehflächen wird eine indirekte Beleuchtung auf den Boden entlang der Wareninseln, wie zum Beispiel für Obst und Gemüse, eingesetzt. Der aus drei verschiedenen Rottönen gemischte Kunstharzboden bildet den gut erkennbaren Kontrast zu der an sich dunklen Decke. Weiße Vollstahlstützen, die mit einem Brandschutzanstrich versehen sind, werden durch ein „Streiflicht“ in ihrer hellen Signalwirkung unterstützt. Eine Materialvariation hinsichtlich der Farbe und Oberflächenwirkung vollzieht sich bei der Wandverkleidung in Kassennähe, die aus lackierten Birkenkombiplatten (in 1,5 cm Stärke), verdeckt montiert ist.
Betritt man das Geschäft, so befindet sich im Eingangsbereich der „Baguette“-Betrieb, räumlich aufgeteilt in Brotverkauf und Bar. Spiegelflächen an den Wänden lassen den Raum breiter erscheinen, er soll Großzügigkeit für die dort stattfindende stärkere Frequentierung der Kunden vermitteln. Es gibt eine „Stehbar“ direkt am Eingang, die auch dem Vorbeieilenden eine kurze Snackpause ermöglicht, sowie gemütliche Sitzkojen zum längeren Verweilen. So ist auch das Licht den Stimmungen angepasst. Während der Eingang hell beleuchtet wird, ist der Übergangsbereich hin zum Markt in dämmriges Zwielicht getaucht. Beim Eintritt in das eigentliche Geschäft setzt sich das spannende Spiel aus Licht, bunter Warenangebote und reflektierender Begrenzungsflächen fort. Um die gesamte Tiefe der 1.200 m2 großen Verkaufsfläche bereits vom Eingang aus erlebbar zu machen, wurde die Regalstellung entsprechend gewählt. Die so entstandene Überschaubarkeit ermöglicht auch eine gewisse Schnelligkeit bei der Erledigung der Einkäufe. Und an welchem Ort wären diese inszenierten Rahmenbedingungen geeigneter als an einem Bahnhof, wo das Warten und Eilen gleichermaßen stattfindet.

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Lebensmittelmarkt MPREIS, Innsbruck Hauptbahnhof

Südtiroler Platz 5, A-6020 Innsbruck

Bauherr: MPREIS Warenvertriebs G.m.b.H.
Planung: Rainer Köberl, Michael Steinlechner
Nutzfläche: 1.244m²
Umbauter Raum: 5.015m³
Bauzeit: 3 1/2 Monate
Fertigstellung: Jänner 2004
Fotos: © Lukas Schaller
Text: Michaela Haller

Ausstattung:

Lichtplanung u. Ausführung: HALOTECH LICHTFABRIK G.m.b.H.
Möbelausstattung im „Baguette“: KILGA G.m.b.H.

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