Ein kleines Raumwunder
Bei der Badgestaltung in einem Wiener Gründerzeitbau loten Architekten und Steinmetze das technisch Machbare aus. Der Wunsch der Bauherren war ein Bad, das auf kleinstem Raum komfortabel ist und alle Finessen besitzt.

Auch wenn die nur wenige Quadratmeter große Raumhülle wenig Spielraum bietet, müssen die Auftraggeber des Bades auf nichts verzichten. In dem beinahe so hohen wie langen Raum wurden eine freistehende Badewanne, eine Dusche und ein Waschtisch mit viel Stauraum realisiert.

Das architektonische Konzept vom Büro Edelmüller macht sich die gegebene Enge zunutze, indem es das Thema Bad mit der Anmutung einer Steinhöhle verbindet. Boden, Wände, Mobiliar und sogar die Decke sind aus dichtem Kalkstein realisiert. Als wäre eine nahezu fugenlose Dusche nicht schon genug Aufwand, schalteten Architekten und Steintechniker mit schrägen Laibungen, gekrümmten Fensterbänken und der Wannenabdeckung noch einen Gang höher. Die ringförmige Abdeckung ist aus einem Stück gefräst, die vordere und rückwärtige Blende ebenfalls. Das Versetzen des fragilen Werkstücks auf so beengtem Raum war eine besondere Herausforderung. Für die sichere Verankerung der Bekleidungsplatten an Wänden und Decke sorgen Halfen-Edelstahlanker.
Privatbad, Wien
Architektur: Edelmueller | Architektur | Management ZT GmbH, 1040 Wien
Fertigstellung: 2022
Naturstein: Plano Kalkstein, hellbeige, satiniert, Kroatien. Materialstärken 3+ cm.
Natursteinarbeiten: Wolfgang Ecker Gesellschaft m.b.H.
Badener Straße 25, 2514 Traiskirchen
Fotos: Richard Watzke
Kategorie: Allgemein








