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architektur Ausgabe 02/2014

gebäudetechnik Schallminimierung sorgt für soziale Nachhaltigkeit Ein- und ablaufendes Wasser erzeugt Schwingungen in Rohrleitungen, die durch Wände, Fußböden und Decken in angrenzende Räume weitergeleitet werden können und dort als Luftschall hörbar werden. Der Mensch hat in seinen vier Wänden einen rechtlich begründeten Anspruch auf Ruhe. So sind z. B. die Lautstärken in den Wasserrohren und der WC-Geräusche gesetzlich geregelt und müssen bereits in der Bau- und Modernisierungsphase beachtet werden. Die Hersteller der Initiative Blue Responsibility 30 entwickeln passende Lösungen, die über die Normen hinaus zum Schallschutz beitragen und somit das Komfort- und Qualitätsniveau des Wohnraums maßgeblich gestalten. Führende Sanitärhersteller wie z. B. Geberit, Viega oder Mepa bieten schalltechnisch optimierte Installationssysteme an. Die Sanitärinstallation sollte an keiner Stelle direkten Kontakt zu dem Bauwerk haben. Selbst kleine Körperschallbrücken können eine erhebliche Erhöhung des Installationsschallpegels um mehrere Dezibel bewirken. Dies gilt neben Rohren auch für Sanitärobjekte wie WCs, Waschtische und Wannen. Wurde vor Kurzem die Sanitärinstallation noch direkt in der Wand montiert, sind inzwischen aus Schallschutzgründen Vorwandinstallationssysteme in Trockenbauweise im Einsatz. Als besonders empfindlich gelten Bade- und Duschwannen. Hier muss der Installateur Präzisionsarbeit leisten. Hilfsmittel für den Einbau von Dusch- und Badewannen sind z. B. verstellbare Wannenfüße mit Anti- Dreh- und Schallschutzsystem (ADS), die eine schnelle, exakte und millimetergenaue Justierung der Wannen ermöglichen. Bei der Ausführung bodengleicher Duschen ist der Einsatz eines Trittschallsystems von besonderer Bedeutung. Am geräuschärmsten sind Duschelemente, die den Ablauf in die Wand verlegen, um die Trittschalldämmung nicht zu unterbrechen. Von Wannenprofilen über Schalldämmbänder bis zu Anti-Dröhnmatten gibt es ein großes Portfolio an Zubehör, das den Schallschutz verbessert. Besonders montagefreundlich sind Komplettsysteme zur Installation, die Schallschutzprodukte bereits beinhalten. Bei den Abwassersystemen setzt man z. B. robuste mineralstoffverstärkte Abwasserrohre ein. Diese erhöhen das Gewicht der Rohre und Formstücke, wodurch sich Eigenschwingungen reduzieren und der Schall wirksam gedämmt wird. In den Aufprallzonen helfen zusätzliche Schallschutzrippen, die Geräuschentwicklung zu reduzieren. Systemrohrschellen zur Wandbefestigung entkoppeln das System akustisch vom Trägerbaustoff und reduzieren die Schallübertragung. Bauordnungsrechtlich geregelt sind die Anforderungen und die zu erbringenden Nachweise für den Schallschutz durch die DIN 4109/A1. Diese erlaubt für Installationsgeräusche einen Schalldruckpegel von maximal 30 dB(A). Gültigkeit besitzt der Grenzwert allerdings nur für schutzbedürftige Räume in Mehrfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern. Die DIN 4109 nimmt des Weiteren keinen Bezug auf Nutzungsgeräusche wie z. B. Betätigungsgeräusche einer WC-Spülung. Fast alle Sanitärhersteller lassen für ihre Schalldämmelemente akustische Prüfzeugnisse eines neutralen Instituts erstellen, an denen sich Planer und Installateure orientieren können. www.blue-responsibility.net


architektur Ausgabe 02/2014
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