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architektur Ausgabe 02/2014

holzbau Mit Holz hoch hinaus Das Projekt ‚Via Cenni‘ in Mailand besteht aus vier neungeschossigen, je 27 m hohen ‚Holztürmen‘, die von der Tragstruktur bis zum Aufzugschacht aus einem Holzprodukt gefertigt sind. Der neue Wohnkomplex ist das europäische Aushängeschild für sozialen Wohnbau in mehrgeschossiger Holzbauweise - ein echtes Symbol für Nachhaltigkeit. Auf der Gesamtfläche von 17.000 Quadratmetern 64 wurden 124 Wohnungen errichtet und 6.100 Kubikmeter CLT (Cross Laminated Timber) verbaut. Gründe für die Verwendung von CLT liegen unter anderem in der Erdbebensicherheit, der raschen Bauzeit durch Vorfertigung, dem Nachhaltigkeitsaspekt und den guten Dämmeigenschaften. Nach dem Baustart im Januar 2012 konnte bereits nach einem Jahr bei den vier 27 m hohen Wohntürmen die Dachgleiche gefeiert werden. Die enorm rasche Bauweise war neben umweltschonenden Aspekten einer der ausschlaggebenden Gründe für die Wahl des nachwachsenden Baustoffes Holz. Bei der EU-weiten Ausschreibung 2009 wurde das Ziel formuliert, einen sozialen Wohnbau zu gestalten, der modernen ökologischen und ökonomischen Aspekten der Nachhaltigkeit gerecht wird. Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzte der federführende Architekt Fabrizio Rossi Prodi mit seinen Statikern eben auf CLT als tragenden Baustoff. Es wird aus PEFCzertifizierter europäischer Fichte produziert und hat bahnbrechende Eigenschaften: Leichter als Beton oder Ziegel, hat eine hohe Dämmungs- und Isolierwirkung, ein hervorragendes Brandschutzverhalten und ist extrem erdbebensicher. Die Besonderheit dieses Projektes liegt in der konsequenten Verwendung von CLT im gesamten Bau – von Wänden und Decken bis hin zu den Aufzugsschächten. Das Projekt zeigt zudem, dass die Holzbauweise nicht teurer als Ziegel- oder Betonbauweise ist und somit dem Prinzip der Schaffung von leistbarem Wohnraum entspricht. Neben der Leistbarkeit wurde in der Via Cenni aber auch das Prinzip des sozialen Austausches in die Planung miteinbezogen. Als Zentrum für das soziale Leben fungiert der ca. 1000 m2 große Innenpark des Wohnkomplexes, der die Gebäude umschließt. Der Park fungiert ebenso wie die ‚nachwachsenden‘ Holzwohntürme als einprägsames Symbol für gelebte Nachhaltigkeit. Fotos: promolegno


architektur Ausgabe 02/2014
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