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6 architektur FACHMAGAZIN Start Ein anderer Weg zur Architektur Im Stadtarchiv von Klosterneuburg findet man folgende Beschreibung für das Haus Stadtplatz 14, um einen kleinen Eindruck über die architektonischen Qualitäten dieses Juwels zu erhalten: „Dreiachsiges, im Baukern spätgotisches Bürgerhaus mit barocker Fassade des zweiten Viertels des 18. Jahrhunderts und ebensolchen Ausstattungsteilen. Über dem genuteten Erdgeschoss flach gestufte Rahmengliederung, auf dem stark profilierten Giebelfußgesims. Giebel mit stuckierten Voluten und mit Wiener Taschen gedecktes Schopfwalmdach. Die Fenster des Hauptgeschosses sind mehrfach profiliert, umrahmt und gerade verdacht. Die Mittelachse wird durch den hübschen Balkon mit barockem ornamentiertem Schmiedeeisengeländer betont. Die Innenräume sind im Keller- und Erdgeschoss gewölbt, am gedrehten Abgang befinden sich ein spätgotisches Rundbogenportal. Der dreiläufige Aufgang ist mit Flachtonnen gewölbt, über den Podesten mit Kreuzgratgewölben. Aus der Zeit der Fassadierung stammen auch die geschweiften Stuckspiegel des Obergeschosses. Die Einfahrt ist mit Kehlheimerplatten ausgelegt, an der Hoffront ist ein abgemauertes Fenstergewände aus der Zeit um 1600 erhalten.“ Fast jeder Österreicher, der die 80er Jahre und später erlebt hat, kennt die Stimme von Nora Frey aus dem Radio (Ö3-Wecker, Ö3-Freizeichen und Radio Holiday) und später aus dem Fernsehen. Dort moderierte sie unter anderem mehrere Opernbälle. Neben ihrer journalistischen Karriere entdeckte sie schon früh die Liebe zum Renovieren alter Architektur und hat diese Leidenschaft bereits mehrmals ausgelebt. In ihrer Heimatstadt Klosterneuburg erwarb sie dieses (o. e.) historische Haus am Hauptplatz, renovierte es und eröffnete darin das „Frey“. Doch das Gebäude, das erstmals 1339 erwähnt wurde, hatte so einige Überraschungen für sie parat. Diesen begegnete sie mit historischen Baumaterialien wie Sumpfkalk, Trass, Marmormehl, Naturpigmenten, alten Ziegeln, altem Holz und Gitterteilen etc. – die sie von Baudeponien holte. architektur traf sie vor Ort in ihrem Lokal und fragte nach: Text & Fotos: Peter Reischer


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