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24 architektur FACHMAGAZIN architekturszene Braucht Wien einen Universitätscampus mit Prestige? Neben der Seestadt Aspern im Osten Wiens und dem Hauptbahnhof in Favoriten gilt der neue Campus der Wirtschaftsuniversität Wien in Leopoldstadt als eines der umfangreichsten Projekte der Bundeshauptstadt. Die parkartige Installation, die nach dem Vorbild angelsächsischer Bildungsstrukturen realisiert wurde, kostete Mit der Übersiedelung der Wirtschaftsuniversität Wien an den neuen Standort Leopoldstadt entstand der erste große Universitätscampus der Stadt. Auf insgesamt 90.000 m² wurden fünf neue Gebäude aus der Hand bekannter Unternehmen wie Zaha Hadid Architects, Estudio Carme Pinos, BUSarchitektur, CRABstudio, NO.MAD Arquitectos und Atelier Hitoshi Abe errichtet. Kennzeichnend für das Areal sind zudem die weiten asphaltierten Flächen. Grünraum sucht der Passant derzeit allerdings vergebens. Die Architektur und ihr Einfluss auf die Lernfähigkeit Studien ergaben, dass das architektonische Design einer Bildungseinrichtung nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Lernfähigkeit der Studenten beeinflusst. Studenten verbringen im Durchschnitt 12,5 Stunden pro Woche in Lehrveranstaltungen. Auch gelernt wird oftmals in universitären Einrichtungen. Für den Erfolg nimmt unter anderem das Wohlbefinden einen wichtigen Stellenwert ein. Dabei ist die Gestaltung des jeweiligen Gebäudes von großer Bedeutung. Mithilfe eines lernfördernden Entwurfs kann im Idealfall sogar die Studienzeit verkürzt werden – „wer sich wohler fühlt, leistet auch mehr“, bestätigt Architekturpsychologin Rotraut Walden. Unter anderem waren diese Überlegungen Motivation für den Standortwechsel der Wiener Wirtschaftsuniversität. Ursprünglich war die WU Wien in einem Glaspalast in Spittelau beheimatet. Das 1978 erbaute Gebäude im 9. Wiener Gemeindebezirk blieb weniger als 25 Jahre in Betrieb. Text: Dolores Stuttner Bereits 2005 gab es Pläne, den Hauptsitz der Universität zu verlegen. Kritisiert wurde am alten Standort neben der verwinkelten, unübersichtlichen Struktur vor allem der Mangel an geeigneten Lernplätzen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens verhalf schließlich ein europaweiter Wettbewerb, der 2008 ausgeschrieben wurde. Das Ergebnis war der Campus WU im 2. Wiener Gemeindebezirk. Beim Entwurf des Projekts wurden nicht nur Experten, sondern auch die Meinungen der Studierenden berücksichtigt. Dadurch konnte ein Komplex entstehen, der mit einer hellen Innenraumgestaltung sowie durch großzügig angelegte Lernplätze in den Gebäuden punktet. Im Gegensatz zum alten Gebäudekomplex Spittelau bietet der viel gelobte WU-Campus also eine stark verbesserte Außen- und Innenraumgestaltung; perfekt ist das Projekt deshalb aber noch lange nicht. Studentische Grätzel als Identität für die Stadt Im Vergleich zum angelsächsischen Raum nehmen Hochschulen als architektonische Gebilde in Wien einen eher untergeordneten Stellenwert ein. Etliche historisch gewachsene Einrichtungen sind in Form unscheinbarer Gebäude über die Stadt verteilt und verfügen somit nicht über einen klassischen Campus. Als Beispiel ist hier die Universität Wien, welche die älteste Hochschule des Landes darstellt, zu erwähnen. Zwischen den einzelnen Institutsgebäuden vermisst der Besucher ein Studentenviertel mit Lokalitäten und öffentlichen Plätzen mit „Aufenthaltsqualität“. Ortsfremden Personen fragen sich, warum sich im Umkreis wichtiger Bauten wie der so genannten „Hauptuni“ nur wenige Aufenthaltsmöglichkeiten für Studenten befinden. Eine Begründung für diesen Trend Wien nicht weniger als 500 Millionen Euro. © Gugerel


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