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27 www.architektur-online.com EXPO 2015 Wie auch immer man das Thema verstehen will oder kann – die gezeigten Beiträge haben damit größtenteils nichts zu tun. Wieder einmal offenbart sich die Egomanie mancher Architekten, die keine Gelegenheit verpassen wollen, ohne sich selbst ein Denkmal zu setzen. Ohne Rücksicht auf das Thema und ohne jegliche Moral und Verantwortung dem brennenden Thema gegenüber schaffen es die Architekturzampanos immer wieder, tolle (Schein)Bilder, die aber das Problem völlig überlagern, zu produzieren: Äußerliches statt innere Werte. Großartig ist auch die Nonchalance mit der die Verantwortlichen der EXPO sich das Generalthema von Coca-Cola, Algida, Unilever und McDonalds und Co als Hauptsponsoren finanzieren lassen. Und trotz Werbeverbotes während der Ausstellung finden die listigen Geschäftemacher hunderte Möglichkeiten um ihre Produkte unter das Volk zu bringen. Die Frage ist, welchen Sinn eine Weltausstellung heutzutage noch macht? Früher hat man sich die Welt mit der EXPO mehr oder weniger ‚nach Hause‘, in das Gastgeberland geholt, die Welt ist ‚zu Besuch‘ gekommen. Heute, im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung sind wir an den diversen Orten schneller, als wir diese Welt zu uns bringen können. Auch wenn die Erlebnisse oft nur ‚virtual reality‘ sind. Die Frage nach der physischen Weltausstellung stellt sich somit eigentlich nicht mehr. Bis auf ein paar authentische ‚Abenteuer‘ (vielleicht im Urlaub) erleben wir nur noch editierte Blicke in die Welt. Der österreichischen Pavillons auf der EXPO Mailand trägt den Titel „BREATHE“. Mit seinem, intellektuell sicherlich fordernden, Beitrag für Luft und Klima setzt er ein sinnlich erlebbares Zeichen im ehemaligen Industrieviertel im Nordwesten der Stadt und kann mit Recht als Lichtblick in dieser voyeuristischen Schau architektonischer Selbstbefriedigung bezeichnet werden. Peter Reischer führte mit dem Mastermind des Projektes, mit Prof. Klaus K. Loenhart vom team.breathe.austria ein sehr interessantes Gespräch über Konzeption, Inhalte und auch Hoffnungen, die sich mit dem Projekt verbinden. Herr Professor Loenhart, was will Österreich mit diesem Projekt aussagen: kulturelle Identität, gesellschaftliche Perspektiven oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit? Es soll sicherlich eine Außendarstellung für das Land Österreich sein. Dafür wird eine Realität - und zwar die Bildhafte - benutzt: Österreich ist grün, Österreich bemüht sich, wir zeigen die großartigen Qualitäten im Tourismus und in der Landschaft. Wie kam es zu dem Thema ‚BREATHE‘? Luft ist etwas, das uns im wörtlichen Sinn


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