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3 www.architektur-online.com Editorial Öffentliche Bauten Zu den öffentlichen Bauten zählen, Kirchen, Theater, Museen, Sportanlagen und viele weitere. Auch Kasernen kann man dazurechnen. Diese (wie auch andere öffentliche Bauten) stehen in größerer Anzahl leer und unbenutzt herum. Warum also dort nicht Flüchtlinge unterbringen? Eine klare Aussage dazu ist von der Politik nicht zu bekommen – Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten werden herumgeschoben. Stattdessen veranstaltet man allwöchentliche Krisengipfel, die zu Bettenbörsen ausarten. Ein bundesweiter Kataster aller leer stehenden, öffentlichen Gebäude könnte Hilfe bieten, scheitert aber am Unverständnis und Unwillen der zuständigen Beamten und Politiker für die Not der Flüchtlinge. Der einzige Nutznießer dieses Versagens ist die populistische Rechte und der Boulevard. Eine große mediale Aufmerksamkeit erfährt auch momentan die EXPO in Mailand, unbeschadet des Vorwurfes einer grandiosen Themenverfehlung der meisten Länder und der nur als Behübschung zu verstehenden Pavillonarchitekturen. Der österreichische Beitrag bildet hier eine löbliche, auch in der internationalen Öffentlichkeit beachtete Ausnahme. Denn er lenkt beim Thema „Feeding the Planet“ zumindest den Blick auf eine unserer wichtigsten Ressourcen – die Luft. Dazu lesen Sie ein ausführliches Interview mit Prof. Architekt Klaus Loenhart vom team.breathe.austria. Als erstes Architekturmagazin in Österreich bringen wir einen ausführlichen Bericht über die neue Philharmonie in Stettin/Polen, sie wurde vor drei Wochen mit dem Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, dem Mies van der Rohe Award 2015, ausgezeichnet. Entworfen von den Architekten Barozzi/ Veiga, ist sie ein Musterbeispiel für öffentlichen Raum, städtebauliche Zusammenhänge und Kultur ohne Handynutzung. Mit einem sehr sensiblen Bereich öffentlicher Bauten und Räume befassten sich die Dan Hanganu + Côté Leahy Cardas Architects bei der Profanisierung und Umwandlung einer ehemaligen Kirche in eine Bibliothek in Kanada. In Shenzhen in China revitalisierte das chinesische Architekturbüro O-office einen ehemaligen Arbeiterwohnbau einer Textilfärberei. Die von Rostflecken und Patina überzogene Stahlbetonarchitektur wurde durch kleine Eingriffe zu einem Jugendhotel verwandelt. Dass gute Architektur auch unterirdisch stattfinden kann, zeigt der Zubau und die Erweiterung zum Liaunig Museum in Kärnten duch querkraft architekten zt gmbh. Vom britischen Designer Thomas Heatherwick stammt der neue Komplex der Gin-Destillerie Bombay Sapphire in Hampshire, England – ein durchaus architektonisch und olfaktorisch interessantes Stück Architektur mit Öffentlichkeitscharakter. Mit den Gebäuden für die Grape EXPO in Yanqing/China, entworfen von Archea Associati aus Italien endet der Projektteil. Im diesem Zusammenhang finden Sie auch ein Interview mit einem der Gründer des Büros, mit Architektin Laura Andreini. Sie war als Jurorin des Brick Awards 2016, bei Wienerberger in Wien und ich unterhielten mich mit ihr über ihre Liebe zur Architektur und Globalisierung. Und für unsere Bürostrecke zeigt Architekt Massimo Mariani – die Bank von Pisa Coverbild: Mieczysław Karłowicz Philharmonic Hall von Barozzi/Veiga © Hufton + Crow Flexible Raumnutzung intelligent gelöst. — Bewegliche – transparente und schall gedämmte – Trennwände und Akustik lösungen für effi ziente und attraktive Raumkonzepte von DORMA Hüppe Austria www.dorma-hueppe.at offi ce@dorma-hueppe.at Tel.: +43 732 60 04 51 und Fornacette in Italien. Sie zeigt eine neue Auffassung von „office space“, die Vermischung von Architektur mit hervorragendem italienischem Design und aufregende Innenräume. Ein Fachthema über Brandschutz, der Magazinteil, die üblichen Kolumnen und die Produkt News ergänzen und vollenden diese Ausgabe zu dessen Lektüre ich Ihnen viel Vergnügen wünsche. Peter Reischer


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