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35 www.architektur-online.com Barozzi/Veiga Wie eine Gruppe weißer Kristalle wächst die Architektur aus dem Stadtboden von Stettin, bei Tag strahlend und in der Nacht leuchtend. Man vermeint in den unregelmäßigen Dach- oder Turmformen eine Analogie zu alten schmalen Stadthäusern – vielleicht in Fachwerk erbaut – zu entdecken, oder die senkrechten Gebäudefugen oder gotische Elemente der Kirchen oder eine Erinnerung an Ladekräne und Masten im Hafen? Oder alles zusammen? Stettin, heute Szczecin genannt, ist die siebtgrößte Stadt der Republik Polen, gelegen an der Mündung der Oder zum Stettiner Haff, einer der größten Seehäfen des Ostseeraumes und drängt seit einigen Jahren mit Macht auf die Landkarte der europäischen Kulturzentren. 2014 wurde hier die Mieczysław Karłowicz Philharmonie eröffnet – sie steht am Platz des alten, im Krieg zerbombten und später abgerissenen Konzerthauses. Im März 2011 erfolgte der erste Spatenstich, dreieinhalb Jahre später war das Haus fertig – alles für 30 Millionen Euro – sollen sich einige Städte daran ein Vorbild nehmen. Entworfen vom spanisch/italienischen Architekturbüro Barozzi/ Veiga aus Barcelona erhielt sie vor einem Monat den „Europäischen Mies van der Rohe Award 2015“ verliehen. Nicht zu Unrecht, denn sie sieht einfach toll aus. Die von dem Architekturbüro Barozzi/Veiga entworfene Philharmonie in Szczecin, Polen wurde mit dem „Mies van der Rohe Award 2015“ ausgezeichnet. Wie ein weißer Kristall, bei Tag strahlend und in der Nacht leuchtend - so stellt sich diese Architektur in der Reihe der europäischen Kulturbauten dar. u


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