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architektur FACHMAGAZIN 36 Öffentliche Bauten Aus der Entfernung hat man den Eindruck, als ob Christo eine Gebäudegruppe mit spitzen Giebeln in weißen Stoff gehüllt hätte. Aus der Nähe ist die weiße Fassade der zusammengestellten kleinen Häuschen undurchschaubar – eine vorgehängte Fassade aus Metall umhüllt die innere Glashaut. Dazwischen befindet sich eine LED-Installation, welche die Architektur in der Dunkelheit zum Leuchten bringt. So wird die Philharmonie in der Wahrnehmung des Betrachters zu einem Lichtobjekt. Wenn man Glück hat, kann man an einem wolkenlosen Tag sogar die Farben Pommerns – Weiß und Blau – in der Architektur entdecken. In der Außenansicht (wie auch in den nebenliegenden Quartieren) dominiert die Vertikalität u und Geometrie der Dachformen. Die äußere Sparsamkeit in der Erscheinung und die Komposition der inneren Erschließungsräume kontrastieren mit der Expressivität der Haupthalle und der Üppigkeit der Konzerthalle mit ihren blattvergoldeten Vertäfelungen. Der große Saal kann 1.000 Besucher aufnehmen, der Saal für Kammermusik immerhin 200, zusätzlich gibt es multifunktionale Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen, ein großes Foyer und Konferenzmöglichkeiten. In Anlehnung an die mitteleuropäische Tradition der klassischen Konzerthallengestaltung wird die Dekoration zu Ornament und Funktion. Der Saal ist nach einer Fibonacci-Sequenz, eine Zahlenreihe, deren Teilung sich mit der Distanz zur Bühne vergrößert, entworfen und gestaltet. Die unregelmäßig aufgebrochenen Wandvertäfelungen sorgen für gute Akustik und das gesamte Volumen ist dermaßen gegen Strahlungen isoliert, dass während einer Konzertveranstaltung garantiert kein Handy klingeln kann und wird.


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