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architektur FACHMAGAZIN 38 Öffentliche Bauten (rp) Die Grundrissgestaltung der Philharmonie ist von einer, den gesamten Block umlaufenden, Raumfolge bestimmt. Hier befinden sich die alle Service- und Nebenräume. Auf der einen Seite bildet sich durch dieses Prinzip der Leerraum für die große Halle und die Kammermusikhalle, andererseits wird so der Kontext zur den umliegenden Bauten hergestellt. Die serielle Modulation der Dächer über den einzelnen Raumsequenzen bildet das zweite expressive Element, das die Integration der Architektur in das fragmentierte, urbane Profil der durch den Weltkrieg stark beschädigten Stadt ermöglicht. So verbindet sich auch die Philharmonie mit ihrer städtischen Umgebung. Die Innenräume werden durch ein künstliches und gleichzeitig sehr komplexes Volumen geprägt – dieses wird mittels durchgehender Wegführung, die all die Funktionen entlang einer öffentlichen ‚Promenade‘ durch die verschiedenen Ebenen des Hauses verbindet, zusammengefasst. Das ganz in Weiß gehaltene Foyer mit seinen Stiegenanlagen, Garderoben, dem Café und der klaren, räumlichen Expressivität ist atemberaubend. Auf jeglichen Firlefanz hat man zugunsten einer eindrucksvollen Gestaltung verzichtet. Ein wahres Lehrstück für gute Architektur, die aus sich heraus wirkt und keine Behübschungen mehr braucht. Der große Saal für ca. 1.000 Besucher ist so gut (schall)isoliert, dass darin garantiert kein Handy während eines Konzertes klingelt und die hervorragende Akustik stört. Das Gebäude verwendet hauptsächlich passive Systeme der Energiegewinnung und -kontrolle. Eine doppelte Fassade verbirgt den Großteil der Installationssysteme, bietet eine grundsätzliche Schallisolierung gegen außen und verhindert durch die natürliche Ventilation eine Überhitzung der Räume. Das LED-System, welches zwischen den beiden Außenhäuten verborgen ist, verwandelt den Körper in einen leuchtenden Kristall mit einem Minimum an Energieaufwand. Die Dächer sind vielschichtig aufgebaut, mit Unterschieden über der Halle und den Nebenräumen, um bestmögliche akustische und thermische Bedingungen zu schaffen.


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