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97 edv Mausklick gibt es perfekte Leistungsbeschreibungen und Baukosten trotz des hohen Software-Leistungsstands nicht. Automatische Massen- und Mengenberechnungen sind nicht immer transparent und nachvollziehbar. Vor allem nachträgliche CAD-Planungsänderungen bereiten oft Probleme, weil diese nicht immer konsequent in der AVA-Mengenermittlung nachvollzogen werden. So manche Planer ermitteln Längen, Flächen, Volumen oder Mengen auch deshalb noch per Dreikantmaßstab und Taschenrechner auf Grundlage ausgedruckter Baueingabepläne. Vor allem grundsätzliche, methodisch bedingte Probleme vereiteln eine reibungslose CAD-AVA-Übergabe: Fehlende Erfahrungen mit Ausschreibungen des CAD-Anwenders etwa oder umgekehrt mangelndes CAD-Wissen des Ausschreibenden. Fehlerfreie Massen setzen sauber strukturierte CAD-Daten voraus, die aus unterschiedlichen Gründen nicht immer vorhanden sind. Häufig muss aus Zeitdruck auch schon ausgeschrieben werden, obwohl wichtige formale oder strukturelle Fragen noch gar nicht geklärt sind. Hinzu kommt die immer noch verbreitete 2D CAD-Planung, die nicht die Möglichkeiten einer modellorientierten Mengenermittlung bietet. Doch selbst wer dreidimensional konstruiert, berücksichtigt nicht automatisch alles, was AVA-relevant ist. Auch ein BIM-Gebäudedatenmodell (BIM, siehe architektur 8/2014: Rationeller planen, bauen und nutzen) ist eine Abstraktion der Realität, die manche Baudetails ausspart. IT-Trends geben neue Impulse Neben dem Trend zur Komplettlösung sind es aktuelle IT-Trends, wie das Mobile und Cloud-Computing, die der betagten AVA-Softwarekategorie neue Anregungen geben. Darunter versteht man die Bereitstellung von Hard-, Soft- und Serviceleistungen per Datennetz, respektive die Datenkommunikation mobiler Rechner mit anderen stationären oder mobilen Computern. Erste AVA-Cloudlösungen gibt es bereits: So bieten beispielsweise Nevaris oder Pallas Professional ohne vorherige lokale Installation einen passwortgeschützten Online Zugriff auf Programmfunktionen und Projektdaten. Das hat viele Vor- (zeit-/ortsunabhängige Verfügbarkeit, automatische Software-Aktualisierungen, nutzungsabhängige Abrechnung etc.), aber auch einige Nachteile. Zwar können Zugangskontrollen und Verschlüsselungsmechanismen den unbefugten Zugriff auf sensible Kunden-, Projekt- und Submissionsdaten erschweren, völlig ausschließen kann man dies aber nicht. Neben der Datensicherheit können vor allem Netzverbindungen zum Problem werden. Datenverbindungen sind nicht immer unterbrechungsfrei und mit der vollen Geschwindigkeit und Qualität verfügbar. Wird AVA-Software täglich genutzt, sollte man deshalb darauf achten, dass sie alternativ auch offline betrieben werden kann. Auch Ausschreibungstexte oder Preise lassen sich online von Drittanbietern oder von Bauprodukt-, respektive AVA-Herstellern abrufen. Vorteil der kostenpflichtig oder kostenfrei herunterladbaren LV-Texte ist deren Vollständigkeit, Aktualität und Normenkonformität. Auch Apps für Google Android- oder Apple iOS-Smartphones und Tablet-PCs gibt es schon: so ersparen beispielsweise GAEB- bzw. LV-Viewer das Herumschleppen dicker Order. Vorteile bietet das Internet auch beim digitalen Austausch von Ausschreibungsdaten und der E-Vergabe. Im Angebotsverfahren lassen sich Zeit und Kosten einsparen, weil sich der Ausdruck, Postweg, die erneute Eingabe beim Bieter oder die Angebotsnachrechnung erübrigen, respektive vereinfachen. Bietermodule ermöglichen auch Bietern, die über keine Kalkulationssoftware verfügen, ein Angebot online abzugeben. Auch der Austausch von Ausschreibungsdaten und die elektronische Vergabe von Bauleistungen Die Zusammenstellung von LV-Texten wird durch Funktionen und Automatismen bechleunigt ©ABIS Softwareentwicklung Der automatische Bietervergleich gehört zu einem der vielen Vorteile von AVA-Programmen ©Nemetschek/AUER Auch Ausschreibungstexte von Drittanbietern oder von Bauproduktherstellern lassen sich komfortabel einfügen ©ib-data Immer wichtiger wird das Änderungs- und Kostenmanagement ©Software SIDOUN GmbH


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