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www.architektur-online.com Holz 43 Einen ganz anderen Zugang zum Material Holz wählt Architekt Fabio Gramazio bei seinen Lehrveranstaltungen an der ETH Zürich. Er hat den Begriff der digitalen Materialisierung kreiert. Alles, das ein Roboter erzeugt, hat im Menschen und den von ihm vordefinierten Parametern (bei der Programmierung) seinen Ursprung. Also sieht er den Computer, den Industrieroboter, als eine Erweiterung unseres menschlichen Handlungsspielraumes. Wörtlich formuliert er das folgendermaßen: „Es gibt den deutschen Begriff der Selbstverständlichkeit, er lässt sich sehr schwer ins Englische übersetzen. Wenn etwas selbstverständlich ist, ist die Frage nach dem ‚warum‘ obsolet. Wenn ich mit dem Industrieroboter die Wand mit den gedrehten Holzklötzen aufbaue, ist das eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich das von Hand mache – ist es ein Blödsinn.“ So wurde zum Beispiel in einer der Semesterarbeiten seiner Studierenden die additive Fabrikation von akustisch wirksamen Oberflächen aus Holz untersucht. Hierzu entwickelten sie ihre Entwürfe über Strategien für die roboterbasierte Aggregation eines generischen, seriell produzierten, aber hochartikulierten Grundmoduls. Der anschließende Fabrikationsprozess mit dem Roboter ermöglichte eine effiziente Umsetzung und die systematisierte Kontrolle und Manipulation der akustischen und ästhetischen Eigenschaften der so fabrizierten Holzflächen. In hochkomplexen, programmierten Systemen bestehen vielfältige Abhängigkeiten zwischen den Einzelteilen, sodass zum Beispiel Öffnungen nur mit großem Aufwand nachträglich integriert werden können. Die Aufgabe war nun die Entwicklung eines Laibungssystems als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Wandelements. Gleichzeitig durften die konstruktiven Anforderungen an eine Außenwand nicht vernachlässigt werden. Insbesondere wurden der Witterungsschutz und das Verhältnis von Tragwerk zu Gebäudehülle untersucht. Die Regeln für das Zusammenspiel der Einzelelemente wurden in algorithmische Entwurfswerkzeuge übertragen, die es erlauben, das gestalterische Potenzial der Verbindung von digitaler Fabrikation und traditionellem Handwerkswissen auszuloten. DIE GEMEINSCHAFTSMARKE ” ALU-FENSTER IST TOP IM OBJEKT- UND WOHNBAU.” Gerda Maria Gerner gerner°gerner plus architektur SIC | HER | HEIT Die neue BauherrenSicherheit . alufenster.at © Gramazio Kohler Research © Gramazio Kohler Research © Gramazio Kohler Research


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