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architektur FACHMAGAZIN 58 Innovative Technik & Systeme (rp) Das Projekt vertraut auf und zeigt auch die vielen verschiedenen Anwendungs- und Verarbeitungsmethoden des Betons. Die Hauptsilos und der vertikale Erschließungsturm wurden mittels Gleitschalungen gegossen. Das stellt eine sichere, sehr stabile Arbeitsmethode dar. Die Arbeitsplattform hob sich um 2,5 Zentimeter pro Stunde, drei Wochen lang, Tag und Nacht. Während des ganzen Februars und zwei Wochen im März 2013 waren durchschnittlich 15 Arbeiter auf der Plattform beschäftigt. Die Hüllen für die horizontalen Silos wurden vorfabriziert, mit Lastwägen angeliefert, mit Kränen versetzt und in nicht mehr als 24 Stunden pro Einheit, fertiggestellt. Bei den Büros und der Qualitätskontrolle genügten die Öffnungen an den beiden Enden des Zylinders nicht für einen ausreichenden Lichteinfall an allen Arbeitsplätzen. Die zusätzlichen Lichtöffnungen in der Außenhülle mussten groß genug für die benötigte Lichtmenge und klein genug sein, um den Eindruck der Massivität nicht zu stören. Die polygonen Formen, die man für sie wählte, beziehen ihre Referenz aus zwei Motiven: den Steinen, die zum Zerkleinern des Zements verwendet werden und die Form der Gesteinsbrocken insgesamt. Die Herstellung der polygonalen Aluminiumfenster war eine Herausforderung. Zum einen musste die Form an die gebogene Geometrie der Zylinder angepasst werden – das ließ sich durch die entsprechenden 3D Programme in der Planung bewerkstelligen – zum anderen musste die Profilierung der Fenster absolute Wasserdichtheit und Entwässerung gewährleisten und den gesetzlichen Standards entsprechen. Der vertikale Stiegen- und Liftturm ist das auffallendste Objekt der Gesamtanlage. Da er nur fünf Meter von der verkehrsreichen Périphérique entfernt aufragt, fungiert er als Signal, als Landmark für die Baustofffirma. Die Gestaltung der Öffnungen ist ähnlich dem Büro- und Kontrollgebäude, nur sind die polygonalen Öffnungen hier mit einem einfachen, rostfreien Metallgitter verschlossen. Die ‚Fenster‘ vergrößern sich entsprechend der Höhenentwicklung des Turmes, eine Entmaterialisierung wird so als Kontrast zu den beiden Silos im Hintergrund erzielt. Durch die Öffnungen an den Enden der Röhre und zusätzliche polygone ‚Fenster‘ in den Wänden erhalten die Arbeitsbereiche genügend Tageslicht.


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