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59 www.architektur-online.com Nachhaltigkeit Mit Holz in die Höhe Als nachhaltiger Baustoff ist Holz bereits bekannt. Allen Vorurteilen zum Trotz wird er im Hochhausbau immer mehr verwendet. HAUT, ein 21 Stock hoher Holzbau in Amsterdam, soll einer der höchsten Holztürme der Welt werden. Die Architektur wird von Team V Architecture entworfen und mit dem Bau will man 2017 beginnen. Die Verwendung von Holz im Hochhausbau ist ein wichtiger Schritt zu karbonneutralen Städten. In den kreuzweise verleimten Holzplatten dieses Skyscrapers sind allein mehr als drei Millionen Kilo CO2 gespeichert. Noch höher hinauf wollen die C.F. Møller Architects mit 34 Geschossen in Stockholm. Bei diesem Projekt setzt man auf Vollholz und CLT-Teile, an der Außenseite befinden sich Wintergärten, die mit Glasscheiben geschützt, als thermische Barriere wirken. Diese – aus einem Wettbewerb 2013 als Sieger hervorgegangene - Architektur soll bis 2023 realisiert werden. Bei solchen Höhenflügen darf natürlich London nicht nachstehen. Hier sollen Holzhochhäuser die Skyline nachhaltig verändern. 80 Geschosse und 300 Meter hoch soll der Bau werden, wünscht sich Bürgermeister Boris Johnson. Deshalb arbeiten Forscher der Cambridge University zusammen mit PLP architecture und Ingenieuren von Smith and Wallwork an einer Studie für die Entwicklung von Holzhochbauten in London. Ein Kriterium der Entscheidung für Holz als Material für die städtische Nachverdichtung ist seine größere Akzeptanz unter den Menschen, im Vergleich zu Glas, Stahl und Beton. Auch in Österreich ist man mit dem HoHo und rund 84 Metern Bauhöhe gut im Rennen. Auf rund 4.000 m2 Grundstücksfläche soll bis 2018 in „aspern - Die Seestadt Wiens“ ein 84 Meter hohes Hochhaus in Hybridbauweise entstehen. Das HoHo genannte Holzhochhaus, geplant vom Architekturbüros Rüdiger Lainer + Partner ZT GmbH, steht auf einem von insgesamt vier Baufeldern, die der Investor Günter Kerbler in der Seestadt Aspern hält. Bei 24 Geschossen sind die Anforderungen hinsichtlich effizienter Nutzung, Brandschutz und Tragwerksplanung besonders brisant. Das bewusst einfache Bausystem verwendet die Stapelung von vier vorgefertigten, seriellen Bauelementen: Stützen, Unterzug, Deckenplatten und Fassadenelemente. An die tragenden Gebäudekerne aus Stahlbeton werden die Grundflächen aus Holzverbunddecken angelagert, die auf Holzstützen in der abschließenden Fassadenschicht aufgelagert sind. Die Stützen wiederum bilden mit den ebenfalls vorgefertigten Außenwandmodulen aus Massivholz und der „erdigen“, mineralischen Sandwichschale als Fassadenoberfläche ein gemeinsames Montageelement. © Team V Architectuur © C.F. Møller Architects & DinellJohansson © PLP architecture © RLP Rüdiger Lainer + Partner


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