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92 architektur FACHMAGAZIN Licht Energiesparen Von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz Umwelt geht uns alle an – unter diesem Aspekt stellen uns zahlreiche Regulative vor die Aufgabe, energiesparende Lösungen zu forcieren. Dazu gehören Energieausweise für Gebäude genauso wie ein Glühlampenverbot. Ob man bei Letzterem nicht besser durch Aufklärung und eine gewisse Eigenverantwortung des Konsumenten ein weit besseres Ergebnis erzielt hätte, sei in den Raum gestellt. Wozu aber dies geführt hat, ist, dass neue Technologien riesige Entwicklungsschritte in kurzer Zeit gemacht haben. Die mittlerweile allseits verbreitete LED-Technologie hat den Lichtmarkt im Flug erobert. Aber auch andere hocheffiziente Technologien befinden sich in Entwicklung. So bleibt abzuwarten, wie sich die organischen LED‘s weiterentwickeln. In der Displaybeleuchtung finden sie ja bereits ein großes Einsatzgebiet. Text: Ferencsin Lichtdesign - DI Gunther Ferencsin Fotos: DM - Peter Fröhlich, Grafik - zumtobel, Dom Eisenstadt - Ferencsin Im Zuge einer Lichtplanung – und das betrifft sowohl öffentliche Bereiche, Museen, Hotels oder Shops als auch Privatbereiche – kommt man mittlerweile an der LED nicht mehr vorbei. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: Hohe Effizienz (mittlerweile über 100 Lumen/Watt im System), ihre Dimmbarkeit, die lange Lebensdauer, die Wahlmöglichkeit der Farbtemperatur und gesättigte Farben. Doch die Vielzahl der Möglichkeiten eröffnet auch ein breites Feld für potenzielle Fehler – angefangen von schlechtem Binning, schlechtem Thermomanagement (was unweigerlich zu einer kurzen Lebensdauer führt), einem möglichen Flimmern und Ähnlichem. Hier gehört also sehr genau geprüft, welche Produkte zum Einsatz kommen. Um Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen ist es wichtig, die Beleuchtungsanlage frühestmöglich in den Entwurfs- und Planungsprozess einfließen zu lassen. Auf diese Weise ist es möglich, das Licht bestmöglich in die Architektur zu integrieren und somit die Basis für eine effiziente Beleuchtungsanlage zu schaffen. Objektnahe Beleuchtung und gute Optiken sind wohl die ersten Schlüssel für optimale wirtschaftliche Lösungen. So sind z. B. in Shops Regalbeleuchtungen aus dem darüberliegenden Regalboden durch die Nähe der zu beleuchtenden Produkte sehr effizient. Allerdings ist der Installationsaufwand hier ein höherer. Bei guten Optiken und den passenden Ausstrahlwinkeln kann man dieselben Ergebnisse erzielen – man denke nur an eine Kirchenbeleuchtung. Jetzt, wo der Herbst Einzug hält und die Abende nebeliger werden, erkennt man unverhüllt, ob eine Kirchenbeleuchtung die zu beleuchtenden Bereiche gut inszeniert, oder ob ein Großteil des Lichtes am Turm und am Gebäude vorbeileuchtet. Mit exakten Lichtoptiken ist man hier natürlich weit energieeffizienter unterwegs, da die gesamte für die Beleuchtung eingesetzte Energie auch ihr Ziel erreicht. Allerdings ist hier die gute Einstellung der Lichtanlage das „Um und Auf“. Eine weitere, aber bislang oft zu wenig betrachtete Möglichkeit zum Energiesparen ist die Steuerung der Lichtanlage. Das Dimmen, um verschiedene Lichtstimmungen zu erzielen, kennen und nutzen wir wohl alle. Aber eine Steuerung – und hier sind vor allem Büros, Lagerstätten, Museen, Shops, also Objekte mit langer Nutzungsdauer gemeint – kann hier durch Präsenzdetektion und eine Tageslichtsteuerung wohl die meiste Energie einsparen.


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