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29 www.architektur-online.com architekturszene tikale Wald stammt aus der Hand des Architekten Stefano Boeri und gilt wegen der ausgeklügelten und gleichzeitig innovativen Umsetzung der Fassadenbegrünung als Vorzeigeprojekt – nicht umsonst wurde das Projekt mit dem Hochhauspreis 2014 ausgezeichnet. Auf 8.900 m² Terrassenflächen werden bis zu 20.000 Pflanzenarten sowie an die 800 Bäume wachsen. Zusätzlich sollen die jeweils 119 und 87 Meter hohen Bauwerke ihre Bewohner durch Fotovoltaikanlagen mit Strom versorgen. Wien hat Aufholbedarf Was die Umsetzung von Green Walls betrifft, hinkt Wien im internationalen Vergleich leider hinterher. Trotz ihrer Vorteile für das Stadtklima sind Bepflanzungen auf Hausmauern in Wien auch heute nur vereinzelt anzutreffen. Selbst bei Prestigeprojekten und kostspieligen Neubauten wird über den Nutzen der begrünten Fassaden scheinbar gekonnt hinweggesehen – von der Realisierung eines nachhaltigen Hochhauskonzeptes im Ausmaß des Mailänder Projekts ist die Stadt somit noch weit entfernt. Doch auch in gründerzeitlichen Vierteln der Hauptstadt fällt die Wandgestaltung noch immer karg aus. Dabei besteht gerade in den engen Gassen der inneren Bezirke erhöhter Bedarf nach vertikalem Grünraum. Mittlerweile hat sich Wien dazu bereit erklärt, zumindest die Umsetzung kleinerer Maßnahmen finanziell zu unterstützen. Mit einer solchen Förderung soll ein Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht werden. Derzeit ist jedoch fraglich, ob mit dieser neuen Regelung tatsächlich eine bedeutende Veränderung bewirkt werden kann. Denn die Unterstützung richtet sich in erster Linie an Privatpersonen. Ein entsprechender Anreiz für Investoren und Planer wird dadurch nicht geschaffen. Darum schrecken Planer vor der Green Wall zurück Viele Architekten verzichten natürlich nicht ohne Grund auf die Einplanung vertikaler Bepflanzung. Dadurch ersparen sie sich nämlich Ausgaben für die Arbeit des Landschaftsplaners. Sowohl bei privaten Investoren wie auch der öffentlichen Hand lautet – bezüglich der Umsetzung von Green Walls – die Devise „weniger ist mehr“. Es ist nämlich nicht zu leugnen, dass der Entwurf einer solchen Wand eines gewissen Aufwands bedarf. Nicht nur Oberfläche und Material müssen für das Anbringen einer Bepflanzung geeignet sein. Es gilt auch, die passende Art des Gewächses zu wählen. Soll eine Green Wall angelegt werden, kommt der Wahl des Untergrundes eine große Bedeutung zu. Gebäudehülle sowie Bausubstanz müssen dabei in einwandfreiem Zustand sein, sodass sie den äußeren Einwirkungen durch Kletterpflanzen standhalten können. Nur auf diese Weise kann eine nachhaltige Lösung für die jeweilige Bausubstanz entwickelt werden. Begrünte Fassaden stellen natürlich keine schnell umsetzbare Lösung dar. Zumeist dauert es mehrere Jahreszeiten, bis sich die Bepflanzung vollständig entwickelt hat. Eine achtlos angelegte Bepflanzung kann eine ohnehin schon triste Fassade noch verwahrloster wirken lassen. In kühleren Regionen sind auch die langen Winter ein Problem. Viele Pflanzenarten halten den tiefen Temperaturen während der kalten Jahreszeit nicht stand. Trotz des erhöhten Planungs- und Pflegeaufwands der Gebäudebepflanzung stellt diese in Großstädten mittlerweile eine Notwendigkeit dar. In diesem Kontext ist insbesondere dem langfristigen Nutzen der Fassadenbegrünung Beachtung zu schenken. Schließlich reguliert die Vegetation nicht nur das Ortsklima, sondern bringt auch finanzielle Vorteile mit sich. Vor allem fassadengebundene Bepflanzungen wirken wie eine zusätzliche Schicht der Wärmedämmung. Dadurch lassen sich Kosten für das Heizen im Winter und die Kühlung im Sommer einsparen. Beispiele wie das Mailänder Projekt „Bosco vertikale“ sowie das „Tree House“ in Singapur machen zudem deutlich, dass sich der erhöhte Planungsaufwand sehr wohl lohnt. Das Errichten von Green Walls und Green Roofs in Großstädten bedeutet nicht nur ein besseres Stadtklima, sondern eben auch eine langfristige Kostenersparnis. Caixa Forum, Madrid © Cillas


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