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3 www.architektur-online.com Editorial Vielleicht die Zukunft? In den internationalen Diskussionen über Wirtschafts- und Finanzmarktstrategien taucht in letzter Zeit immer öfter der Begriff „Degrowth“ auf. Er soll von der Wachstumsobsession und Technikgläubigkeit unserer Gesellschaft zu einer grüneren und sozialeren Lebensweise überleiten. Damit soll aber keineswegs eine Rezession gemeint sein, sondern man geht von der Hypothese aus, dass Wohlstand auch ohne (die nie überprüften und immer wieder blind übernommenen) Schlagworte wie Wirtschaftswachstum oder Produktionssteigerung möglich ist. In Anlehnung an diese Denkweise sind auch die Beispiele der „Intelligenten Fassaden“ in dieser Ausgabe keine Hightech-Kunststücke, sondern eher einfache, „bodenständige“ Lösungen. Anagram Architects in New Delhi haben ein „digitales“ Gebäude für eine Werbeagentur errichtet und dabei die einfache, analoge Auflösung des Entwurfes gewählt: Die kleinen Kreise, die das Muster des Firmenlogos in der Fassade darstellen, sind auf senkrechten Achsen drehbar und durch Wind und Luftzug wird so das Logo immer wieder sichtbar. Auf einem kleinen Grundstück im Gangnam Viertel von Seoul entwarfen die Architekten Chanjoong Kim und Taek Hong von _SYSTEM LAB ein Büro- und Geschäftshaus für ein Modelabel. Die kurvige, amorphe Fassade errichteten sie mittels einer Schalung aus Styroporklötzen. So wurde die arbeitsintensive Schalungstechnik auf ein Minimum reduziert und eine skulpturale Form erzeugt. Das „Museum of Fire“ der OVO Grabczewscy Architekci in Polen benutzt eine Nasslackbeschichtung auf Basis eines fluorverstärkten Co-Polymer auf Kupferpaneelen, um den witterungsbeständigen Eindruck einer – von Flammen züngelnden – Fassade zu gewährleisten. Das Gerichtsgebäude in Salt Lake City von den Architekten Thomas Phifer and Partners, kleidet sich in einen Raster von schattenspendenden Lamellen und beim „Nanshan Cultural- and Sport Centre and Art Museum“ in Shenzhen sind es die akustischen Eigenschaften der inneren Fassaden, die den Bau der ZOBOKI-DEMETER Architects zu einer der interessantesten Architekturen in China machen. Ein ausführlicher Artikel über internationale Fassaden in einfacher, „intelligenter“ Ausführung, weitere Fassadenbeispiele im Magazinteil, Produkt News, die gewohnten Kolumnen und ein Artikel über Zwischennutzung erweitern und vollenden das Spektrum dieser Ausgabe. Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Peter Reischer Flexible Raumnutzung intelligent gelöst. — Bewegliche – transparente und schall gedämmte – Trennwände und Akustik lösungen für effi ziente und attraktive Raumkonzepte von DORMA Hüppe Austria www.dorma-hueppe.at offi ce@dorma-hueppe.at Tel.: +43 732 60 04 51 Coverbild: The Digit © André J. Fanthome


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