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70 architektur FACHMAGAZIN Intelligente Fassade Sie ist durchsichtig aber doch nicht „durch“-sichtig. Für eine Luxusboutique für Handtaschen in Tokyo entwarf das Büro der NAP Architects eine Fassade, die sowohl Transparenz wie auch ein gewisses Maß an Privatheit für die Kunden im Inneren gewährleistet. Die Architekten konstruierten dazu ein Raster aus scharfkantigem, rostfreiem Stahl. Das Muster entspricht auch dem Innenfutter der Handtaschen. Dann legten sie eine 12 mm Glasplatte darauf, erhitzten das Ganze in einem Ofen auf 675 Grad – das ist die Temperatur, bei der Glas zu schmelzen beginnt. Durch das Eigengewicht sackte das Glas gewissermaßen 10 - 13 mm in die Vertiefungen des Rasters und das Fischgrätmuster war geschaffen. Das Resultat ist ein leicht gewelltes Glas, das den Innenraum (von außen gesehen), wie in einer fröhlichen Stimmung zeigt. Die Taschen leuchten und schimmern hinter der Fassade wie kostbare Juwelen. Knapp außerhalb der polnischen Hauptstadt Warschau hat Architekt Marcin Tomaszewski vom Büro REFORM ein Haus entworfen, das zwischen den Bäumen zu schweben scheint. Mitten im Wald befindet sich das „Izabelin House“, ein Feriendomizil für eine Familie – und es nimmt den kleinstmöglichen Fußabdruck für sich in Anspruch, zumindest optisch. Es besteht aus zwei horizontalen Baukörpern, deren unterer mit einer reflektierenden Folie verkleidet ist. Konsequenterweise erscheinen diese Flächen als Fortsetzung des sie umgebenden Waldes. In dem oberen Baukörper gibt es auch große Öffnungen, die wieder durch Spiegelfolien wie Durchblicke wirken. Eine surreale Erscheinung, mitten im Wald. © Marcin Tomaszewski © Marcin Tomaszewski © Koji Fujii/Nacasa and Partners Inc.


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