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96 architektur FACHMAGAZIN edv BIM-Praxis: Ohne Engagement kein BIM Über Building Information Modeling (BIM) wird häufig eher aus theoretischer Perspektive berichtet. Welche Erfahrungen haben Büros bisher gemacht, die BIM bereits praktisch einsetzen? Mit welchen Anfangsproblemen hatten sie zu kämpfen? Was sind die tatsächlichen Vorteile im Planeralltag und wo „hakt“ es noch? Text: Marian Behaneck In der Theorie hat die neue Arbeitsweise des Building Information Modeling nur Vorteile: Eine höhere Termin- und Kostensicherheit, eine effizientere Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten, eine lebenszyklusorientierte Planung und nicht zuletzt mehr Planungs, Ausführungs- und Nutzungsqualität (siehe auch: Rationeller planen, bauen und nutzen, architektur 8/2014). In der Praxis resultieren aus der neuen, integrierten Arbeitsmethode allerdings auch viele Fragen: Wie groß ist der Umstellungsaufwand, insbesondere für zweidimensional planende Ingenieurbüros? Wie hoch ist der Schulungs- und Investitionsaufwand für neue Softwarewerkzeuge? Lohnt sich dieser Aufwand auch für kleine und mittlere Büros mit den entsprechenden Projekten? Die Antworten von drei Architektur- und Ingenieurbüros unterschiedlicher Größe und Ausrichtung auf diese und weitere Fragen machen deutlich, dass BIM noch ein Stück weit entfernt ist vom Idealbild und dass die Probleme, wie so häufig, im Detail stecken. ATP architekten ingenieure Beim international tätigen Gesamtplaner ATP architekten ingenieure aus Innsbruck wird BIM konsequent für sämtliche Projekte eingesetzt. Das heißt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Vorplanung nach Leistungsphase 2 ein gemeinsames digitales BIM-Gebäudemodell für die integrale Planung der Bereiche Architektur, Tragwerksplanung und technische Gebäudeausrüstung verwendet wird. Ob es sich um einen Hotelkomplex, eine Fabrikanlage oder ein kleines Empfangsgebäude handelt, spielt dabei keine Rolle. Grundsätzlich sieht der „BIM-Standard“ des Unternehmens die Verwendung eines spezifischen Programmpaketes vor. Es gibt jedoch auch industrielle Auftraggeber, die in Bezug auf die zu verwendende Software bzw. Datenformate Große Büros mit großen Projekten können die gesamte BIM-Werkzeugpalette nutzen, wie etwa Visualisierungen oder Simulationen. ©ATP architekten ingenieure eigene Vorgaben machen, die dann natürlich auch erfüllt werden. Eine integrale Planung, wie ATP sie praktiziert, bewegt sich zwar innerhalb der Planungsbereiche des Unternehmens in einer einheitlichen Datenumgebung, in der simultan gearbeitet wird, ohne, dass Planstände ausgetauscht werden müssen. Dennoch wird das dabei generierte digitale Gebäudemodell in geeigneten Datenformaten bedarfsgerecht an externe Planungsbeteiligte oder den jeweiligen Auftraggeber übergeben und auch wieder in das bürointerne BIM-Modell zurückgespielt. Künftig wird auch die Modellübergabe an die ausführenden Unternehmen und somit ein echtes „Big BIM“ ermöglicht. Qualitätsvorteile der neuen Arbeitsweise sieht das Unternehmen in der Kollisionskontrolle, die durch eine integrale und simultane Planung von Architektur, Tragwerk und Haustechnik ermöglicht wird. Zu den weiteren Vorteilen zählen Effizienzgewinne für die Planung, etwa durch das parametrische Planen und freie Schnittführungen sowie Massenermittlungen aus dem Gebäudemodell. Auftraggeber schätzen die Möglichkeit der räumlichen Visualisierung. Bauablaufsimulationen und teilautomatisierte Ausschreibungserstellung werden zukünftig ebenfalls eine größere Rolle spielen. In der Regel werden die Fachplanungen der technischen Gebäudeausrüstung und der Tragwerksplanung durch das Unternehmen selbst erbracht. In Einzelfällen wird jedoch auch ein Planstand als IFC-Datei ausgelesen und an externe Beteiligte übergeben bzw. zurückgespielt. Insbesondere die TGA- und Tragwerksplaner im Unternehmen schätzen die Möglichkeiten der gemeinsamen Bearbeitung in einem zentralen 3D-Gebäudemodell. Hierzu zählt auch die schon weitgehend genutzte Integration des Gebäudemodells mit Berechnungen, wie zum Beispiel zur Heiz- und Kühllastermittlung, für Energienachweise sowie für thermische Simulationen. Dies umfasst auch die Verwendung des BIM-Modells für die statische


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