BAU Online: Software frei Haus

10. März 2021 Mehr

Anlässlich der BAU Online 2021 konnte man neue Versionen und Programme bequem am Büro- oder Homeoffice-Arbeitsplatz live erleben. Was waren die Neuerungen und Trends?

 


Anlässlich der BAU Online konnte man sich CO2-, zeit- und kostensparend, bequem und Corona-sicher vom Büro oder heimischen Sofa aus informieren. © Bluebeam

 

247 Aussteller, davon etwa 50 aus dem IT-Bereich, und insgesamt 38.325 registrierte Teilnehmer mit 218.756 Online-Zugriffen zählte die pandemiebedingt komplett ins Internet verlegte BAU Online 2021. Gegenüber der Präsenzmesse von 2019 mit 2.250 Ausstellern, davon etwa 200 IT-Aussteller, und 250.000 Besuchern war das ein schwacher Abglanz einer Weltleitmesse. Vermisst wurden vor allem der persönliche Kontakt, die informellen Gespräche und die Stimmung. Eine sinnvolle Ergänzung für künftige Präsenzmessen war das Online-Format aber allemal. In zahlreichen Online-Präsentationen, Webinaren und Video-Chats konnte man sich vom 13. bis 15. Januar CO2-, zeit- und kostensparend, bequem und Corona-sicher vom Büro oder heimischen Sofa aus über Software-Neuerungen und neueste IT-Trends informieren. Im Fokus standen neue Funktionen und Programme für die digitale Transformation am Bau, das Mobile- und Cloud-Computing oder BIM. Weitere Infos und einige der genannten Video-Präsentationen können hier abgerufen werden: www.bau-muenchen.com/at

 

CAD für Kollaborateure

Mit der neuen Planungsmethode steigt auch die Notwendigkeit zur intensiven digitalen Zusammenarbeit, am besten per Internet – nicht nur in Pandemiezeiten. CAD mit angeschlossener BIM-Kollaborationsplattform hat hier die Nase vorn, wie etwa Allplan. Mit der neuen Version 2021 lassen sich nicht nur anspruchsvolle Projekte bearbeiten. Die integrierte Cloud-Plattform Allplan Bimplus vereinfacht zudem die digitale Zusammenarbeit, die Darstellung und Zusammenführung von BIM-Fachmodellen, die Kollisionserkennung sowie das Revisionsmanagement. www.allplan.com

 


Mit Allplan 2021 lassen sich auch große und komplexe Projekte bequem bearbeiten. © Allplan

 

Auch die BIM-Planungssoftware Archicad wurde auf der BAU Online und im Rahmen des neuen Kommunikationsformats „Graphisoft X“ präsentiert. Ergänzt wurden die dreiwöchigen Live-Präsentationen durch Fachvorträge, etwa zur BIM-Implementierung in der Praxis. Online-Besucher konnten zudem Archicad direkt in ihrem Browserfenster testen, an Experten-Talks und Live-Webinaren teilnehmen, sich mit Graphisoft-Spezialisten austauschen oder individuell beraten lassen. Diese kostenlose Auftakt-Veranstaltung wird künftig durch weitere Events ergänzt. www.graphisoft.at https://x.graphisoft.de

 


Neben Archicad wurde auch über die neue Kommunikationsplattform „Graphisoft X“ präsentiert. © Graphisoft

 

EDV Software Service präsentierte mit AX3000 die aktuelle Version der Bauphysik- und TGA-Software für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Sprinkler. Der Programmteil Energietechnik enthält unter anderem die Module Energieausweis für normgerechte Energieausweise für viele europäische Länder und Gebäudesimulation für die Analyse und Optimierung von Heiz- und Kühllasten. Das VR-Modul ermöglicht in Verbindung mit einer VR-Brille virtuelle Gebäudebesichtigungen. www.ax3000-group.at

Mehr BIM verspricht die neue Version 15 von ELITECAD Architektur. Neu sind neben der IFC4-Schnittstelle für openBIM Projekte auch über 300 vordefinierte Attribute und die Integration aller Datensätze (sogenannte pSets) des buildingSMART Standards. Damit lassen sich Bauteile um beliebige freie Attribute erweitern. Neu ist auch die Integration des BCF-Managers für den Nachrichtenaustausch zwischen BIM-Projektpartnern, die Vernetzung mit DBD-BIM und dem digitalen Produktkatalog parts4cad von CADENAS. www.xeometric.com

Mit Online-Präsentationen zu den Themen Datenauswertung und ‑visualisierung, grafisches Scripten und Modellieren mit Vectorworks informierte Computerworks über Neuerungen, aber auch über aktuelle Themen, wie den BIM-basierenden Bauantrag. Ein Thema war auch das Vectorworks Stipendium, das junge Talente der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Veranstaltungsplanung in D-A-CH fördert. Die Bewerbungsphase endet allerdings am 31. März 2021. Als Preise winken 3.000 Euro und 7.000 US-Dollar. www.computerworks.de www.vectorworks.net/scholarship

 

AVA für BIM

Das AVA- und Baukostenmanagementsystem California.pro von G&W Software ist jetzt auch per Webbrowser auf dem PC, Notebook, Tablet oder Smartphone verfügbar. Voraussetzung ist ein aktueller Web-Browser, eine Internetverbindung sowie eine California.pro-Lizenz in der aktuellen Version. Die zusammen mit der Cloud-Plattform oneclick bereitgestellte Technik verfügt über ein Trusted-Cloud-Siegel, eine Datenschutz-konforme Umgebung, zertifizierte Rechenzentren, ein Security-Paket, eine Firewall und eine automatische Datensicherung. www.gw-software.de

 


BIM2AVA-Modelle können mit California.pro jetzt auch per Web-Browser bearbeitet werden. © G&W Software

 

Die neue Version 2021 der AVA- und Kalkulationssoftware Nevaris Build enthält eine neue Dokumentenverwaltung für eine einfachere Dokumentenablage, neue Textbibliotheken für eine rationellere LV-Erstellung, stets aktuelle Online-Ausschreibungstexte sowie einen 3D-Viewer, mit dem man Bauteile messen sowie Winkel, Umfänge und Flächen ermitteln kann. Neue Schnittstellen zu den Online-Textbibliotheken Sirados von WEKA und die Hersteller-/VOB-konforme Ausschreibungstexte von Heinze erweitern die Auswahl von LV-Positionstexten. www.nevaris.com

 


Der neue 3D-Viewer von NEVARIS Build 2021 kann Bauteile messen sowie Winkel, Umfänge und Flächen ermitteln. © NEVARIS

 

Für mehr Transparenz bei der IFC-Mengenübernahme sorgt ORCA AVA 24: In der IFC-Datei werden Verknüpfungsinformationen zu Bauteilen und Maßen sowie den Positionsmengen angezeigt. Das ORCA-Helpdesk unterstützt mit einer FAQ-Sammlung und technischen Informationen Anwender bei der LV-Erstellung. In der LV-Textdatenbank Ausschreiben.de werden Anwender dank einer neuen Importroutine Produkte und Informationen für Ausschreibungen künftig schneller finden.
www.orca-software.com

 


Profundes Wissen rund um die Uhr zu AVA & Co. bietet die neue Version 24 von ORCA AVA. © ORCA Software

 

„Success X ist da!“ Das war die Kernbotschaft von Nevaris. Mit dem Nachfolgeprodukt von AUER Success lassen sich bestehende AUER Success-Projekte übernehmen, inklusive Stammdaten und Standardkalkulationen. AUER Success-Bestandskunden erhalten Success X kostenfrei im Rahmen eines bestehenden Wartungsvertrags. Neben der Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung, der Kalkulation, dem Controlling und der Terminplanung unterstützt Success X auch die BIM-Planung und die Normen ÖNORM und GAEB. www.success-x.at

 

Büro und Baustelle im Fokus

Mit der Mängelmanagement-App 123quality erfassen die Mitarbeiter auf der Baustelle per Smartphone oder Tablet Mängel, Abnahmeprotokolle, Nachträge, Gewährleistungsabnahmen, Auswertungen zum Arbeitsschutz und vieles mehr. Die Daten werden sofort auf eine zentrale Online-Datenbank übertragen und mit den Beteiligten geteilt. Die Anwendung ist sowohl für IOS- als auch Android-Smartphones und Tablets verfügbar. Zielgruppe sind sowohl das Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Hausverwaltungen und das Facility Management. www.123erfasst.de

Die Baudokumentations-Software Capmo bietet gegenüber der analogen Arbeitsweise Vorteile: So lassen sich Informationen und Fotos vor Ort erfassen und zuordnen oder Berichte und Protokolle automatisch generieren. In der neuen Version wurde die automatische Berichtsfunktion um individuelle Vorlagen erweitert. Nutzer können damit Berichte sowohl VOB-konform als auch im Firmendesign exportieren. Die neuen Vorlagen ermöglichen individuell gestaltete Tagesberichte oder Mängellisten und vereinfachen Planern und Bauleitern die Arbeit. www.capmo.de

 


Mit Layoutvorlagen lassen sich individuell gestaltete Baustellen- und Projektberichte generieren. © Capmo

 

Wie das 3D-Laserscanning im Holzbau, Stahl-/Metallbau und anderen Gewerken optimal eingesetzt wird, darüber informierten Live-Präsentationen von Faro. Weitere Themen waren der neue mobile Handscanner FARO Freestyle 2 für die geometrische und fotografische Erfassung von Objekten und Räumen in einem Abstand von 0,4 bis 10 Metern mit einer Genauigkeit von 0,5 bis 15 Millimetern. Präzisere Ergebnisse mit ca. 1 bis 3,5 Millimetern Genauigkeit liefern die auf einem Dreibeinstativ montierten 3D-Laserscanner der FocusS-Serie für Messungen bis 70, 150 und 350 Meter. www.faro.com

Wer im Bestand plant, braucht präzise Gebäudedaten. Die Hard- und Softwarelösungen von Hexagon / Leica Geosystems versprechen einen nahtlosen „Scan-to-CAD und BIM-Workflow“ mit allen führenden CAD- und BIM-Softwarelösungen. Mit den handgeführten und auf Dreibeinstativen montierten 3D-Laserscannern Leica BLK2GO, Leica BLK360 und Leica ScanStation P30/P40 lassen sich Objekte bis 50, 60 und 270 Metern mit Genauigkeiten von 1 bis 4 Millimetern erfassen. Vorgestellt wurde auch die 2D/3D und BIM-Konstruktionssoftware BricsCAD, die eine CAD-und BIM-Planung auf Windows, macOS oder Linux-PCs und optional eine Verarbeitung von Punktwolkendaten ermöglicht. www.leica-geosystems.com

 


Ein nahtloser „Scan-to-CAD und BIM-Workflow“ vereinfacht das Planen und Bauen. © Hexagon, Leica Geosystems

 

Laut RIB Software steigen bauausführende Unternehmen innerhalb der D-A-CH-Region derzeit von einer Client-Server-Lösung mit iTWO oder iTWO 5D auf die webbasierte Lösung iTWO 4.0 um. Einige davon arbeiten bereits durchgängig mit MTWO auf der Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure. Die neue, webbasierte Unternehmenslösung iTWO 4.0 von RIB unterstützt die gesamte Wertschöpfungskette einer Baumaßnahme und schafft Verbindungen zwischen allen am Bauprojekt beteiligten Parteien. Der Zugriff auf die Plattform erfolgt wahlweise über Desktop-Computer in lokalen Netzwerken oder über mobile Endgeräte, wie Smartphones oder Tablets, via Internetbrowser. www.rib-software.com

Eine Vielzahl für Planer interessanter Video-Präsentationen bot Mensch und Maschine zu den Themen Modellprüfung mit Autodesk Revit und der ergänzenden Funktionssammlung BIM Booster, der BIM-Kollisionsprüfung mit Autodesk Navisworks und Autodesk BIM 360, einer Cloud-Plattform für gemeinsames Arbeiten in Echtzeit. Weitere Themen waren die Durchbruchsplanung in BIM-Projekten mit Autodesk Revit sowie DESITE, das „Schweizer Messer“ für die Anzeige, Analyse, Auswertung und Prüfung von BIM-Modellen sowie die Koordinierung von BIM-Prozessen. www.mum.at

Mit Projektpartnern zeitgleich und standortunabhängig an denselben Baudokumenten planen. Das verspricht Revu von Bluebeam. Dazu stellt die Software Projektbeteiligten in Echtzeit PDF-Dateien in der Cloud bereit. In den Bauplänen lassen sich Anpassungen vornehmen, mit Kommentaren oder Notizen versehen und Personen zuweisen. Ausführende Unternehmen können unmittelbar darauf zugreifen und anhand farblicher Markierungen alle Änderungen nachvollziehen. Zusätzlich bietet Revu nützliche Werkzeuge, etwa für die Berechnung von Flächen. So kann die Planung und Koordination weitgehend papierlos ablaufen. Eine 30-Tage-Testversion ist kostenlos erhältlich. www.bau-mit-bluebeam.de

 


Eine weitgehend papierlose Planung und Koordination verspricht die Cloudlösung Revu. © Bluebeam

 

UntermStrich, Anbieter der gleichnamigen Branchensoftware für internes Projektmanagement, Controlling und Büroorganisation hat im Rahmen eines eigenen Messe-Ersatzprogramms MESSE@home nicht nur seine browserbasierte Software untermStrich X3 vorgestellt. Auch Experten-Fachvorträge und Diskussionsrunden wurden als Video gestreamt. Geboten wurden unter anderem Praxis-Einblicke in das Thema Büroführung, Software-Präsentationen, Einzeltermine mit untermStrich-Experten sowie Vorträge. Aufgrund der guten Erfahrungen werden künftig regelmäßig kostenlose Online-Fachvorträge, Netzwerkveranstaltungen und Diskussionsrunden angeboten. www.untermstrich.com/messe2021home-rueckblick

 


UntermStrich präsentierte ein MESSE@home-Ersatzprogramm mit Präsentationen, Fachvorträgen und Diskussionen. © UntermStrich

 

 

Text: Marian Behaneck

Kategorie: EDV, Kolumnen

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