Der 3D Druck im Baugewerbe

30. April 2020 Mehr

Vor einigen Jahrzehnten war er höchstens in Science-Fiction-Romanen präsent, mittlerweile gehört er in vielen Bereichen zum Standard: der 3D Druck. Ob künstliche Gelenke, Bauteile für Autos oder Requisiten für Filme – das Fertigungsverfahren beweist immer wieder seine Vielseitigkeit. Mittlerweile ist es sogar möglich, für den 3D Druck Metall zu verwenden. Auch viele Architekten nutzen das dreidimensionale Drucken, um ihre Pläne schnell in anschauliche Modelle zu verwandeln. Als Material nutzen sie dafür jedoch bevorzugt Kunststoff. Selbst im Hausbau kommt der 3D Druck zunehmend zur Anwendung.

 

 

54 Stunden für ein Wohnhaus

Es gibt inzwischen einige Bauwerke, die teilweise oder vollständig per 3D Druck entstanden sind. Dazu gehört beispielsweise ein Haus im französischen Nantes, das im Jahr 2018 errichtet wurde. Wissenschaftler der Universität von Nantes entwickelten einen vier Meter langen Roboterarm, der Schichten aus Materialien wie Beton und Schaumstoff verteilen kann. Im Rahmen des Projekts Yhnova baute der überdimensionale 3D-Drucker ein 95 Quadratmeter großes Wohnhaus und benötigte dafür gerade einmal 54 Stunden. Diverse Tätigkeiten wie das Einbauen der Türen und Fenster übernahmen anschließend jedoch Handwerker, die dafür rund vier Monate benötigten. Dennoch zeigte das Projekt bereits die Möglichkeiten vom 3D-Druck im Baugewerbe.

 

Zwei Etagen aus dem 3D-Drucker

Für Schlagzeilen sorgte im Februar 2020 die Errichtung eines Gebäudes in Dubai. Es dauerte 17 Tage, bis das zweistöckige Haus mit einer Grundfläche von fast 700 Quadratmetern fertig war. Auch dieses Bauprojekt wurde maßgeblich von einem 3D-Drucker realisiert. Er schichtete die Wände aus einem schnell trocknenden Gemisch aus recyceltem Schutt, Zement, Gips und Wasser auf. Auch die Decken entstanden auf diese Weise. Auf der Baustelle waren lediglich drei Arbeiter anwesend. Die Initiatoren des Projekts kündigten bereits an, dass im Jahr 2030 bei einem Viertel aller Neubauten in Dubai 3D-Drucker zum Einsatz kommen sollen.

 

Wie Lichtschalter und Steckdosen entstehen

Selbstverständlich ist ein Roboter, der ganze Häuserwände druckt, nicht in der Lage, kleinere Elemente wie Steckdosen oder Lichtschalter herzustellen. Solche Gegenstände aus Kunststoff werden zudem in Massen produziert, weshalb der 3D Druck dafür nicht effizient genug ist. Stattdessen werden die Produkte im Spritzgussverfahren gefertigt. Beim Spritzgießen füllt eine Maschine flüssigen Kunststoff in eine Form. Nur kurze Zeit später ist das Material hart und das Produkt ist fertig. Weil die Fertigung der Form verhältnismäßig teuer ist, lohnt sich das Verfahren erst ab einer Produktionsmenge von 500 Stück. Erfahrene Firmen wie 3D Hubs unterstützen bei der Wahl der passenden Herstellungsmethode und produzieren die gewünschten Teile On-Demand.

 

 

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Kategorie: Kolumnen, Produktnews, Sonderthema

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