Großformatdrucker: Schnell, smart und multifunktional

4. März 2026 Mehr

Aktuelle Großformatdrucker sind nicht nur schneller und sparsamer, sie sind auch smarter. Sie können scannen, kopieren und lassen sich fernbedienen oder fernwarten. Was leisten aktuelle Einsteiger-, Profi- und Multifunktionsgeräte und was kosten Druckdienstleister?

 


Großformatige Ausgabegeräte sind trotz Digitalisierung in vielen planenden Unternehmen unersetzlich. © Hewlett-Packard

 

Auch im Zeitalter der Digitalisierung sind Papierpläne unverzichtbar. Großformatdrucker oder „Large Format Printer“ (LFP), teilweise auch noch „Plotter“ genannt, gehören deshalb zur unentbehrlichen Standardausstattung von Planungsbüros. In vielen Unternehmen sind sie allerdings in die Jahre gekommen und deshalb langsam, wartungsanfällig und teuer im Betrieb. Aktuelle Druckermodelle sind einfacher und intuitiver bedienbar, bieten höhere Ausgabequalitäten und -geschwindigkeiten, bei gleichzeitig niedrigeren Anschaffungs- und Betriebskosten. So sind aktuelle DIN A1-Tischgeräte für Einsteiger bereits ab 800 Euro erhältlich.

 


© Hewlett-Packard

 

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien bei Großformatdruckern zählen die Ausgabequalität und Druckgeschwindigkeit, das Ausgabeformat, das Ausgabemedium, die Bedienung, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit. Auch Geräusch- und Schadstoff­emission, den Platzbedarf und die Nachhaltigkeit sollte man berücksichtigen. Für die Ausgabe von Bauplänen, technischen Zeichnungen oder fotorealistischen Renderings kommen überwiegend Tintenstrahldrucker zum Einsatz. Diese Technologie arbeitet mit mikroskopisch kleinen Tintentröpfchen, die präzise auf das Papier aufgebracht werden. Dadurch lassen sich selbst feinste Linien und komplexe Farbverläufe darstellen. Die typische Druckauflösung liegt zwischen 600 und 2400 dpi und mehr. Damit werden auch farbig angelegte Pläne, fein abgestufte Grau- oder Farbverläufe, Grafiken, fotorealistische Renderings oder Fotos im Posterformat brillant gedruckt. Im Gegensatz dazu nutzen Laser- und LED-Drucker ein tonerbasiertes Verfahren, bei dem Farbpulver elektrostatisch auf das Medium übertragen und anschließend fixiert wird. Während Laserdrucker mit einem fokussierten Lichtstrahl auf eine Bild­trommel arbeiten, setzen LED-Drucker auf eine zeilenweise Belichtung durch Leuchtdioden. Diese Bauweise ermöglicht eine kompaktere Konstruktion, höhere Druckgeschwindigkeiten und eine gleichmäßige Ausgabequalität. Da LED-Systeme mit weniger beweglichen Teilen auskommen, gelten sie als besonders wartungsarm und langlebig. Zudem sind die Druckkosten gegenüber Tintenstrahldruckern deutlich günstiger, auch bei der Farbausgabe.

 


Wenn kleinere Ausgabeformate genügen, sind platzsparende A2/A1-Tischgeräte eine echte Alternative, … © Epson


… die auch im Homeoffice einen Platz finden. © Canon

 

Schön oder schnell drucken?

Die Qualität großformatiger Ausdrucke hängt von mehreren Faktoren ab. Ein zentraler Aspekt ist die Druckauflösung, gemessen in dots per inch (dpi). Je höher dieser Wert, desto feiner und exakter lassen sich Details wie Kurven oder schräge Linien darstellen. Moderne Geräte für den CAD- und Präsentationsbereich erreichen 1.200 × 2.400 dpi, während fototaugliche Systeme noch höhere Werte erzielen können. Allerdings beeinflussen neben dem dpi-Wert auch andere Faktoren wie Druckereinstellungen, die Tinten-/Tonerqualität oder die Papierwahl die Linienpräzision und Farbwiedergabe – und damit die Ausgabequalität. Für hochwertige Präsentationen oder Wettbewerbe haben sich Tintenstrahldrucker mit separaten Farbpatronen bewährt, da sie brillante Ergebnisse liefern und feine Abstufungen ermöglichen. Sind hingegen hohe Druckvolumina im Schwarzweißbereich gefragt – etwa bei Plänen für Baustellen – bieten Geräte mit LED-Drucktechnologie eine wirtschaftliche Alternative. Diese Systeme punkten mit hoher Geschwindigkeit, robuster Bauweise und Zuverlässigkeit. Die Ausgabegeschwindigkeit wird allgemein meist in A0- oder A1-Seiten pro Minute angegeben. Je nach Modell und Betriebsmodus liegt sie zwischen 1 und 10 A0-Seiten pro Minute. Dabei ist zu beachten, dass Herstellerangaben oft auf den schnellen Entwurfsmodus (Draft) oder den Schwarzweißbetrieb bezogen sind. Im Farb­druck reduziert sich die Leistung spürbar. Für die Auswahl eines geeigneten Systems empfiehlt es sich, das maximale Druckaufkommen im Projektverlauf zu berücksichtigen – inklusive Spitzenlasten. Zwar sind schnelle Geräte in der Anschaffung teurer, doch bei regelmäßigem Einsatz amortisieren sich die Mehrkosten durch verkürzte Wartezeiten und höhere Produktivität im Büroalltag schnell.

 


Neben der Standfläche sollte man bei der Aufstellung auch den Bedien- und Arbeitsraum, Ablagen und ggf. eine Faltvorrichtung berücksichtigen. © Hewlett-Packard

 

Welches Papierformat?

Großformatdrucker verarbeiten Papier in Rollenform bis zur Formatgröße A1, A0 – und mehr, wobei die Papierrolle in einer Richtung auch Überformate ermöglicht. Mit randlos druckenden Ausgabegeräten lassen sich beispielsweise Visualisierungen für die Projektpräsentation über das gesamte Papierformat ausgeben. Die meisten Großformatdrucker können auch kleine Formate in A3 oder A4 drucken. Mit einem separaten A3/A2-fähigen Drucker (ab ca. 250 bzw. 500 Euro), lassen sich allerdings kleinformatige CAD-Pläne oder verkleinerte Probedrucke papiersparend ausgeben, ohne große Ausgabegeräte zu blockieren. Großformatdrucker verarbeiten, je nach Modell, neben Normalpapier einer Stärke von 60 bis 150 g/qm und mehr, auch Recycling-, Film-, Transparent- oder Fotopapier, teilweise sogar Karton bis zu einer Stärke von etwa 1,5 mm. Neben der konventionellen Bauform mit oder ohne Ständer, gibt es auch kastenförmige Gehäuse mit integrierten Rollenhaltern, Schneid- und Faltvorrichtungen. Multifunktionale Großformatdrucker können mit einem integrierten oder aufgesetzten Scanner zusätzlich auch scannen oder kopieren. Das spart Platz, Anschaffungs- und Betriebskosten. Der Platzaspekt ist nicht unerheblich, denn neben einer Standfläche von 1-2 Quadratmetern setzen Großformatdrucker vor dem Gerät auch einen mindestens 80 Zentimeter tiefen Bedien- und Arbeitsraum voraus. Kommt dann noch eine Faltvorrichtung hinzu, entsteht schnell ein Flächenbedarf von 3-4 Quadratmetern pro Gerät. Multifunktions-Großformatdrucker vermeiden zugleich auch „Kabelsalat“, da nur ein Netz- und Druckerkabel benötigt wird. Zudem ist gegenüber Einzelgeräten unterschiedlicher Hersteller die Bedienung von Multifunktionsgeräten durch die einheitliche Menüführung einfacher.

 


Multifunktionale Geräte mit integriertem oder aufgesetztem Scanner benötigen gegenüber Einzelgeräten nicht so viel Platz. © Canon

 

Wie einfach ist die Bedienung?

Stichwort „Bedienung“: Neben den technischen Daten entscheidet auch sie darüber, wie gut sich ein Ausgabegerät im Alltag bewährt und letztlich wie wirtschaftlich es ist. Ein gut lesbares, berührungssensitives Display sollte dem Bedienungspersonal, anstelle kryptischer Befehle, klar verständliche Schritt-für-Schritt-Anweisungen geben. Auch im Hinblick auf gelegentlich durchzuführende Arbeiten wie Papiertrommel einlegen, Tonerkartusche tauschen, Papierstau beheben etc. sollte man auf Benutzerfreundlichkeit achten. Alles sollte möglichst einfach durchzuführen sein und beispielsweise am Display durch einen „Assistenten“ unterstützt werden. Eine automatische Einzelblattzuführung und Papierschneidevorrichtung sind heute Standard. Einige Geräte verfügen darüber hinaus über eine intelligente Medien­erkennung (die allerdings nicht immer zuverlässig funktioniert), eine optionale Dokumentenablage oder eine Medienheizung, welche die Umgebungstemperatur und Luftfeuchte kontrolliert und bei Bedarf korrigiert. Da bei der Planausgabe teilweise sehr große Dateien mit den entsprechenden Steuerbefehlen für den Drucker entstehen, ist es wichtig, dass das Gerät über einen ausreichend großen internen Speicher verfügt (ab 1 GB Größe). Andernfalls kann es bei großen CAD-Dateien zu Problemen kommen. Integrierte Festplatten ermöglichen eine zeitversetzte Ausgabe von Druckaufträgen. Müssen viele Druckdateien unterschiedlicher Datenformate in möglichst kurzer Zeit ausgegeben werden, sind die von einigen Herstellern angebotenen gerätespezifischen Ausgabeprogramme nützlich. Angesteuert werden Großformatdrucker direkt über CAD-Programme, respektive hersteller-/modellspezifische Druckertreiber, die ausgewählt, heruntergeladen und installiert werden müssen. Manche Druckerhersteller stellen auch für bestimmte CAD-Programme, beispielsweise für Archicad oder Revit zugeschnittene Treiber bereit, die eine umfassende Kompatibilität bieten. Bei der Ausgabe sollten alle gängigen Vektor- und Pixel-Dateiformate verarbeitet werden, wie HP-GL, HP-RTL, PDF, DWF, TIF, JPG etc., PostScript ist meist optional. Neue Geräte lassen sich per Internet bedienen: Wird beispielsweise ein Plan am Mobilrechner auf der Baustelle geändert, kann man ihn zunächst in der Planvorschau prüfen und sofort quasi ferngesteuert im Büro ausdrucken lassen. Umgekehrt lässt sich eine brandneue Planänderung vom Büro aus direkt an den Drucker im Baustellencontainer senden und ausgeben.

 


Wichtig ist auch eine einfache Bedienung – etwa beim Wechsel der Papiertrommel, der Tinten-/To­ner­kartuschen oder beim Beheben von Papierstau. © Canon

 

Wie einfach ist die Wartung?

Eine so wichtige Bürohardware, wie einen Großformatdrucker, sollte man stets inklusive einem Wartungs-/Servicevertrag erwerben. Die Leistungen sind unterschiedlich und umfassen teilweise auch die Versorgung mit Verbrauchsmaterial. Im Fall der Fälle werden innerhalb eines definierten Zeitfensters Reparaturen vor Ort vorgenommen oder ein Ersatzgerät bereitgestellt. Das ist immer dann sinnvoll, wenn das Ausgabevolumen hoch ist und man keinesfalls auf das Gerät verzichten kann. Teilweise werden auch Verschleißteile nach einem Serviceplan prophylaktisch ausgetauscht, um Defekten vorzubeugen. Einige Geräte lassen sich fernwarten. Dabei kann das Service-Personal per Internetverbindung nachvollziehen, welches Problem das Gerät oder der Anwender gerade haben. Die Wirtschaftlichkeit eines Ausgabegeräts bestimmen Faktoren wie Anschaffungs-, Service- und Betriebskosten (Kosten für Papier, Tinten und Toner), die Ausgabegeschwindigkeit (Durchsatz), aber auch der operative Aufwand (Papier einlegen, ggf. Ausgabevorgang kontrollieren, Papier entnehmen etc.). Betrachtet man Druckertechnologien unter diesem Aspekt, macht die Laser-/LED-Technik das Rennen. Da Tinten und Toner viel Geld kosten, sollte man sich diese Verbrauchsmedien genauer anschauen: Was kostet ein Tinten-/Tonersatz? Für wie viele Planausdrucke reicht der Inhalt? Können leere Farbkartuschen auch einzeln ausgewechselt werden? Gibt es Alternativen von Drittanbietern und wie gut ist deren Qualität? Wird Tinte für die Reinigung der Tintenstrahl-Druckdüsen verbraucht – und wenn ja, wieviel? Je höher das Druckvolumen, desto wichtiger sind die Druckkosten. Sie unterscheiden sich geräteabhängig teilweise erheblich und liegen bei A3-Druckern zwischen 0,06 und 2,57 Cent pro A3-SW-Druckseite sowie 0,13 und 9,70 Cent pro A3-Farb-Druckseite (ohne Gerätepreis, Papier, Strom und Service, siehe auch: www.printer4you.com oder www.druckkosten.de). Bei größeren Formaten dürften die Unterschiede ähnlich sein. Bei der Geräteauswahl sollte man auch auf Umweltaspekte achten und nach Recyclingmöglichkeiten bzw. der Möglichkeit einer Wiederbefüllung oder des Austauschs verbrauchter Teile (Kartuschen, Druckkopf, Belichtereinheit etc.) fragen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Wegen der Geräuschbelastung von bis zu 50 dB und mehr, teilweise auch wegen des Ozon-Ausstoßes von Lasergeräten ist eine Aufstellung in einem separaten Raum empfehlenswert, sofern möglich.

 


LED-Farb-Großformatdrucker mit oder ohne Faltsystem zeichnen sich durch hohe Ausgabegeschwindigkeiten aus. © Roth + Weber

 

Was kosten Druckdienstleister?

Großformatdrucker müssen nicht nur gewartet und im Schadensfall repariert werden. Sie müssen auch verwaltet werden, was in der Praxis hohe Kosten verursacht: Verbrauchsmaterialien wie Papier, Tonerkartuschen oder Druckerpatronen müssen bevorratet und rechtzeitig bestellt werden, wenn sie zur Neige gehen. Das generiert bei mehreren Geräten einen nicht zu unterschätzenden Verwaltungs-, Buchungs- und Koordinationsaufwand. Klappt mal etwas nicht, entstehen in harmlosen Fällen unproduktive Wartezeiten. Kurz vor einem wichtigen Abgabetermin kann das an die Substanz gehen. Einige Hersteller bieten deshalb auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Servicepakete an. Dabei kümmert sich ein Vertriebspartner vor Ort um alle Verwaltungs- und Wartungsaufgaben, inklusive Lagerhaltung für Papier, Tonerkartuschen, Tintenpatronen oder Ersatzteile. Als weiteren Schritt ermöglicht ein „Monitoring-Service“ die kontinuierliche Online-Erfassung von Nutzungsdaten und des Wartungsbedarf aller Ausgabegeräte im Unternehmen sowie die Weitergabe des aktuellen Bedarfs. Eine Belieferungs-, Wartungs- oder Reparaturanforderung wird automatisch ausgelöst und ist innerhalb weniger Stunden erledigt. Bei so viel Aufwand „drumherum“ können auch (Online-)Dienstleister eine echte Alternative zum Großformatdrucker-Kauf sein, insbesondere für kleine Büros mit einem geringen Ausgabevolumen von wenigen Plänen pro Monat. Dabei muss lediglich eine mit dem jeweiligen CAD-Programm erstellte PDF-Datei mit der gewünschten Maßstab-/Formateinstellung erzeugt und einem Online-Dienstleister als E-Mail-Anhang, inklusive Fertigstellungstermin und weiteren Angaben (Plan gefaltet/gerollt, Abholung/Versand etc.) zugesandt werden. Die Kosten sind unterschiedlich, liegen aber bei einem DIN A0-Ausdruck in Schwarz-Weiß bei etwa einem Euro, bzw. zwei Euro bei Farbe – zuzüglich Mehrwertsteuer, ggf. Faltung/Bearbeitungsgebühr und Versandkosten. Weitere Alternativen zum Neukauf sind auch eine Gerätemiete, das Leasing oder der Kauf gebrauchter und generalüberholter (refurbished) Geräte.

 

Weitere Infos

www.cad.de Rubrik „Hardware“, „Plotter” etc.
www.druckerchannel.de News, Tipps, Infos, Foren
www.plotter-berater.de Plotter-Ratgeber
www.wikipedia.at Suchwort: „Großformatdrucker“ etc.

Hersteller

www.canon.at, www.de.kip.com, www.epson.at, www.hp.com, www.kisters.de, www.mimaki.de, www.mutoh.eu, www.ricoh.at, www.rolanddg.de, www.rowe.de, www.xerox.com

 

Text: Marian Behaneck

Kategorie: EDV, Kolumnen