Campus Steinzentrum Wunsiedel
Weg vom Dekormaterial, hin zum konstruktiven Baustoff: Ein Architekturwettbewerb an der Technischen Universität Dortmund bot Studenten die Gelegenheit, sich mit den Vorteilen des Bauens mit Naturstein zu befassen. Das Projekt ist ein Plädoyer für Nachhaltigkeit und Regionalität.

Setzte sich dank der modularen Bauweise durch: Siegerprojekt von Sven Rohman, Johann Kaplan, Andre Dietzel und Kerem Kiren. © Richard Watzke
119 angehende Architekten und Bauingenieure des vierten Semesters an der TU Dortmund nahmen an einem Gestaltungswettbewerb teil. Thema war der Neubau eines Schülerwohnheims für Auszubildende, Dozenten und Meisterschüler, welches zugleich Vorzeigeprojekt für das zukunftsorientierte Bauen mit regionalen Werkstoffen sein soll. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Verwendung von Naturstein in Massivbauweise, schließlich soll der neue Campus massive Baukonstruktionen aus Naturstein als nicht nur ästhetisch und nachhaltig, sondern auch anspruchsvolle statische Konstruktionen verdeutlichen.
Naturstein praxisnah erleben
Den Impuls für den Studentenwettbewerb gab der Präsident des Deutschen Natursteinverbandes DNV, Hermann Graser, der mit dem Lehrstuhl für Massive Baukonstruktionen der TU Dortmund unter der Leitung von Junior-Professorin Anne Hangebruch zusammenarbeitet und das Potenzial lastabtragender Natursteinkonstruktionen erforscht.

Das Siegerprojekt in der Perspektive. © TEAM 18: Arch.: Sven Rohmann & André Dietzel | Ing.: Johann Kaplan & Kerem Kiren
Eigenheiten von Stein erkennen
Aus 31 Projektentwürfen wurden die fünf besten in Wunsiedel bewertet. Der erste Platz ging an ein Ensemble von drei Gebäudetrakten aus Sandstein, die einen Innenhof in der Mitte bilden. Das Konzept fügt sich laut Jury nicht nur besonders harmonisch in die Hanglage ein, sondern ist architektonisch durchdacht und vor allem auch realistisch umsetzbar, indem die drei Baukörper nicht auf einen Schlag, sondern modular nach Bedarf errichtet werden können.
„Wir müssen uns zurückbesinnen und erforschen, wann und wie Beton durch Naturstein ersetzt werden kann“, zeigten sich Sven Rohman und Johann Kaplan, Sprecher der Gewinnergruppe begeistert. Der Siegerentwurf stellt eine gelungene Kombination aus Pionierprojekt und praktischer Nutzung als Schülerwohnheim dar. Aus der intensiven Beschäftigung mit Naturstein im Rahmen des Wettbewerbs nimmt das Team vor allem die Erkenntnis mit, den Naturstoff Stein nicht wie Beton zu behandeln, sondern seine Eigenheiten anzuerkennen.
Technische Universität Dortmund
Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen
Kategorie: Naturstein








