Ziviltechniker:innen für morgen

5. Juni 2025 Mehr

Architektur, Stadt und Raum, Bauingenieur- und Vermessungswesen, Wasserbau & Umwelttechnik oder Industrielle Technik und Informationstechnologie? Mit der Kampagne Genzt: möchte die Kammer der Ziviltechniker:innen Arch+Ing | Tirol und Vorarlberg das Bewusstsein für das Berufsbild stärken und sowohl Aufmerksamkeit als auch Sichtbarkeit für den Beruf erhöhen: „Ziel ist es, junge Menschen für die vielfältigen beruflichen Chancen in diesem Sektor zu begeistern und ihnen eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie sie aktiv zur Gestaltung der Zukunft beitragen können.“

 


© Jenny Haimerl

 

Insbesondere bei Zivilingenieur:innen stelle der Nachwuchs laut Georg Kofler, Vorsitzender der Sektion Zivilingenieur:innen, eine zentrale Herausforderung dar: „Nur mit motivierten Fachkräften können wir die Zukunft der Branche aktiv gestalten und innovative, nachhaltige Lösungen entwickeln.“

 


© Jenny Haimerl

 

Die Vision

Die Initiative Genzt: zielt darauf ab, den Beruf der Ziviltechniker:innen in Österreich und darüber hinaus als unverzichtbaren Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Gesellschaft weiter zu etablieren. Ein ergänzender Aspekt ist die gesellschaftliche Anerkennung als führende Expert:innen in Bereichen wie Architektur und Ingenieurwesen, die sowohl technisches Know-how als auch kreatives Denken vereinen, um innovative und umweltbewusste Lösungen zu entwickeln. „Wir streben in diesem Zusammenhang danach, den Beruf international stärker zu vernetzen und die globale Bedeutung von Ziviltechniker:innen für die Bewältigung von Herausforderungen wie Urbanisierung, Klimawandel und Infrastrukturentwicklung zu betonen.“ In Österreich soll der Berufsstand zunehmend als attraktive, zukunftsorientierte Karriereoption für junge Menschen wahrgenommen werden, die sowohl berufliche Perspektiven als auch eine aktive Rolle bei der Gestaltung lebenswerter Städte und nachhaltiger Infrastrukturen bietet.

 


Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Auch Ziviltechniker:innen müssen heute aktiv in der Öffentlichkeit Gesicht zeigen, um den Nachwuchs für die eigene Sache zu gewinnen. Die Kampagne Genzt: wurde umgesetzt durch das Innsbrucker Corporate Design & Branding Studio Angi Reisinger. © Angi Reisinger Studio

 

Die Werte

Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung in spannenden Projekten, Work-Life-Balance durch flexible Arbeitsmodelle, Neugier und Offenheit im Umgang mit neuen Technologien, Spaß am Beruf und ein gutes Arbeitsklima zählen für die Generation Z ebenso wie Entwicklungsmöglichkeiten und wechselnde Herausforderungen sowie Digitalisierung als fester Bestandteil des Berufsalltags zu zentralen Werten. Die Initiative möchte den Beruf als Ausdruck eigener Grundüberzeugungen und aktiver Zukunftsgestaltung sowie Selbstwirksamkeit vermitteln: „Wir schaffen ein Bewusstsein für die vielseitigen Möglichkeiten für Ziviltechniker:innen, fördern Innovation und Digitalisierung und rücken die persönliche und berufliche Entfaltung in den Mittelpunkt.“

 

 

Dabei zählen Fachwissen, Objektivität und Qualität – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Dennoch ist der Frauenanteil mit 11 % gering, weshalb die gezielte Förderung ein zentrales Anliegen der Initiator:innen ist: „In Kammergremien und Ausschüssen wird zunehmend auf mehr Geschlechterbalance geachtet und die Sichtbarkeit von Ziviltechnikerinnen wird aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit gestärkt.“

 


„Die Förderung der Diversität, gerade mit Blick auf den geringen Frauenanteil in der Branche, liegt uns sehr am Herzen: durch das Sichtbarmachen von authentischen Vorbildern möchten wir den Beruf für alle Geschlechter und Zielgruppen gleichermaßen attraktiv präsentieren.”

 Georg Kofler, Vorsitzender der Sektion Zivilingenieur:innen und Vorsitzender des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit, Ingenieurkonsulent für Geodäsie und Geoinformation und Initiator der Nachwuchskampagne

 

Genzt: – nachgefragt:

Wie will Genzt: junge Menschen für den Beruf der Ziviltechniker:in begeistern?

Wir setzen auf Testimonials, die ihre Werte und ihren Lebensstil via Fotoshootings und Videos präsentieren. Diese State­ments verknüpfen wir mit dem Berufsbild der Ziviltechniker:innen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und praxisnahe Einblicke in spannende Projekte sollen den Beruf greifbar und attraktiv darstellen und zeigen, dass der Weg Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten bietet – Themen, die der jungen Generation besonders wichtig sind.

Was sind die größten Herausforderungen für die Zukunft des Berufsstandes?

Insbesondere bei Zivilingenieur:innen kämpfen wir mit einem Nachwuchsmangel. Durch gezielte Nachwuchsförderung und eine aktive Präsenz auf Berufsmessen möchten wir junge Menschen daher frühzeitig für den Beruf begeistern. Ziviltechniker:innen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Bauprojekten, sie sind Expert:innen für Themen wie Hochwasserschutz, Erdbeben und andere klimabezogene Herausforderungen. Ihr Know-how wird zunehmend unverzichtbar, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

Was sind konkrete Kontaktpunkte mit Genzt:?

Wir sind immer wieder auf Berufsmessen vertreten und freuen uns über Follower:innen und Herzen auf Instagram
@_genzt. Zukünftig möchten wir verstärkt mit Schulen zusammenarbeiten, um dort die Zukunft des Berufsstandes aktiv mitzugestalten. Unser Ziel ist es, junge Menschen zu finden, die sich für den Beruf des Ziviltechnikers interessieren und gleichzeitig als authentische Testimonials unsere Kampagne nach außen vertreten. Diese Zusammenarbeit soll nicht nur den Zugang zum Beruf erleichtern, sondern auch die Möglichkeit eines Praktikums bieten, um praxisnahe Einblicke zu geben und das Interesse weiter zu fördern.

 

 

Text: Linda Pezzei

 

Kategorie: Architekturszene, Kolumnen, Start