Der Matrjoschka-Effekt in Rotterdam

8. Juni 2017 Mehr

Durch eine radikale Öffnung hat das Büro der Shift architecture ein aus dem 20. Jahrhundert stammendes Stadthaus in ein Wohnhaus mit zwei High-End-Appartements verwandelt. Das Matrjoschka-Haus liegt im Zentrum von Rotterdam und war in einem sehr abgewohnten Zustand, da seine Vorbesitzer es als ein Sub­standard-Hotel für Arbeiter verwendet hatten. Ein Nachbar hatte sich über diese Handlungsweise derart geärgert, dass er es kaufte und die Architekten mit einem totalen Update beauftragte.

Das Gebäude wurde bis auf seine Außenwände und Geschossebenen entkernt, auch die Decken wurden später teilweise in den Wohneinheiten herausgenommen, um zweigeschossige Wohnräume zu ermöglichen. Die Privatbereiche sind in diesen großen Leerstellen „eingehängt“, als Box in der Box und so entstand der namensgebende Matrjoschka-Effekt.

Das untere Appartement hat an beiden Enden einen zweigeschossigen Bereich und schließt so die Schlafräume und das Bad in seinem Zentrum ein. Die beiden Lufträume beinhalten den – halb in der Erde abgesenkten – 14 Meter langen Wohnbereich und sichern die Versorgung mit ausreichend Tageslicht. Das obere Appartement ist eine Umkehrung der Raumverhältnisse des Unteren: Hier sind die Schlafzimmer an den Fassaden platziert und öffnen in der Gebäudemitte einen spektakulären zweigeschossigen Wohnbereich, der durch ein großes Oberlicht erhellt wird.

 

 
An der Straßenseite sind die historischen Elemente restauriert worden. Die hintere Ansicht wurde teilweise entfernt und mit einer Rahmenkonstruktion aus galvanisiertem Stahl ersetzt um die statische Stabilität zu erhalten. Durch eine große Glasschiebetür und drei raumhohe Doppeltüren lassen sich beide Wohnbereiche in Richtung Garten öffnen. Im Herz der beiden Appartements steht ein stahlverkleidetes Objekt, welches die Stiegen, WCs, Lagerräume und Küchengeräte enthält. Ebenso ein freistehender, mit weißen Fliesen verkleideter Arbeitsblock.

Das Innere des Hauses ist ein fortwährender Dialog zwischen alt und neu, modern und traditionell, poliert und roh, vollendet und unvollendet. Wo möglich, sind alte Details der Architektur erhalten geblieben. Ziegelmauern sind unverputzt, alte Dachträger sichtbar und so hält das glatte, harte Metallene mit der Wärme der anderen Materialien ein Gleichgewicht.

Fotos:  ©Noortje Knulst

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Kategorie: Magazin

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