Die steinerne Umarmung in Paros

20. März 2018 Mehr

Auf einer Grundstücksfläche von 11.000 m2 mit einer bebauten Fläche von 150 m2 haben die React Architects (Natasha Deliyianni, Yiorgos Spiridonos) ein Domizil auf der Insel Paros in den griechischen Kykladen geschaffen. Es ist von außen kaum sichtbar, birgt im Inneren der es umarmenden Mauern ein kleines Paradies mit Pool und allen Annehmlichkeiten des Lebens.

 

Paros Paradies Privathaus

 

Dieses Kunststück der Unsichtbarkeit, des Under­statements gelang den Architekten durch eine größtmögliche Integration der umfassenden Mauern in die Landschaft. Sie sind aus den vor Ort üblichen Steinfindlingen errichtet und passen sich völlig der Topologie und auch dem Erscheinungsbild der Landschaft an. Das war auch notwendig, denn die Gegend, in der die Architektur steht, liegt unmittelbar neben dem Kulturschutzgebiet Agios Ioannis Detis (nach der gleichnamigen Kirche), und von den umgebenden Hügeln ist der Ort einsehbar. Von dort oben sind aber maximal die ortsüblichen weißen Terrassen zur Regenwassersammlung (in dem eher wasserarmen Klima der Ägäis) sichtbar, die das Gebäude umhüllenden Steinmauern verhindern größere Einblicke. An manchen Stellen bilden die Umgrenzungen Höfe, an anderen werden Sie zu Baukörpern – immer an die Landschaft angepasst. Unterbrechungen in ihrer Abfolge und Öffnungen gibt es nur spärlich.

Der Komplex besteht aus zwei Baukörpern mit einem gemeinsamen Hof und einem Schwimmbecken. Die Baumasse verteilt sich auf zwei Volumina und ist harmonisch im Erdreich abgesenkt. Die beiden Körper öffnen sich zur Aussicht auf das Meer und der Hof samt seinen Mauern schützt sie vor dem Nordwind, dem „Meltemi“, der den ganzen Sommer das Mittelmeer beherrscht. Der Zugang ist im Westen am höchsten Punkt der Anlage – eingebettet zwischen zwei Stützmauern führt hier eine lange Stiege ins Innere. Die Stufen haben die Proportionen der traditionell auf den Inseln üblichen, sogenannten „Eselsstufen“, das heißt, dass das Verhältnis der Setz- zur Trittstufe an die Schrittlänge der Esel angepasst sind: eine lange Tritt- und eine niedere Setzstufe. Ähnlich wie bei griechischen Klöstern, bei denen die Zellen an der Außenseite und die Kirche in der Mitte liegen, bildet der Hof den Nukleus der Architektur. Die verputzten weißen Mauern der Wohnräume sind meist nur vom Hof aus sichtbar, Fragmente, einen weißen Anschein können Vorbeigehende maximal wahrnehmen. Eine gelungene Transformation der traditionellen Kykladenarchitektur in ein modernes Erscheinungsbild und ein minimierter ökologischer Fußabdruck zeichnen das Projekt aus.

 

 

Fotos:©George Messaritakis

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Kategorie: Magazin, News

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