Modellierungsrichtlinie ist Arbeitsgrundlage im BIM-Projekt

28. Juli 2020 Mehr

Die möglichst reibungslose, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Planungsbeteiligten im Projekt erfordert verbindliche Standards für die Modellierung, den Datenaustausch und die Kommunikation der Partner. Neben den Auftraggeber-Informationsanforderungen und einem BIM-Abwicklungsplan, die auch für kleine Projekte nützlich und wirtschaftlich sind, ist eine Modellierungsrichtlinie eine wichtige Arbeitsgrundlage.

 

 
Eine Modellierungsrichtlinie ist oft eine simple, aber dennoch wichtige PDF-Datei. Wichtig ist, sie früh im Projekt einzubinden. Damit lassen sich wichtige Standards bei der weiteren Bearbeitung setzen. Einige Softwarehersteller, so auch Graphisoft, bieten Richtlinien an, die Architekten und Planer nutzen und individuell anpassen können.

 

Übergreifend vereinbarte Festlegungen in einer Modellierungsrichtlinie erleichtern den Planungsprozess dabei immens. Denn sie ermöglichen eine verbindliche Qualität für den Bauherrn und die Planungspartner. Das schafft Sicherheit im Projekt und verringert das Risiko teurer Ausführungsfehler, da bereits die Planungsursachen erkennbar sind und sich die Fachmodelle im Planungsprozess effizienter prüfen lassen.

Idealerweise setzen sich zum Projektstart alle Planungspartner zusammen und definieren den Modellierungsstandard. BIM-versierte Architekten und Fachplaner arbeiten meist mit ihrer individuellen Richtlinie, die dann projektspezifisch angepasst werden kann. In jeder Modellierungsrichtlinie sind Parameter fixiert, die den Planungsprozess im eigenen Büro und im offenen Austausch mit den Partnern über herstellerübergreifende Austauschformate wie IFC und BCF gestalten.

 


Eine Modellierungsrichtlinie schafft u.a. Klarheit bei den zu modellierenden Elementen und deren exakte Einordnung im Gebäudemodell, hier speziell zur Gründung, den Fundamenten und dem Außenwandanschluss.

 

Aktuell gibt es jedoch weder einen verbindlichen Standard noch eine allgemeingültige Modellierungsrichtlinie, die für alle Projekte gilt. Architekt Oliver Sommer von stereoraum Architekten setzt daher auf seine BIM-Erfahrung und die mit seiner Planungssoftware Archicad mitgelieferte Vorlage: „Wir haben die Archicad-Modellierungsrichtlinie angepasst und ergänzt. Wir schreiben in ihr für jedes dreidimensionale Element fest, wie und mit welchem Werkzeug es zu modellieren und zu benennen ist. Die Modellierungsrichtlinie umfasst außerdem die Geometriequalität des Gebäudemodells und in welchen Leistungsphasen und Bearbeitungsstufen – also Entwurf, Ausführungsplanung etc. – welche Genauigkeit und LOI (Red. Anm.: Level of Information) enthalten sein sollen.“ Das sind die Mindestanforderungen, nach denen stereoraum in jedem Projekt modellieren. Doch es kommen ergänzende Parameter hinzu: „Für uns gilt dabei ein Grundsatz aus unseren frühen Tagen in der 3D-Modellierung: Wir modellieren so, wie tatsächlich gebaut wird. Also entsteht in der Planungsphase ein genaues, digitales Gebäudeabbild. Das heißt aber nicht, dass wir aufwendigst baubegleitend planen. Es ist eher so, dass das digitale Modell möglichst früh eine große Übereinstimmung mit dem was wir bauen wollen, bekommen soll.“

 


Bei der Modellierung beispielsweise eines Dachanschlusses, muss exakt detailliert werden. Je nach Detaillierungsgrad (LOI sowie LOG) in der BIM-Planung kann der Systemaufbau noch durchaus umfangreicher sein und ist ebenfalls in der Modellierungsrichtlinie erfasst.

 

 

GRAPHISOFT Deutschland GmbH
Vertrieb Österreich
mail@graphisoft.at
www.archicad.at

 

 

Autor: Tim Westphal, Berlin.

 

 

Kategorie: EDV, Newsletter, Produktnews

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