Geschichte neu interpretiert

4. März 2020 Mehr

Der Ort Kressbronn am Bodensee ist ein beschauliches Städtchen mit stark traditionell beeinflusstem Baubestand. Dies gilt auch für die 1923 im Ortskern zwischen Marktplatz und Festhalle errichtete Scheune. Als die Gemeinde 2012 ­Architekt Thomas Steimle aus Stuttgart beauftragte, den Stadel in eine öffentliche Bücherei samt Bürgertreff umzuwandeln, war für deshalb auch klar: Der Umbau des früher landwirtschaftlich genutzten Stadels sollte den Charakter des Hauses bewahren, das weit auskragende, schützende Dach erhalten und auch die traditionelle Gliederung in ein massives Erdgeschoss und ein darüberliegendes filigranes Tennengeschoss übernehmen.

 

 

Geplant war die alte Fassade mit ihrer charakteristischen Stülpschalung durch eine filigrane Holzkonstruktion zu ersetzen, das Sockelgeschoss aus grobem, verputztem Mauerwerk und Beton aber zu erhalten. Im Zuge der Baumaßnahmen zeigte sich jedoch, dass die vorhandene Substanz nicht mehr zu verwenden war und komplett abgetragen werden musste. An ihre Stelle trat ein neuer, bis zu 3,5 Meter hoher Sockel aus 77 Zentimeter starkem Liapor-Leichtbeton.

Die Entscheidung für diesen Baustoff traf der Planer nicht nur aus statischen und energetischen Gründen: „Der Liapor-Leichtbeton spiegelt in seiner Materialität und monolithischen Massivität auch perfekt den Charakter des alten Sockels wider“, so Thomas Steimle. „Gleichzeitig lässt sich am Leichtbeton auch dessen Erstellung ablesen, in Anlehnung an das Handwerkliche des früheren Sockels.“ Deswegen wurden die Sichtbetonflächen auch nicht aufwendig veredelt, sondern erscheinen so, wie sie nach dem Ausschalen zutage traten. „Der Leichtbeton entwickelt seine Schönheit und Qualität dadurch, dass er sehr authentisch ist. Es ist ein grundehrlicher Baustoff, durch und durch echt.“

 

 

Für den Sockel kamen rund 135 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton LC12/13 mit einer Rohdichte von 1.200 kg/m³ zum Einsatz. Nach dem Bau des Sockels wurde das Obergeschoss errichtet. Spannungsreiche Akzente setzen hier die sichtbaren Balken des Dachstuhls, die aufwendig restauriert und nur wo unbedingt erforderlich ersetzt wurden. Einzigartig sind auch die auf der gesamten Obergeschossfassade angebrachten vertikalen Holzlamellen. Sie sind in Längsachse unterschiedlich zueinander gedreht montiert und filtern das Tageslicht.

Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist der historische, eher introvertiert wirkende Speicher zu einem modernen, offenen Haus geworden, das im Herbst 2018 eröffnet und seither mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

 

Lias Österreich GesmbH
T +43 (0)3155 2368-0
info@liapor.at
www.liapor.at

 

Fotos: Brigida González

 

Kategorie: Fassade, Produktnews

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