3M Hauptquartier – Mario Cucinella Architects MC A

13. April 2011 Mehr

3M Hauptquartier, Italien – Mario Cucinella Architects MC A

Das neue Hauptquartier von 3M Italien befindet sich in den Außenbezirken von Mailand, in einer Region namens Pioltello. Das Gebäude ist das Erste, das in diesem Gebiet aufgrund eines Bebauungsplanes von MC A aus dem Jahre 2005 errichtet wurde.

Was aus der Ferne wie ein großer, waagrecht liegender Bund von Mikadostäbchen aussieht, ist in Wirklichkeit ein raffiniert ausgeklügeltes Beschattungssystem. Die vor der Fassade horizontal angeordneten Lamellen schließen auf der Nordseite bündig mit dem Baukörper ab, auf der Südseite ragen sie unregelmäßig über das Gebäude in den Bereich der Terrassen hinaus. Dadurch entsteht ein dynamischer Eindruck, ein Effekt, der das Auge gleichsam in Verlängerung der Architektur in die Ferne, zum Horizont schweifen lässt. Es entsteht der Anschein von etwas Unfertigem, das noch in Entwicklung begriffen ist und sich in die Ferne (Globalität) fortsetzt.

Vorschusslorbeeren

MC A entwarf das neue 3M Italien, Hauptquartier als geometrische Komposition von Räumen und strukturellen Linien. Es repräsentiert die Prinzipien der Nachhaltigkeit und Erneuerung beim Gebrauch von Materialien und Technologien genauso wie die Durchdringung der Gebäudematrix mit der Umwelt. Schon bevor das Gebäude überhaupt fertig war, erhielt es eine Menge Lob und internationale Anerkennung, wie zum Beispiel den US Award 2009 in der Kategorie Architektur. Es hat das Energie Zertifikat der Klasse A der Region Lombardei erhalten und ist in den Kyoto-Club als Beispiel für die außergewöhnliche Reduktion des Energieverbrauches aufgenommen worden.
Die Grundsteinlegung erfolgte im Oktober 2008, und nach 16 Monaten Bauzeit konnte das Gebäude in Betrieb genommen werden.

Die Vision

Das Gebäude repräsentiert die Arbeit einer neuen Generation von Architekten, die sich durch gehobene Qualität und ökologisch nachhaltige Standards auszeichnet. Ziel der Architekten war es, in Harmonie und im Einklang mit der Umgebung zu bauen, indem Arbeitsflächen und Innenräume mit Außenbereichen wie Grünflächen, Fußwegen, Wasserflächen, von Bäumen begrenzten Straßen und Terrassen, in einen Zusammenhang gebracht werden.
Durch die großzügige Verwendung von Widmungen und Räumen materialisiert sich in diesem Gebäude eine Zukunftsvision, die vier Grundprinzipien folgt: Energieeffizienz, umweltverträgliche Materialien, Gebrauch von erneuerbarer Energie und Behaglichkeit.
Die Wahl des Standortes, nur 300 Meter entfernt von den ehemaligen Büros in Segrate, einer Nachbargemeinde, war stark von der Überlegung bestimmt, logistische Probleme für die Mitarbeiter (soziale Nachhaltigkeit) so gering wie möglich zu halten.

Die Architektur

Ein linearer Baukörper – 105 Meter lang und 21 Meter breit – ist terrassiert und treppt sich von fünf bis auf zwei Geschoße ab. Die Form und die Orientierung des Gebäudes erlauben ein optimales Eingehen auf Klima- und Umwelteinflüsse. Die Nord-, Ost- und Westfassade haben ein speziell entworfenes Schutz- und Verschattungssystem, das wie eine gigantische Klimamaschine aussieht. Die Südfassade ist abgetreppt und bietet eine Serie von wind- und sonnengeschützten Terrassen für die Mitarbeiter. Die Terrassen wirken wie ein Puffer zwischen Außen- und Innenraum und schützen das Gebäude vor extremen Witterungseinflüssen im Winter wie auch im Sommer.
Der Baukörper ist eine strenge, aber leichte, lineare Struktur mit charakteristisch variierenden Höhen, die eine Gesamtnutzfläche von 10.300 m² ergibt. Es gibt zwei nicht überdachte Innenhöfe, die zusammen mit den transparenten Fassaden (die mit einer speziellen Isolierverglasung versehen sind) das natürliche Tageslicht bis in die Tiefe des Hauses bringen. In den oberen Geschoßen wurde eine Fotovoltaikanlage eingebaut, die pro Jahr Strom im Ausmaß von 100.000 KW/h für das gesamte Haus erzeugt. Die für die Heizung und Kühlung notwendige Energie wird mittels Geothermie gewonnen. Ein hocheffizientes Wärmerückgewinnungssystem sowie eine elektronische Steuerung der Haustechnik und der Beleuchtung tragen zusätzlich zur Reduktion des Energieverbrauches bei.

Innenräume

Das Gebäude bietet eine maximale Effizienz der Innenräume durch eine gut ausgewogene Mischung zwischen vorhandenen und benutzten Flächen. Die Kundenzone, der 3M-Store im Auditorium, Versammlungs- und Vorführräume, das internationale Design-Labor und das WLAN-Café befinden sich im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß. Die 600 Arbeitsplätze in den Obergeschoßen – alle nicht mehr als vier Meter vom natürlichen Licht entfernt – sind als einfache, komfortable Lösungen entworfen, bei denen viel Liebe auf die Details gelegt wurde: aber nicht nur aus ästhetischer Sicht und aus Designgründen, sondern immer auch mit dem Anspruch der Innovation.
Die Lärmbelastung wurde wesentlich durch die Verwendung von Hightech-Schallschutzmaterialien und entsprechenden Bodenbelägen reduziert. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden auch die Lösungen für die interne Beschriftung und Beschilderung, die Beleuchtung und die Farbgebung behandelt. Alle Räume schaffen eine Balance aus sozialem Wohlfühlen und Arbeitseffektivität,  durch das modulare System der Grundstruktur der Architektur bieten sie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, um jederzeit auf Veränderungen zu reagieren: jetzt und in der Zukunft.

3M Italien, Hauptquartier

Mailand, Italien

Bauherr: Pirelli & C. Real Estata S.p. A Development Management Italy
Planung: Mario Cucinella Architects
Statik: SCE Project
Bebaute Fläche: 3.000 m²
Nutzfläche: 10.300 m²
Planungsbeginn: 2008
Bauzeit: 10 Monate
Fertigstellung: 2010
Baukosten: 15 Mio. Euro

Das neue Hauptquartier von 3M Italien beherbergt ein 105 m langer und 21 Meter breiter terrassierter Baukörper im typisch italienischen „coolen“ aber doch sympathischen Design. Durch die Einbeziehung der Aspekte Energieeffizienz, umweltverträgliche Materialien, Gebrauch von erneuerbarer Energie und Behaglichkeit wird der Bau zu einem Beispiel für die Arbeit einer neuen Generation von Architekten.

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Kategorie: Projekte

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