Alte Struktur neu gedacht

12. März 2020 Mehr

Im südportugiesischen Fischerdorf Aldeia do Meco kann das Ferienhaus Pátio do Meco gemietet werden. Mit seinem Entwurf zeigt der Architekt Fábio Ferreira Neves wie man eine traditionelle Typologie zeitgemäß interpretieren kann und schafft darin ein stilvolles Urlaubsdomizil.

 

Pátio do Meco

 

Im Spanischen und Portugiesischen bezeichnet ein „Pátio“ einen allseitig umschlossenen Innenhof, zu dem hin sich die Wohnräume öffnen. Einen solchen besitzt das Ferienhaus Pátio do Meco, gelegen im südportugiesischen Fischerdorf Aldeia do Meco. Architekt Fábio Ferreira Neves gestaltete dieses basierend auf den Strukturen des ursprünglichen Hauses neu.

 

 

Eigentlich befand sich auf dem Grundstück ein Haus, das aus zwei Gebäudeteilen bestand und so zwei Familien darin aufnehmen konnte. Dessen fortgeschrittener Zerfall führte zur Entscheidung es abzubrechen und ein neues zu errichten. Der Architekt entschied sich dabei bewusst für einen respektvollen Umgang mit der alten Struktur: Positionierung und Proportionierung orientieren sich daran. Auch das steinerne Mauerwerk des Ursprungsbaus wurde in den Neubau integriert.
Auf dem Grundstück befinden sich nun aber nicht mehr nur zwei Gebäudeteile, sondern gleich sieben davon gruppieren sich um den Innenhof. Zwischen diesen verschiedenen Einheiten erstrecken sich mehrere Terrassen. Eine entlang der Grundstücksgrenze verlaufende Mauer schottet diese von der Straße ab und schafft Privatsphäre. Nur eine der Terrassen bleibt von außen sichtbar, über diese betritt man das Gebäudeensemble. Sie mündet in eine innenliegende Terrasse, die für die Erschließung der separierten Räume notwendig ist.

 

Der Hauptbau befindet sich unmittelbar neben dem Grundstückszugang und kann direkt über die südlich orientierte Terrasse betreten werden. In ihm sind ein gemeinschaftlicher Aufenthalts- und Essbereich sowie die Küche untergebracht. Alle anderen Gebäudeeinheiten sind für private und technische Funktionen reserviert. Insgesamt vier Gästezimmer mit jeweils eigenem Bad sind um den Innenhof angeordnet. Die Öffnung dieser erfolgt nur in Richtung der mit Schilf überdeckten Terrasse, von dieser Seite werden sie belichtet und erschlossen. Sie funktioniert auch als ein kleiner privater Vorbereich für die Zimmer im Außenraum.
Die Ausstattung der Innenräume folgt der Ausstrahlung des Außenraumes: viel Weiß und die Wirkungskraft verschiedener Materialien und Abstraktheit. Trotz der auch teilweise dunkleren Farbwahl besitzt die Möblierung einen gewohnt zurückhaltenden Charakter.
Abgesehen von den Terrassen, die eine einschneidende Wirkung besitzen, erscheint das Gebäudevolumen sehr verschlossen und durch die entstehenden großen weißen Flächen sehr reduziert. Trotzdem erkennt man den mediterranen Kontext des Neubaus aufgrund von verschiedenen verwendeten Elementen: die Dachdeckung mit Ziegeln, die Olivenbäume, das Wasserbecken und nicht zuletzt der Pátio. Dieser wird dabei neu interpretiert: Die pavillonartige Struktur wirkt zusammen mit den überdachten Terrassen und der Umschließungsmauer als eine durchgehende Struktur, die den Innenhof umfasst. Sie schafft für ihre Gäste einen großartigen Ausgangspunkt, um in einen entspannten Ferientag zu starten und diesen vollkommen genießen zu können.

 

Pátio do Meco
Aldeia do Meco, Portugal

Architekt: Fábio Ferreira Neves
Mitarbeiter: Margie Walraven (Interior Design)
Statik: Carlos Goncalves

Grundstücksfläche: 428 m²
Bebaute Fläche: 225 m²
Nutzfläche: 150 m²
Planungsbeginn: 2012
Bauzeit: 4 Jahre
Fertigstellung: 2018
Baukosten: 270.000 Euro

 

Text: Alexndra Ullmann
Fotos: Nelson Garrido

Kategorie: Projekte

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