Architektur für Ärzte und Patienten

17. September 2015 Mehr

 

Die Gestaltung einer Arztpraxis stellt Architekten vor besondere Herausforderungen. Nicht nur muss sie die Wege und Abläufe im Ordinationsalltag berücksichtigen, sondern auch die besonderen Bedürfnisse der Patienten. Für eine Ordination am Währinger Gürtel in Wien begegnete das Architekturbüro smartvoll diesen Ansprüchen mit einer Lösung, die Vertrauen schafft und Werte reflektiert: offen, modern und einfühlsam.

 

 

Die internistische Privatpraxis „Health for Life“ eröffnete im Oktober 2014 am Währinger Gürtel im 9. Wiener Gemeindebezirk. Sie sieht sich als freundlicher und kompetenter Partner ihrer Patienten, denen hier auf Augenhöhe begegnet wird. Der Architektur kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: verstanden als Mittel, Ängste zu nehmen, Vertrauen aufzubauen und Wertschätzung auszudrücken. Gleichzeitig bildet sie durch ihre formale Qualität das Niveau der medizinischen Leistungen nach außen hin ab: Wo die Gestaltung das Heute reflektiert, wird auch am neuesten Stand gearbeitet. Damit dient die Architektur nicht zuletzt als Alleinstellungsmerkmal und Mittel der Positionierung, auch gegenüber dem Mitbewerb.

Verantwortlich dafür zeichnen Philipp Buxbaum und Christian Kircher vom Wiener Büro smartvoll architekten. In enger Zusammenarbeit mit den Auftraggebern – zwei jungen Spitalsärzten, die sich nun mit der Gruppenordination selbständig gemacht haben – entstand ein Konzept, das sich nach den Bedürfnissen der Patienten ausrichtet. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Vermeiden von Frontalsituationen. Schon im Eingangsbereich wird auf die reguläre Empfangstheke zugunsten eines Infopoints verzichtet. Eine starke Begrüßungsgeste schafft ein skulpturaler, dem Logo entlehnter Kreis als Symbol des Lebenszyklus, der mit seiner Transparenz ein erstes Zeichen des Vertrauens setzt.
Das klassische zentrale Wartezimmer gibt es hier nicht. Stattdessen nehmen die Patienten vor den jeweiligen Behandlungsräumen in gemütlichen, diskreten Wartenischen Platz, von wo sie direkt vom behandelnden Arzt in den Behandlungsraum geleitet werden. Die Kommunikation geschieht auf Augenhöhe: „Arzt und Patient setzen sich zum Gespräch gemeinsam an einen Tisch.“ – Entsprechend wurde auch das Mobiliar gewählt.

Der – barrierefreie – Eingang zur Ordination wurde aus Gründen der Diskretion vom Gürtel in eine Seitengasse verlegt, was den Nachteil des Standorts aufhebt. Außer im Eingangsbereich, „wo der Bezug nach außen wichtig ist“, umgibt ein Vorhang die Räumlichkeiten. Das Nach-Innen-Kehren, weg von der Straße, schafft eine vertraute, geschützte Atmosphäre, zusätzlich unterstrichen vom warmen Ton des Parketts. Wesentlich ist auch die Lichtdramaturgie. Vom hellen Entree wird das Licht zu den Wartenischen hin abgedämpft, während in den Behandlungsräumen warmes Licht für Entspannung beim Patienten sorgt. Im Ganzen eine Lösung, deren zeitgemäßer und empathischer Charakter wesentlich zur Kundenbindung beiträgt. Und die wird schließlich auch im medizinischen Bereich immer wichtiger.

 

Fotos: smartvoll

 

Kategorie: Projekte

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