Fahrradhügel in Kopenhagen

14. Februar 2020 Mehr

Man kann Fahrradabstellplätze auch mit ein wenig Aufwand interessant gestalten, sie müssen nicht wie Lagerflächen aus Metallgestellen wirken. COBE unter der Leitung von Dan Stubbergaard hat im späten August in Kooperation mit EKJ Consulting Engineers ein Projekt in Kopenhagen vollendet, das nicht nur für die Fahrradstadt des Nordens beispielgebend sein kann.

 

 

Auf der mehr als 20.000 Quadratmeter großen Fläche des Karen Blixens Plads ist eine leicht gewellte Landschaft mit ausgehöhlten Hügeln entstanden – in den Höhlen finden mehr als 2.000 geparkte Fahrräder Platz. Es ist eine neue und auch innovative Art, die Drahtesel zu verstauen. Der Karen Blixens Plads ist einer der größten in Kopenhagen und liegt zwischen der Universität, der königlichen Bibliothek und dem südlichen Campus der Uni. Als offener, angenehmer Raum erfüllt er heute mehrere Funktionen: Er dient als Abstellfläche für den grünen Zweig der städtischen Mobilität, unterstützt die Verstärkung der Biodiversität in der Stadt und wirkt auch dem Klimawandel durch die Reduktion von Hitzeinseln entgegen. Vertiefungen im Platz sammeln bei Starkregen das Wasser, bilden kleine Tümpel und Biotope, entlasten so die städtische Kanalisation, sind Flächen der Verdunstung und somit klimafördernd.

 

 

Wie ein Teppich entworfen, bedeckt er das gewellte Terrain mit seinen kleinen Hügeln und Unterbrechungen, teilt die große Fläche in Zonen mit genügend Platz für Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Dome in den Hügeln. Die drei Fahrradhöhlen sind aus Stahlbetonschalen errichtet, außen sind diese mit handverlegten Fliesen in den Farben der Umgebung und der Universitätsgebäude verkleidet. Die Kon­struktion und Statik der Hügel war allerdings durch die großen Öffnungen eine gewisse Herausforderung.

 

 

Sitzstufen bieten als kleine Amphitheater einen zusätzlichen Nutzen. Bis zu 1.000 Personen können in diesem Auditorium bei Konzerten oder öffentlichen Events Platz finden. So wird der Ort zu einem aktiven Treffpunkt für Studenten, Angestellte und Bewohner der Gegend. Die restlichen Flächen sind als Fahr- und Gehwege ausgewiesen, immer wieder unterbrochen von kleinen runden Grüninseln. Alle verwendeten Materialien sind einfach und langlebig, die Beleuchtung und Fahrradabstellplätze benötigen fast keine Wartung. An den Rändern des Platzes verzahnen sich Grünflächen und urbaner Raum.

Da in Kopenhagen mehr als 40% der Menschen täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, verlangt es auch nach innovativen Lösungen für die Mobilität der Bürger. COBE hat schon mehrere Projekte entworfen, zum Beispiel die „Fahrradbetten“ bei der Nørreport Station, jetzt sind es eben „Fahrradhügel“ geworden.

 

 

Fotos: Rasmus Hjortshøj
Text: Peter Reischer

http://www.cobe.dk

 

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Kategorie: Projekte

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