Farbe, Material & Atmosphäre
Soziale Kontakte und Zusammenarbeit, aber auch Platz für Konzentration und Rückzug – das alles sollten die Relaxound-Büros ihren Mitarbeitenden bieten. Auf 490 m2 schufen Ester Bruzkus Architekten für das Berliner Start-up farbenfrohe und flexible Arbeitsplätze, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden, die gemeinschaftliche Unternehmenskultur in den Fokus rücken und so eine ansprechende Alternative zum Homeoffice schaffen.
In den 5,60 Meter hohen Bestandsräumen gab es auch vor dem Umbau bereits ein Zwischengeschoss. Das Planerteam erweiterte dieses um einen neuen Einbau, sodass sich nun ein L-förmiges Plateau über die untere Ebene der offenen Arbeitswelt legt und diese überblickt. Die einzelnen Funktionen finden dank der zweistöckigen, internen Organisation fortan in unterschiedlich großen Räumen mit verschiedenen Qualitäten Platz. Während der – zu den Fensterflächen hin orientierte – Bereich zum hellen Studioraum wird, der sich über die gesamte Höhe erstreckt, befindet sich im niedrigen Teil unter dem Mezzanin eine Art gemütliches Wohnzimmer mit Ausstellungsflächen für die hauseigenen Produkte.
Rund um die Lounge sind außerdem hinter Schiebetüren kleine, abgetrennte Räume angeordnet. In ihnen kann allein oder im Team ungestört gearbeitet oder sich zurückgezogen werden. Außerdem versteckt sich hier eine Treppe hinauf in die Zwischenebene, wo weitere Sitzplätze und Boxen für ruhiges Arbeiten untergebracht sind. Zentral in dem offenen Studio führt ein weiterer Aufgang in die Galerie und weiter nach oben in den großzügigen Gemeinschaftsraum mit Küche und Essbereich. Zwischen den Arbeitsplätzen laden in beiden Ebenen der Relaxound-Offices Gemeinschaftsbereiche zu informellen Treffen und Interaktion ein.
Neben der Aufteilung der Funktionen spielen auch Farbe und Material eine zentrale Rolle: Im offenen Studio prägen weiße Wände und jede Menge Tageslicht das Bild. Dazu kombiniert man rund um kollektiv genutzte Schreibtische knallige Einrichtungsgegenstände in Blockfarben und Pflanzen. Der neue Einbau wurde hingegen in einer Kombination aus durchgehend kobaltblau eingefärbten MDF-Platten, einer sichtbaren Holzstruktur und Verglasungen (für visuelle Verbindungen und natürliche Belichtung) ausgeführt. Stoffe, Filz und offenzelliges Aluminium absorbieren den Schall in der leichten Konstruktion im Raum und regulieren die Akustik in den kleinen Zellen. Bei den Stahlelementen der Galerie entschieden sich die Architekten für ein leichtes Türkisgrün. Durch den gezielten Einsatz von Farbe wird die Atmosphäre in den Büroräumen gezielt beeinflusst: In den kleineren Bereichen ist es dunkler und gemütlicher. In den sozialen, informellen Flächen sorgen helle, freundliche Nuancen für ein entspanntes Ambiente.
Den krönenden Abschluss des Projekts bilden die neuen Toiletten. Ester Bruzkus Architekten verpackten diese in einen – von außen mit Edelstahl verkleideten – Raum. Mit einer Vogeltapete steht er ganz im Zeichen der Relaxound-Produkte: Das Unternehmen stellt kleine Häuschen her, die Naturgeräusche in Innenräume bringen. Auf mehreren Regalen reihen sich in den WC-Anlagen die sogenannten Zwitscherhäuschen aneinander und machen selbst den Besuch der Nasszellen zum besonderen Erlebnis.
Mit dem bunten Mix aus formellen und informellen Bereichen soll das Konzept der abwechslungsreichen Arbeitslandschaft künftig dazu beitragen, dass sich die Mitarbeitenden fast wie zu Hause fühlen – und gerne ins Büro kommen.
Text: Edina Obermoser
Fotos: Noshe
Kategorie: Projekte









