Runde Sache
Mitten im größten Universitätscampus der Stadt Porto entstand mit „Hoso“ ein bemerkenswertes Studentenwohnheim, das durch seine zylindrische Form, modulare Bauweise und intelligente Gestaltung neue Maßstäbe für studentisches Wohnen setzen soll. Entworfen vom renommierten Architekturbüro OODA, wurde der Bau im Zeitraum von von nur 14 Monaten fertiggestellt.
Urbaner Lückenschluss
Das Wohnhochhaus schließt eine urbane Brache, die durch die Infrastruktur der inneren Stadtautobahn entstanden war. Eingebettet zwischen orthogonalen Baukörpern, setzt Hoso mit seiner runden Form einen bewussten Kontrast, der nicht nur gestalterisch auffällt, sondern auch funktional überzeugt: Die kreisförmige Geometrie reduziert Verkehrsflächen und ermöglicht eine flexible, offene Raumaufteilung. Alle haustechnischen Infrastrukturen wurden zentral zusammengefasst, was sowohl die Erschließung als auch die Variabilität der Grundrisse vereinfacht.
Vorfertigung als Bauprinzip
Die Tragstruktur besteht aus vorgefertigten Betonelementen, die im Werk produziert und vor Ort montiert wurden. Jede Etage wurde innerhalb einer Woche aufgebaut. Diese modulare Bauweise senkt nicht nur die Baukosten und -zeit um rund 30 %, sondern auch das Risiko baulicher Unwägbarkeiten. Darüber hinaus ermöglicht sie eine effiziente Logistik mit reduziertem Transportaufwand – was sich positiv auf die CO2-Bilanz und die Abfallmenge auswirkt.
Fassade mit Mehrwert
Die Gebäudehülle übernimmt gleich mehrere Funktionen: Sie schützt die Wohnmodule vor direkter Sonneneinstrahlung sowie vor Lärm durch den nahegelegenen Straßenverkehr. Gleichzeitig gewährleistet sie durch ihre Gestaltung ein hohes Maß an Privatsphäre. Umlaufende Balkone geben dem Gebäude Dynamik und plastische Tiefe – ein Spiel aus vertikalen und horizontalen Linien, das dem Bau eine ikonische Präsenz verleiht.
Die oberen und unteren Ebenen dienen gemeinschaftlichen Nutzungen, wobei das Dachgeschoss mit einer großzügigen Terrasse und Panoramablick über Porto als krönender Abschluss des Bauwerks fungiert. Der 9.350 m2 große Bau bietet so nicht nur funktionalen Wohnraum, sondern auch Orte der Begegnung und des Austauschs.
Fotos: Fernando Guerra
Kategorie: Projekte









