Runde Sache

26. Juni 2025 Mehr

Mitten im größten Universitätscampus der Stadt Porto entstand mit „Hoso“ ein bemerkenswertes Studentenwohnheim, das durch seine zylindrische Form, modulare Bauweise und intelligente Gestaltung neue Maßstäbe für studentisches Wohnen setzen soll. Entworfen vom renommierten Architekturbüro OODA, wurde der Bau im Zeitraum von von nur 14 Monaten fertiggestellt.

 

 

Urbaner Lückenschluss

Das Wohnhochhaus schließt eine urbane Brache, die durch die Infrastruktur der inneren Stadtautobahn entstanden war. Eingebettet zwischen orthogonalen Baukörpern, setzt Hoso mit seiner runden Form einen bewussten Kontrast, der nicht nur gestalterisch auffällt, sondern auch funktional überzeugt: Die kreisförmige Geometrie reduziert Verkehrsflächen und ermöglicht eine flexible, offene Raumaufteilung. Alle haustechnischen Infrastrukturen wurden zentral zusammengefasst, was sowohl die Erschließung als auch die Variabilität der Grundrisse vereinfacht.

 

 

Vorfertigung als Bauprinzip

Die Tragstruktur besteht aus vorgefertigten Beton­elementen, die im Werk produziert und vor Ort montiert wurden. Jede Etage wurde innerhalb einer Woche aufgebaut. Diese modulare Bauweise senkt nicht nur die Baukosten und -zeit um rund 30 %, sondern auch das Risiko baulicher Unwägbarkeiten. Darüber hinaus ermöglicht sie eine effiziente Logistik mit reduziertem Transportaufwand – was sich positiv auf die CO2-Bilanz und die Abfallmenge auswirkt.

 

 

Fassade mit Mehrwert

Die Gebäudehülle übernimmt gleich mehrere Funktionen: Sie schützt die Wohnmodule vor direkter Sonneneinstrahlung sowie vor Lärm durch den nahegelegenen Straßenverkehr. Gleichzeitig gewährleistet sie durch ihre Gestaltung ein hohes Maß an Privatsphäre. Umlaufende Balkone geben dem Gebäude Dynamik und plastische Tiefe – ein Spiel aus vertikalen und horizontalen Linien, das dem Bau eine ikonische Präsenz verleiht.

Die oberen und unteren Ebenen dienen gemeinschaftlichen Nutzungen, wobei das Dachgeschoss mit einer großzügigen Terrasse und Panoramablick über Porto als krönender Abschluss des Bauwerks fungiert. Der 9.350 m2 große Bau bietet so nicht nur funktionalen Wohnraum, sondern auch Orte der Begegnung und des Austauschs.

 

 

Fotos: Fernando Guerra

Kategorie: Projekte