So wohnt Martin Mühlböck

25. November 2016 Mehr

Wohnen wie in einem Holzschuppen.

„Die schönsten Gebäude im Mühlviertel sind die Holzschuppen!“,
meint der Mühlviertler Inneneinrichtungsspezialist Martin Mühlböck. Nun verwirklichte er sich den Traum eines eigenen Hauses am Ortsrand eines beschaulichen Dorfes in der Nähe von Linz, indem er versuchte, die traditionelle Architektur der Region in die Planung miteinfließen zu lassen.

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Der Bungalow, der an einem flach auslaufenden Nordhang liegt, teilt sich in zwei Gebäudeteile – einem kleinen Schlafhaus mit Satteldach sowie einem zweiten L-förmigen Haupthaus – die gemeinsam eine Hofform bilden. Große Glasflächen im geschützten Hof, der Richtung Westen ausgerichtet ist, geben den Blick auf einen Naturpool sowie auf eine große Wiesenfläche mit den für die Region typischen Rainen frei. Die überdachten Außenbereiche sind so ausgerichtet, dass zu jeder Jahreszeit ein schattiger und ein sonniger Platz zur Verfügung stehen, ohne dass ein Aufstellen von zusätzlichem Sonnenschutz notwendig ist. Die Decke des Haupthauses ist in einer mit Holz geschalten Sichtbetondecke ausgeführt. Diese läuft auch in die überdachten Außenbereiche des Hauses weiter. Die wie ergrautes Holz wirkende Decke erweckt den Eindruck, als ob sich der Holzboden in der Decke spiegeln würde. Grazile Leuchten ragen direkt aus der Sichtbetondecke und lassen sich auch zur Gänze darin versenken. Dies war eine große planerische Herausforderung für den Innenarchitekten, da beim Schalen der Decke bereits sämtliche Beleuchtungskörper eingeplant werden mussten. Das heißt, dass das Inneneinrichtungskonzept schon zu Beginn des Baues bis ins Detail festgestanden ist und darauf basierend das Beleuchtungskonzept erstellt wurde. Das Haus wurde sozusagen von innen heraus geplant. Die Zwischendecke des Schlafhauses ist aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Erwägungen in Fichtenholz mit Schafwolldämmung ausgeführt.

Die Fassade des Schlafhauses sowie die ostseitige Ansicht wurde mit bei Mond geschlägertem Fichten- und Tannenholz vertäfelt, wie es auch an den alten, silbergrauen Holzschuppen des Mühlviertels zu finden ist. Die Dämmung erfolgte mit Schafwolle. Die Holzfassade der ostseitigen Ansicht ist nur durch einige kleinere bzw. einer größeren Fensterfläche durchbrochen, die den Blick auf den darunterliegenden Ort mit dem Kirchturm sowie dem gegenüberliegenden Wiesenrainhang freigeben. Eine Öffnung, die sich unterhalb des Haupthauses durch die Architektur ergibt, dient als Carport und erspart eine zusätzliche Garage. Unter dem Wohntrakt ergibt sich ebenso ein großer Raum als Werkstatt für den gelernten Tischler.

Das Haus kann man entweder von den Fahrzeugen kommend über das Untergeschoss betreten, wo auch ein großzügiger Stauraum für diverse Utensilien für familiäre Sport- und Freizeitaktivitäten vorhanden ist. Im Eingangsbereich ist der Boden als Fließestrich ausgeführt und einige Wände im Haus sind in Sichtbetonqualität belassen worden. Über die Sichtbetonstiege gelangt man zum Wohnbereich im Obergeschoss. Der Eingangsbereich liegt auch aus kältetechnischen Überlegungen tiefer als der Wohnbereich. Der Kaltluftsee, der beim Betreten des Haues entsteht, soll im Eingangsbereich bleiben. Über zwei kleine Stufen betritt man dann den mit Ammoniak behandelten dunklen rustikalen Eichenboden, der einen warmen Kontrast zu den auf ihre Funktion reduzierten Sichtbetonmauern bildet. Vom Wohntrakt des Hauses öffnet sich der Blick auf einen weitläufigen offenen Küchenwohnraum. Die selbst gebaute, in anthrazit gehaltene, mühlböck-Keramikküche ist Herzstück des Hauses – eine Selbstverständlichkeit für einen Küchenarchitekten. Die eigentliche Küche lässt sich durch eine raffinierte, zusammenklappbare Eschenholzwand von der Backstage-Küche, die viel Platz für Vorbereitungsarbeiten bietet, trennen.

Ein kleiner Gang mit einer bündig zur Mauer laufenden Bibliothek verbindet das L-förmige Haupthaus mit dem Schlafhaus, dieses ist aufgeteilt in Schlafräume, Toiletten, Kinder- und Elternbad sowie Sauna. Dunkle Mosaikfliesen kontrastieren im Bad mit dem auf einem Sockel aufliegenden weißen Corianwaschtisch und der frei stehenden Badewanne. Die Dusche ist in einer Öffnung hinter dem Waschtisch versteckt. Der Dachboden des Schlafhauses bietet Platz für einen großflächigen Raum für Gäste bzw. einen Spielraum für die Kinder.

Fotos: ©Martin Mühlböck

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Kategorie: News, Projekte

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