Wo Schuhkauf zum Erlebnis wird

6. Juli 2022 Mehr

Traditionelle Qualität trifft im neuen Flagship-Store des High-End-Schuhlabels Notabene auf industrielles Design. Mitten in der Altstadt von Kopenhagen entwickelten Norm Architects ein völlig neues Ladenkonzept und setzten dabei auf Beton, Eichenholz und Metall. Kunden können hier nicht nur einkaufen, sondern in dem holistischen Shop vom Entwurfsprozess bis hin zu Produktion und Pflege in die Welt der Schuhe eintauchen.

 

 

Das Planerteam ließ sich bei der Gestaltung des Shops von der Philosophie der traditionellen Marke inspirieren und wählte Kontraste: Klassisch trifft auf innovativ, zart auf kraftvoll. Während rohe Oberflächen die Geschichte der Räumlichkeiten erzählen, spiegeln exklusive Schreinerarbeiten das präzise Schusterhandwerk wider. Das Ergebnis ist ein 250 m2 großer Laden, der Verkaufsfläche und Atelier vereint und die hochwertigen Produkte in den Fokus rückt.

 

 

Beim Betreten des Stores gelangt man direkt in den Hauptraum, der mit hohen Decken, unverkleideten Sichtbetonwänden und -säulen empfängt. Leichte Vorhänge legen sich vor die großen Fenster und sorgen für Privatsphäre, lassen aber gleichzeitig jede Menge Licht in den Raum. Auf dem hellen Terrazzoboden stehen Sockel aus Ton und Holz, auf denen die Schuhe ausgestellt werden. Entlang der Wände fungieren zart-schimmernde Metallregale als weitere Präsentationsflächen. Sämtliche Holzeinbauten wurden von lokalen Handwerkern maßgefertigt. Die Möbel entwarfen die japanischen Designer Karimoku Case Study speziell für den Laden. Zum prägenden Element des Raums wird eine skulpturale Treppe: Sie verbindet die drei Ebenen des Shops miteinander. Nach unten gelangt man in die Schuhputz-Bar, hinauf in eine offene Galerie. Diese ist in den Verkaufsraum eingehängt und beinhaltet das Designlabor des Schuhlabels. Die Stiege fassen vertikale, dicke Holzlamellen ein, die sich in regelmäßigen Abständen aneinanderfügen. Als Geländer begleiten sie die einzelnen Stufen und fungieren gleichzeitig als Brüstung des Zwischengeschosses.

 

 

Im Gegensatz zum grauen Beton im Eingangsbereich erwarten Kunden in der unteren Etage mit Eichenholz verkleidete Wände. Sie sollen Wärme ausstrahlen und ein heimeliges Gefühl vermitteln. Anstatt der neuesten Schuhtrends dreht sich hier alles um die professionelle Pflege. Bis das eigene Lieblingspaar wieder in neuem Glanz erstrahlt, schlüpft man in weiche Pantoffeln und kann in der gemütlichen Lounge-Ecke entspannt in Magazinen blättern. Ein zentraler Tresen, an dem wahlweise Kaffee oder Drinks serviert werden, komplettiert den Notabene Flagship-Store und rundet das etwas andere Shopping-Erlebnis stimmig ab.

 

 

Text: Edina Obermoser
Fotos: Jonas Bjerre-Poulsen

 

Kategorie: Projekte, RETAILarchitektur