Wohnen am grünen Band
Mit dem Projekt NB1 Wohnbau Nordbahnhof setzen querkraft architektur einen markanten städtebaulichen Akzent am südlichen Rand der Entwicklungszone „Freie Mitte – Vielseitiger Rand“. Der Neubau fungiert als Tor zur zentralen Parklandschaft des Areals und führt die urbanistische Leitidee von StudioVlayStreeruwitz konsequent fort: Die Verzahnung von Landschaft und Baukörper schafft nicht nur eine prägnante Architektursprache, sondern auch eine neue Form des Zusammenlebens.
Die drei solitären Baukörper mit Höhen von 30 und 35 Metern erheben sich auf einem durchgängig begrünten Sockel, der sich in kaskadierenden Terrassen bis ins fünfte Obergeschoß schraubt – ein grünes Band, das Wohnen, Arbeiten und soziale Interaktion verbindet. Diese Freiraumlandschaft fungiert nicht nur als verbindendes Element der Anlage, sondern setzt die städtebauliche Leitidee von StudioVlayStreeruwitz in die gebaute Realität um. Die klare horizontale Gliederung in Sockel, Fugengeschoß und freigestellte Hochpunkte verleiht der Anlage trotz ihrer Größe eine maßstäbliche Lesbarkeit. Luftige Loggien, großzügige Balkone und Pflanztröge zur Fassadenbegrünung prägen das äußere Erscheinungsbild – Architektur, die atmet und mit ihrer Umgebung interagiert.
Was NB1 auszeichnet, ist die funktionale Verzahnung von Wohnen, Gewerbe und Gemeinschaft. Neben klassischen Wohnungen beherbergt das Gebäude betreute Wohneinheiten, Wohngemeinschaften, Büros und Maisonetten. Ergänzt wird dies durch gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen wie eine Küche, Bewegungsräume, Urban Gardening-Flächen und einen Kinderspielplatz. Die räumliche Staffelung in verschiedene Öffentlichkeitsniveaus fördert gezielt das soziale Miteinander und gibt den Bewohner*innen Raum zur Entfaltung – ganz im Sinne des querkraft-Leitmotivs „Menschen Raum geben“.
Im Erdgeschoss beleben Handelsflächen, eine Suppenbar, ein Reparaturcafé der Volkshilfe sowie eine Produktionsschule mit vorgelagertem Werkgarten den öffentlichen Raum. Der Übergang zur angrenzenden „Freien Mitte“ wird nicht als harte Grenze, sondern als fließender, aktiv genutzter Stadtraum gedacht.
Die Begrünung ist kein Beiwerk, sondern integraler Bestandteil des städtebaulichen Konzepts. Von der gering versiegelten Erdgeschosszone über Fassadenpflanzungen bis hin zu Staudenbeeten, Bäumen und einer Blumenwiese auf der Dachlandschaft – das ökologische Gesamtkonzept verbessert das Mikroklima und schafft ein angenehmes Wohnumfeld.
Mit NB1 zeigt querkraft architektur exemplarisch, wie Wohnbau im urbanen Kontext heute gedacht werden kann: ökologisch, sozial durchmischt, räumlich durchlässig und architektonisch klar gegliedert. Es ist ein Bau, der nicht nur Wohnraum schafft, sondern auch Nachbarschaft und Stadtraum neu definiert.
Fotos: Hertha Hurnaus
Kategorie: Projekte











